Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Frauenquote im Rollenspiel - Frauenrolle im Rollenspiel

Garfield, Thursday, 12.08.2004, 15:59 (vor 7848 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Frauenquote im Rollenspiel - Frauenrolle im Rollenspiel von XRay am 12. August 2004 12:07:34:

Hallo XRay!

"Ganz abgesehen davon halte ich es durchaus für problematisch, wenn
Menschen sich mit FigurInnen identifizieren, deren Ziel es ist
mit physischer Gewalt möglichst viel für SICH zu gewinnen......."

Das sehe ich nicht so eng. Zumindest als erwachsener Mensch sollte man doch fähig sein, den Unterschied zwischen Spiel und Realität zu erkennen.

Außerdem müßte man sehr viele Spiele ächten, wenn man es so eng sieht. Und zwar keineswegs nur Computerspiele: Bei manchen Sportarten dreht sich ja auch alles darum, durch physische Gewalt zu gewinnen.

Solche Spiele können sogar ein gutes Ventil sein, um Frust abzureagieren und so Aggressionspotenzial abzubauen. Gerade auch für Kinder und Jugendliche. Da gab es nämlich schon immer einige, die nichts auf die Reihe kriegen, so keine Anerkennung bekommen und dann ihr Selbstwertgefühl dadurch aufbessern, daß sie andere - vorzugsweise natürlich jüngere und schwächere Kinder - verprügeln. Wenn so ein Zeitgenosse sich in einem Rollenspiel abreagieren und so sein Selbstbewußtsein aufpäppeln kann, dann bleibt so manches jüngere, schwächere Kind verschont.

Es kann natürlich sein, daß mancher Jugendliche sich da zu sehr hineinsteigert und dann wirklich Realität und Fantasiewelt nicht mehr trennen kann. Aber ich glaube, das passiert nur dann, wenn jemand sowieso schon dafür veranlagt ist. Es gibt viele Studien, die belegen sollen, daß Gewalttäter nur durch Horrorfilme oder gewalttätige Computerspiele zu ihren Verbrechen motiviert worden sind. Ich glaube das nicht. Ich denke, daß da Ursache mit Wirkung verwechselt wird. Jemand mit hohem Gewaltpotenzial wird natürlich dazu neigen, entsprechende Filme, Bücher und Spiele zu konsumieren. Viele können sich dann durch Spiele vielleicht sogar soweit abreagieren, um im realen Leben unauffällig zu bleiben. Bei manchen klappt das leider nicht, und wenn die Psychologen dann herausfinden, daß sie sich mit solchen Spielen beschäftigt haben, ist es ja schön einfach, das als Grund anzusehen.

Tatsächlich haben Gewaltverbrecher ihre Inspirationen aber auch schon aus absolut harmlosen Quellen bezogen, z.B. aus einem Lied der Beatles. Auch die Bibel mußte da schon häufig als Inspiration herhalten, und trotzdem kommt niemand auf die Idee, die Bibel zu verbieten, weil sie zu Gewalttaten anstiften würde.

Ich glaube jedenfalls nicht, daß solche Spiele schädlich sind. Man sollte natürlich darauf achten, nicht zuviel Zeit damit zu verbringen. Einfach, um im realen Leben nicht zuviel zu versäumen.

Freundliche Grüße
von Garfield


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