Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @Astrik - Re: Kinder - ein

astrid, Thursday, 03.03.2005, 18:03 (vor 7642 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: @Astrik - Re: Kinder - ein "teures Hobby" ?!?!? von Ekki am 01. März 2005 22:34:37:

Hei Ekki,

Kinderwunsch ist etws ganz persönliches. Es gibt viele unterschiedliche Gründe weswegen jemand Kinder will. Viele sind eigennutzig.
Ich selber hatte eine Zeit, in der Kinder, das letzte war, was ich haben wollte. Vor allem so direkt nach Ende meiner Berufsausbildung, habe ich mir gedacht: Nach den 3 Jahren lernen, arbeiten, karge Freizeit, will ich mich erstmal voll ausleben, die Früchte meiner Mühen genießen.

Irgendwann habe ich alles was wichtig war für mich erledigt und das Gefühl bekommen: eigentlich will ich jetzt einen anderen Menschen die Möglichkeit geben auch so viele schöne Dinge zu erleben. Eben meinen Kindern. Außerdem kommt die Neugierde dazu: wie wird dieser neue Mensch werden? Wie sich entwickeln? Irgendwie, wie ein Übrraschungsei! :-)

Aber ich verstehe jeden, der sagt, er hat keinen Bezug zu Kindern, das bringt mir nichts. Egal ob Mann oder Frau. Ist jedenfalls ehrlicher als aus den falschen Gründen einen neuen Menschen auf diese Welt zu bringen und dann zu vernachlässigen.

Im übrigen leben wir in einer Welt, der insgesamt Überbevölkerung droht. Die Plätze für alle sind nicht sehr gleichmäßig verteilt. Daß es Leute gibt, die nur ein oder kein Kind wollen ist eher nützlich (in Bezug auf die Gesamtbevölkerung).

Ja es gibt einige Mütter mit fraglichen Erziehungsmethoden und Väter, die gerne und gut in ihre Vaterrolle hineinwachsen.
Auch eine Frau muß mit Kindern erst umgehen lernen. Überhaupt in unseren westlichen Länder, wo die Familien klein sind, nicht so viele Möglichkeiten da sind, Kinder bewußt hautnah zu erleben.

Mein kleiner Bruder ist auf die Welt gekommen als ich gerade ein Teenager war. Ich habe gewußt wieviel Arbeit ein Kind ist, vor allem ein gesundes, lebhaftes wie meine Geschwister. Ich war mit 17 nicht bereit mir einen kleinen "Parasiten" ins Haus zu setzten, der nur nimmt, alles was ich sage lästig findet, lieber spielen will statt lernen, nicht merkt wenn ich müde bin, mich dann noch als faden Erwachsenen empfindet, obwohl ich nur das notwendige, beste für mein Kind will.....

Auch habe ich es immer blödsinnig empfunden, wenn Erwachsene meine jüngeren Geschwister und später andere kleine Kinder gesehen haben und dann ganz dümmlich geworden sind. Nur weil die klein waren - und es (wie eine Schwester weiß) in Wirklichkeit ganz faustdick hinter den Ohren haben!

Also Kindchenschema funktioniert bei mir nicht. Habe auch nie mit Puppen gespielt. (Mich haben eher Abenteuer interessiert, die Welt retten, Mord und Totschlag, Rumrennen, Ringen - nicht wirklich raufen, aber harmlose Kämpfe)

Ich habe eher manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, meine Kinder in diese Welt zu lassen: Ist das Leben wirklich schön genug um es jemanden anzutun? Die Gesamtbvölkerung explodiert - sollte ich nicht lieber auf Weitergabe meiner (eh nicht so großartigen) Gene verzichten und lieber ein armes kleines Kind ohne Eltern adoptieren?
Das sind so meine Überlegungen.

Nein, du bist kein Unmensch, weil du Kinder nicht interessant findest.
Unmenschen sind die, die wie meine eine Oma ihr Kind bekommt nur weil sie unter Hitler nicht in die Waffenfabrik wollte und es dann bei Verwandten und in allen möglichen Heimen ablegt, ihr dann noch Geld, das der Vater der Tochter zukommen läßt, selber einsteckt - obwohl schon Enkelkinder da sind!
Unmenschen sind die die ein Kind bekommen um den Partner zu halten und dann doppelt los gehen auf das kleine, wenn das nicht funktioniert.
Unmenschen sind die, die damit nur ihre Urinstinkte befriedigen wollen, ein kleines nach dem anderen nachbekommen und das/ die älteren Kinder daneben verrotten lassen......

Stehe zu dir und deinen Wünschen,
du fühlst was du fühlst und bist wer du bist,
solange das nicht auf Kosten anderer geht, du niemanden damit wehtust

liebe Grüße
Astrid

Hallo Astrid!

Hei Wodan,
kenne einige "Rabenmütter" oder solche, die nicht umgehen könen mit Kindern.

Du bist, glaube ich, neu hier, deshalb wirst Du wahrscheinlich meine Postings nicht gelesen haben, in der ich mich ausdrücklich dazu bekenne, froh über meine Kinderlosigkeit zu sein, weil ich mit Kindern nichts und wieder nichts anfangen kann.
Würdest Du mir vor dem Hintergrund Deiner obigen, von mir zitierten Aussage zustimmen, daß
(a) die Fähigkeit, mit Kindern umgehen zu können oder auch nicht, keinesfalls geschlechtsspezifisch verteilt ist, und
(b) sowohl bewußte Elternschaft als auch bewußte Kinderlosigkeit moralisch völlig neutral zu bewerten sind?
(Gegenwärtig wird ja verstärkt auf Leute eingeprügelt, die sich keine Kinder wünschen - "schwere Persönlichkeitsstörung" wurde mir persönlich hier im Forum entgegengehalten, "asoziales, hedonistisches Pack - andere müssen deren Fortpflanzungsverweigerung mitbezahlen" heißt es in der gesamtgesellschaftlichen Diskussion am häufigsten).
Gespannt auf Antwort wartet
Ekki


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