Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips

Maesi, Monday, 13.09.2004, 22:14 (vor 7815 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips von Eugen Prinz am 10. September 2004 14:54:13:

Hallo Eugen

Die schlimmste Entwicklung besteht darin, dass die Leute jetzt sogar durch die Hintertür "zwangsverheiratet" werden. Das sind die sogenannten eheähnlichen Verhältnisse.
Da haben sich z.B. zwei ehrbare Menschen entschlossen, zusammen zu leben wie sie es für richtig halten, und da kommt der Staat daher, und macht aus vorgeblich fiskalischen Gründen ein eheähnliches Verhältnis draus, natürlich nur solange es ihm nützt. Wenn es dem Paar was nützen würde, dann - schwups - gelten sie als nicht verheiratet.

Zustimmung. Aber machen wir uns nichts vor. Wenn die ehrbaren Menschen Vorteil aus der staatlichen 'Okkupation' ihres eheaehnlichen Verhaeltnisses ziehen koennen (z.B. in Form von Steuervorteilen oder Unterstuetzungsleistungen), dann sind die guten Vorsaetze von der 'Ehe ohne Trauschein' (und der damit verbundenen Unabhaengigkeit) meist ganz schnell wieder vergessen. Und genau mit dieser Methode funktioniert die staatlich organisierte Monopolisierung der Definitionsmacht, was eheaehnlich ist und was nicht: verteile zuerst gezielt Zueckerchen, damit du nachher umso mehr wieder reinholen kannst. Bei den meisten Leuten scheint eine kurzfristige Denkweise vorherrschend zu sein, sodass sie immer wieder auf dieselbe Nepperei hereinfallen.

Oder zwei vernünftige Leute, beschließen nach Jahren der Ehe wieder getrennter Wege zu gehen. Aber das geht nicht. Der Staat "verheiratet" sie weiterhin. Sie müssen einander, ihre Kindeskinder, Zweitmänner oder -Frauen, Schwiegereltern unterstützen, ob sie das wollen oder nicht.

Wenn sie beschliessen getrennter Wege zu gehen, wird der geldliche Aspekt auf einmal sehr wichtig; da treten dann die Vernunft und alle frueheren Beteuerungen von Fairness oftmals in den Hintergrund. Ploetzlich heisst es: 'ich habe Anspruch auf dies und jenes...', 'es ist mein gutes Recht...', 'all die Jahre hab ich mich fuer Dich aufgeopfert...', 'denk doch auch mal an die Kinder...', 'und dann noch die Doppelbelastung von Kinderbetreuung und Job...', bla bla bla...

Es wird Zeit, den Staat wieder aus unseren Schlafzimmern rauszuschmeißen.

Zustimmung

Aber solange eine Partei - und das sind bislang überwiegend die Frauen - mit der Ehe was gewinnen kann, wird sie bestehen bleiben.[...]

Genau! Und solange eine Partei erhebliche Vorteile aus der Trennung ziehen kann, wird sie diese ebenfalls beanspruchen - und das sind (noch) ueberwiegend ebenfalls die Frauen.

Ich habe auch kein Rezept. Am einfachsten ist es, wenn man alleine bleibt, aber ob das am schönsten ist, sei dahin gestellt...

Tja, ein Rezept habe ich auch nicht; das muss halt jeder selbst fuer sich entscheiden...

Gruss

Maesi


gesamter Thread:

 

powered by my little forum