Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Machtfrage (auch @ Max)

Max, Monday, 01.11.2004, 01:25 (vor 7767 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Machtfrage (auch @ Max) von Rüdiger am 31. Oktober 2004 20:58:59:

Hi Rüdiger,

Max schreibt: "Ich finde es nicht in Ordnung, daß man NEUERDINGS wo mitmischen soll, um nicht über den Löffel balbiert zu werden" - Max, das ist nicht neuerdings so, sondern schon ziemlich lange - es sei denn, du empfindest die Demokratie noch als etwas Neues, was sie historisch ja auch ist - erst ca. 100 Jahre

...ich hatte das seltsame Konzept des "Gender-Mainstreaming" im Sinn, als ich meine Verwunderung darüber äußerte, daß man da wohl neuerdings mitmischen müsse, um Ungerechtigkeiten gegen Männer zu verhindern.

Schon die Römer wußten: "Qui tacet, consentire videtur" - "Wer schweigt, scheint zuzustimmen". Wer nicht das Maul aufreißt und seine Unzufriedenheit mit gewissen Zuständen laut und deutlich und immer wieder verkündet, der wird nicht gehört, dem wird unterstellt, er sei mit allem zufrieden.

...was vielleicht skandalöse Realität, keinesfalls jedoch akzeptabel ist. Es gilt, diese Realität dem "demokratischen Anstand" anzupassen, anstatt dem "Skandal" durch das eigene Verhalten Vorschub zu leisten. Was die Römer da zu bedenken gaben, ist nichts anderes als die Beschreibung eines änderungswürdigen Zustandes.

Wenn Du Abgeordneter wärst, und alle Bürger wären leis, dann würdest Du doch wohl auch denken, die sind zufrieden damit, wie's so läuft, nicht wahr?

...Nein. Ich würde nachfragen. Gezielt. Und Männer kann man überall fragen.

Gedankenleser sind die ja schließlich auch nicht.

...das nicht, aber Leute, an die man wohl hohe moralische Forderungen stellen darf.

Und der Maskulismus ist ja noch was relativ Neues.

...ja, eine Reaktion auf Ungerechtigkeiten, die eigentlich auch ohne Maskulismus erkannt werden müßten. Daß sie es nicht werden, liegt daran, daß sie nicht erkannt werden sollen. Eine Machtfrage. Vielleicht auch kulturelle Blindheit oder einfach Barbarei.

Und dann muß man halt auch noch den Schritt vom lauten Maulen zum Sich-Organisieren hinkriegen und mit Wählerstimmen drohen, erst das bringt die Politik wirklich auf Trab.

...ich verstehe zwar den Hang, gewisse Realitäten zur Kenntnis zu nehmen und pragmatisch darauf zu reagieren. Das ist auch eine Möglichkeit, zu Resultaten zu kommen. Daß nicht die Sache an sich, sondern die Drohung mit dem Machtverlust zu Änderungen führen wird - das finde ich bedenklich und ich sähe lieber diese Tatsache abgeschafft, als ihr Rechnung zu tragen. Aber ich gebe Dir und Eugen schon recht: Wenn man Resultate will, dann wird man sich wohl auf dieses "Scheißspiel" einlassen müssen. Oder man wird Privatier...

Dabei können auch relativ kleine Lobby-Gruppen (etwa Bergleute oder Bauern) etwas ausrichten, wenn sie das Zünglein an der Waage sind. Oder glaubst Du, Politiker in NRW werden vor den Wahlen an die Kohlesubventionen rühren? (In Israel etwa ist das Unglück, daß relativ radikale Gruppen "Zünglein an der Waage" sind).

...sicher richtig und im Falle NRW nichts als Volksverarschung. Notwendigkeiten bleiben schließlich welche, ganz unabhängig von Wahltagen.

Daß auch kleine Gruppen erfolgreich Druck ausüben können, macht deutlich, daß man(n) sich vor der größeren Zahl der weiblichen Wählerstimmen nicht übermäßig zu fürchten braucht.

...ich kenne keine Beispiele. Glaubst du, daß die "Männerbewegung" jemals das Zünglein an der Waage werden könnte? Eine entsprechende Faktenkonstellation kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Ich glaube, die bundesdeutschen Karnickelzüchter sind sich einiger als "die Männer".

Nötig dazu ist allerdings eine gewisse Geschlossenheit; da aber vielen Männern noch völlig das Bewußtsein fehlt, ist die momentan leider noch nicht in Sicht ...

...gerade sagte ich es noch. Und ich finde es auch völlig absurd, eine politisch relevante "Teilmenge Männer" zu formen, wenn ich schon die "Frauen" für eine überflüssige Teilmenge halte. Freie Menschen, vom Staat weitgehend unbehelligt, will ich. Das können Männer und Frauen sein.

Herzlicher Gruß - Max


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