Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Machtfrage

Eugen Prinz, Sunday, 31.10.2004, 19:01 (vor 7767 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Machtfrage von Max am 31. Oktober 2004 15:58:52:

Warum nicht kategorisch die Einmischung des Staates in das Geschlechterverhältnis ablehnen und diese Einmischung "bekämpfen", anstatt in das "Scheißspiel" mit einzusteigen?

Aber dagegen habe ich doch überhaupt keine Einwände! Nur - das muss eben auch von irgend jemandem gemacht werden. Meine Kapazitäten sind bedauerlicherweise schon ausgelastet... näsel, näsel... Aber wenn sich jemand fände, der etwas Vernünftiges auf die Beine stellte, dann wäre ich mir nicht zu schade, dort die Briefmarken zu lecken oder sonstwas. Einstweilen backe ich halt meine kleinen Brötchen.

Das Resultat ist Macht. Jedenfalls funktioniert es so, hierzulande. Man mischt mit und gewinnt Einfluss, oder man tut es nicht und hat keinen.

...Das ist aber doch kein Zustand!?...äh... Zustände sind das! Ich finde es absolut nicht in Ordnung, daß man neuerdings wo mitmischen soll, um nicht über den Löffel balbiert zu werden. Wozu habe ich denn schließlich Volksvertreter?[/i]

Wer erzählt denn sowas? Wir haben keine Volksvertreter! Wir haben Abgeordnete, die "nur ihrem Gewissen" verantwortlich sind :-(
Es gibt diese Vorstellung, "die da oben" würden doch von uns bezahlt, damit sie ihren Job ordentlich machen. Da brauche ich hoffentlich nichts mehr dazu zu sagen.

...deswegen bin ich dafür, die Kräfte zu unterstützen, die sich allgemeiner gegen die Anmassungen des Staates engagieren (Stichwort "Neoliberale" - "was auch immer das sein soll"... hehehe), da Fehlentwicklungen - bspw. in der Wirtschafts-, Gesellschafts- und Bildungspolitik - viel größere Resonanz finden dürften als rein geschlechterbezogene Themen.

Ich bin sehr für Koalitionen. Aber jeder Ansatz muss letztlich umgesetzt werden, d.h. man muss sich mit Leuten treffen, Vorgehensweisen abstimmen, usw., lauter unerfreuliche Sachen...

Ich bleibe jedenfalls stoisch dabei, ein von mir als solches erkanntes "Scheißspiel" nicht mitzuspielen. Wenn ich mich für etwas engagiere, dann dafür, daß sich Staat und Politik aus dem Geschlechterverhältnis strikt raushalten. Das heißt also, gegen die Staatsgläubigkeit allgemein etwas zu unternehmen und dabei mehrere Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen.

Immer zu. Das genau ist das Scheißspiel. Und ich habe auch nicht behauptet, dass es Spaß macht.

Eugen


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