Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die sozialpsychologischen Folgen der Abschaffung des Schuldprinzips

Wolfgang, Friday, 10.09.2004, 13:58 (vor 7819 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: Türkei - Empörung über geplantes Gesetz gegen Ehebruch von Ekki am 10. September 2004 09:32:10:

Hallo!

Es könnte in dem, was die Türken vorhaben, auch eine Klugheit stecken:

Ehebruch kann man als einen Vertragsbruch und Vertrauensmissbrauch ansehen. Und Vertragsbrüche und Vertrauensbrüche werden auch sonst im bürgerlichen Recht bestraft.

Es wird ja niemand gezwungen, zu heiraten. Die Ehe mit allen Konsequenzen wird freiwillig eingegangen.

In Europa sind wir einen anderen Weg als die Türken gegangen. Hier haben wir, als wir in den 60ern/70ern auf dem Emanzipationstrip waren, das "Schuldprinzip" abgeschafft. Aber schauen wir uns doch die katastrophalen sozialen Folgen an, die das hatte und immer mehr hat: Ist nicht die Abschaffung des Schuldprinzips bei uns mit für die Zerrüttung der Familien und damit für den allgemeinen Niedergang (mit)verantwortlich?
Mit allen schlimmen Konsequenzen, insbsondere was das sozialpsychologische Elend der Kinder angeht?

Wollte das nur mal zu bedenken geben. Ohne dass ich Muslim oder sonst ein Fundi oder Religiosi wäre. Aber für so völlig abwegegig halte ich die Idee nicht.

Es müßte ja nicht gleich Knast sein, womit EhebrecherInnen (wie künfig in der Türkei) bestraft werden können. Aber eine zumindest symbolische Geldstrafe für Ehebruch halte ich schon für angebracht, denn Ehebruch ist wirklich ein Vertragsbruch, was denn sonst. Und der Staat sollte zuminds symbolisch zeigen, dass er Vertrags- und Vertrauensbrüche sanktioniert, weil es ethisch zu verurteilen ist. So wie es bei uns in Folge des Emanzipationswahns ist, dass der Ehebrecher oder die Ehebrecherin oft sogar noch für den Vertragsbruch belohnt wird - das ist doch ethisch völlig untragbar.

Viele denken das, trauen es sich aber nur nicht auszusprechen, weil sie Angst davor haben, in eine reaktionäre Ecke gestellt zu werden, in die sie nicht gestellt werden wollen.

Heute mal der advocatus diaboli

Wolfgang


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