Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Weder, noch

Krischan, Thursday, 28.01.2010, 22:56 (vor 5816 Tagen) @ Puffbesucher

So gesehen ist der Feminismus schlußendlich nichts weiter als eine
Lobygruppe, und zwar eine im geschlechtsspezifischen Sinne; einseitig für
Frauen. Und sich ganz einfach lobbyistisch verhalten ist ja ohnehin
ideologieunabhängig:

Jain, würde ich da sagen. Das ist schon weit mehr als nur Lobbyismus. Lobbyisten vertreten nicht unbedingt eine Ideologie. Die Autolobby vertritt zwar die Interessen der Autofahrer und -industrie, aber sie hat dabei kein gesellschaftlich-politisches Dogma und läßt auch Kritik zu, m.W.n. sogar externe.
Das ist bei Feministinnen gänzlich anders. Da bekam eine interne Kritikerin wie Katharina Rutschky (R.I.P.) durchaus schon mal Morddrohungen, weil sie es wagte, nicht mehr der Linie zu folgen, die die lautesten Schreihälse für sich als die richtige und einzig wahre beanspruchen.
Auch haben die meisten Lobbygruppen kein Feindbild. Der ADAC kümmert sich zwar nicht um Rad- und Bahnfahrer, das sehe ich auch nicht als seine Aufgabe, aber er erklärt sie nicht zum Feind. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, die innerhalb der Frauenbewegung auch keinen leichten Stand haben, ist das dort wiederum ganz anders. Böse sind die Männer, vor allem die muslimischen.

Zwar sind die Neoliberalen auch nicht gerade gut auf Linke anzusprechen, so wie ein Bankräuber auch nicht gerade Polizisten zum Freunde hat, aber das Feinbild Linker ist nicht das Fundament, auf dem sein Denken aufbaut. Anders gesagt: Neoliberalismus gäbe es auch ohne Linke, aber was wäre der Feminismus ohne Männer?


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