@Wolfgang und alle - Was wirklich hinter der Empörung steckt
Als Antwort auf: Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips von Wolfgang am 10. September 2004 10:58:43:
Hallo allerseits!
An die Ausführungen von Wolfgang und anderen lassen sich aus meiner Sicht folgende Überlegungen von kaum zu überschätzender Wichtigkeit knüpfen:
Diejenigen, die sich gegen ein solches Gesetz wenden, werden wohl kaum den Mut haben, öffentlich zu sagen:
"Wir sind gegen dieses Gesetz, weil für uns Fremdgehen eine der liebsten Beschäftigungen ist."
Nichts anderes aber steht dahinter.
Denn in jeder Gesellschaft hat die Tolerierbarkeit von Fehlverhalten Grenzen.
Und jenseits dieser Grenze greift der Gesetzgeber ein, weil der bestimmte Arten des Fehlverhaltens als so schwerwiegend erachtet, daß er glaubt, sie mit Strafe bedrohen zu müssen.
Leichtes Fehlverhalten wird dagegen nicht strafbewehrt. Wer in der Schule eine Stinkbombe wirft, landet mit Sicherheit nicht vor dem Richter.
Aber schon beim Einwerfen einer Fensterscheibe hört der Spaß auf.
Wenn man sich nun gegen die Strafbarkeit von Ehebruch wendet, so bringt man damit zum Ausdruck, daß man den Ehebruch entweder
für ein leichtes Fehlverhalten und somit eine Strafbewehrung für übertrieben hält, oder
den Ehebruch sogar als eine wünschenswerte Sache betrachtet.
Jede andere Begründung macht vor dem Hintergrund des oben Gesagten keinen Sinn und wäre als Heuchelei zu qualifizieren.
Es ist jedoch nicht zu erwarten, daß die Gegner des Gesetzes den Mut zur Wahrheit haben werden.
Wenn es aber hierzulande so weiter geht mit der Zuwanderung von Muslimen und eines Tages die Türkei tatsächlich EU-Mitglied sein sollte, dann könnten wir eines Tages vor der Situation stehen, daß die Moslems uns unsere Heuchelei nicht mehr durchgehen lassen und uns ganz klar stellen:
Haltet ihr den Ehebruch für ein schweres, gesellschaftlich schädliches Vergehen und damit für strafwürdig, oder nicht?
In diesem Fall wäre unschwer vorauszusehen, daß die Mehrheit der Ehebruchfans schweigen und sich ducken, die Muslime aber ihre Vorstellungen davon, wie Ehebruch zu verfolgen ist, durchsezten würden.
Für Leute wie mich, die sich dazu bekennen, daß sie, wenn man sie nur läßt, auf sexuellem Gebiet machen, was und mit wem sie wollen, wäre das die schlimmstmögliche Vorstellung überhaupt. Es würde sehr, sehr lange dauern, bis man sich aus dem Würgegriff der moslemischen Moral und ihrer rigiden Durchsetzung wieder befreit hätte.
Es stimmt wirklich - nur die Wahrheit wird euch freimachen.
Gruß
Ekki
gesamter Thread:
- Türkei - Empörung über geplantes Gesetz gegen Ehebruch -
Ekki,
10.09.2004, 12:32
- Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips -
Wolfgang,
10.09.2004, 13:58
- Re: Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips -
Sebastian,
10.09.2004, 14:18
- Re: Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips - Wolfgang, 10.09.2004, 14:40
- Labsus! - Doc SChneider, 10.09.2004, 16:25
- Re: Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips -
Eugen Prinz,
10.09.2004, 17:54
- Re: Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips - Maesi, 13.09.2004, 22:14
- @Wolfgang und alle - Was wirklich hinter der Empörung steckt - Ekki, 10.09.2004, 23:15
- Re: Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips - Maesi, 13.09.2004, 22:11
- Re: Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips -
Sebastian,
10.09.2004, 14:18
- Re: Türkei - Empörung über geplantes Gesetz gegen Ehebruch - Hetzi, 13.09.2004, 21:07
- Re: Türkei - Empörung über geplantes Gesetz gegen Ehebruch - Maesi, 13.09.2004, 22:06
- Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips -
Wolfgang,
10.09.2004, 13:58