Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Linke und Feministen sind nie an etwas schuld

Garfield, Wednesday, 27.01.2010, 17:21 (vor 5817 Tagen) @ Mirko

Hallo Mirko!

...die Bibel ist eine Schrift, die jede Rechtfertigung zu jeder Bluttat hergibt.

Ja, klar, sie wurde von verschiedenen Personen über Jahrtausende hinweg geschrieben und dabei immer wieder verändert.

Aber das, was man heute unter christlichen Werten versteht, basiert vor allem auf dem Neuen Testament. Z.B. die oft zitierte christliche Nächstenliebe.

Überhaupt war es ja über Jahrhunderte hinweg so, daß die Masse des Volkes die Bibel überhaupt nicht lesen konnte. Nicht nur, weil viele nicht lesen konnten, sondern weil die Bibel ja lange nur in Latein geschrieben war. Obendrein wurde auch in Latein gepredigt, was ebenfalls viele Menschen gar nicht verstanden. Somit konnte die Bibel der Masse der Bevölkerung gar nicht als "Wertegerüst" dienen.

Als die Bibel dann übersetzt und so verbreitet wurde, stand dabei auch wieder der Gedanke an eine bessere, gerechtere Welt Pate, ähnlich wie bei den Ur-Christen. Die Reformationsbewegung war ja vor allem deshalb erfolgreich, weil der etablierte katholische Kirchenapparat von vielen Menschen als verkommen und korrupt empfunden wurde. Sie glaubten nicht mehr daran, daß diese Kirche etwas mit dem Gott, an den sie glaubten, zu tun hatte. Weshalb sie eine neue Kirche wollten, die dazu beiträgt, die Welt gerechter zu gestalten. So wurden dann auch entsprechende Bibelpassagen, vor allem eben aus dem Neuen Testament, besonders betont.

Ich denke deshalb, daß man Bibelstellen wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn" oder "so schlaget sie tot und machet sie nieder" nicht unbedingt als typisch für das Christentum werten kann. Die allgemein propagierten christlichen Werte sahen und sehen eigentlich anders aus, aber umsomehr stellt sich die Frage, wieso Menschen, die sich als Christen bezeichne(te)n so oft dagegen verstoßen bzw. verstießen.

Freundliche Grüße
von Garfield


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