Re: Wege aus der Krise: Den Wald trotz lauter Bäumen sehen
Als Antwort auf: Wege aus der Krise: Den Wald trotz lauter Bäumen sehen von Paul am 15. September 2004 13:58:36:
Hallo Paul!
Genau - das wesentliche Problem besteht darin, daß unser System einerseits so organisiert ist, daß jeder für seinen Lebensunterhalt arbeiten muß, daß aber andererseits immer mehr Menschen objektiv keine Chance mehr dazu bekommen. Ganz egal, wie weit man die Löhne drückt - Maschinen werden immer günstiger sein. Man kann die Automatisierung durch Lohndrückerei zwar verzögern, aber niemals aufhalten.
Politiker und Wirtschafts-Bosse wollen das nicht sehen, weil es ihnen ja immer noch prima geht. Bei Politikern wurden bislang keine Einschnitte gemacht (wie auch - die hätten sie ja selbst beschließen müssen, was sie natürlich nicht freiwillig tun werden), und auch unsere Spitzen-Manager kriegen immer noch Gehaltserhöhungen, die die des deutschen Durchschnittsverdieners weit übersteigen. Zwar verzichten sie zuweilen mal öffentlichkeitswirksam auf eine Gehaltserhöhung, aber hinter den Kulissen schanzen sie sich dann dafür still und heimlich doch wieder einen fetten Ausgleich zu.
Für die Leute an den Schalthebeln der Macht ist die Welt also vollkommen in Ordnung. Folglich neigen sie zu einer konservativen Haltung. Wenn sie sich nun aber klar machen würden, daß es so wie bisher nicht weitergeht, dann müßten sie konsequenterweise diese konservative Haltung aufgeben. Davor scheuen sie zurück, wie eben jeder Mensch erst einmal vor Veränderungen zurück scheut, vor allem, wenn es ihm prima geht und er durch Veränderungen womöglich etwas verlieren könnte.
Also hoffen sie, daß es schon irgendwie weiter gehen wird, zumindest solange sie noch in Ämtern und Würden sind. Und daß später immer noch genug Geld für die fette Pension da sein wird. Dem Volk erzählt man was von irgendeinem Aufschwung, der ja bald kommen würde, man versucht, aus der Situation noch möglichst viel zusätzliches Kapital zu schlagen, und ansonsten verfährt man nach dem Motto "nach uns die Sintflut".
Ich sehe es nicht so, daß es keinen Ausweg gibt. Wie du ja schon sehr gut dargestellt hast, besteht das Problem darin, daß immer weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird. Ist das aber wirklich ein Problem? Ist es wirklich so schlimm, wenn Maschinen den Menschen zunehmend gefährliche, schwere, ungesunde, eintönige und sonstwie lästige Arbeiten abnehmen?
Eigentlich ist das doch eine positive Entwicklung - nur im derzeitigen System wirkt sie negativ. Die Entwicklung kann man nicht wirklich aufhalten. Also gibt es nur eine Lösung: Das System muß geändert und dieser Entwicklung angepaßt werden.
Freundliche Grüße
von Garfield
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- Re: Wege aus der Krise: Den Wald trotz lauter Bäumen sehen - Garfield, 15.09.2004, 18:38
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