Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Machtfrage (auch @ Max)

Rüdiger, Sunday, 31.10.2004, 22:58 (vor 7767 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Machtfrage von Eugen Prinz am 31. Oktober 2004 17:01:00:

Das Resultat ist Macht. Jedenfalls funktioniert es so, hierzulande. Man mischt mit und gewinnt Einfluss, oder man tut es nicht und hat keinen.

...Das ist aber doch kein Zustand!?...äh... Zustände sind das! Ich finde es absolut nicht in Ordnung, daß man neuerdings wo mitmischen soll, um nicht über den Löffel balbiert zu werden. Wozu habe ich denn schließlich Volksvertreter?[/i]

Wer erzählt denn sowas?

Das Grundgesetz: "Abgeordnete sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen" (oder so ähnlich). Sie sollen stellvertretend für uns handeln, weil es zu umständlich wäre, für jedes kleine Gesetz 80 Mio. Menschen zu befragen, und dabei eben nicht nach Fraktionsdisziplin oder Lobbyansichten stimmen, sondern nach ihrem besten Wissen und Gewissen. Sollen. Max schreibt: "Ich finde es nicht in Ordnung, daß man NEUERDINGS wo mitmischen soll, um nicht über den Löffel balbiert zu werden" - Max, das ist nicht neuerdings so, sondern schon ziemlich lange - es sei denn, du empfindest die Demokratie noch als etwas Neues, was sie historisch ja auch ist - erst ca. 100 Jahre ... Schon die Römer wußten: "Qui tacet, consentire videtur" - "Wer schweigt, scheint zuzustimmen". Wer nicht das Maul aufreißt und seine Unzufriedenheit mit gewissen Zuständen laut und deutlich und immer wieder verkündet, der wird nicht gehört, dem wird unterstellt, er sei mit allem zufrieden. Wenn Du Abgeordneter wärst, und alle Bürger wären leis, dann würdest Du doch wohl auch denken, die sind zufrieden damit, wie's so läuft, nicht wahr? Gedankenleser sind die ja schließlich auch nicht. Und der Maskulismus ist ja noch was relativ Neues. Und dann muß man halt auch noch den Schritt vom lauten Maulen zum Sich-Organisieren hinkriegen und mit Wählerstimmen drohen, erst das bringt die Politik wirklich auf Trab. Dabei können auch relativ kleine Lobby-Gruppen (etwa Bergleute oder Bauern) etwas ausrichten, wenn sie das Zünglein an der Waage sind. Oder glaubst Du, Politiker in NRW werden vor den Wahlen an die Kohlesubventionen rühren? (In Israel etwa ist das Unglück, daß relativ radikale Gruppen "Zünglein an der Waage" sind). Daß auch kleine Gruppen erfolgreich Druck ausüben können, macht deutlich, daß man(n) sich vor der größeren Zahl der weiblichen Wählerstimmen nicht übermäßig zu fürchten braucht. Nötig dazu ist allerdings eine gewisse Geschlossenheit; da aber vielen Männern noch völlig das Bewußtsein fehlt, ist die momentan leider noch nicht in Sicht ...

Wir haben keine Volksvertreter! Wir haben Abgeordnete, die "nur ihrem Gewissen" verantwortlich sind :-(

Siehe oben.

Herzliche Grüße

Rüdiger


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