Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Frauenquote im Rollenspiel - Frauenrolle im Rollenspiel

Bijou, Thursday, 12.08.2004, 15:53 (vor 7848 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Frauenquote im Rollenspiel - Frauenrolle im Rollenspiel von XRay am 12. August 2004 12:07:34:

Erstmal vorweg, ich kenn mich mit Rollenspielen nun überhaupt nicht aus.
Soviel ich aber nun verstanden habe, geht es da um ein oder mehrere FigurInnen, mit denen sich die SpielerInnen identifizieren und die
mit physicher Gewalt gewisse GegnerfigurInnen bekämpfen müssen,
damit sie zu HeldenfigurInnen werden.

Nein, darum gehts bei Dungeon-Crawling, aber nicht bei Rollenspiel. Beim Rollenspiel gehts darum, einen fiktiven Charakter so plastisch wie möglich darzustellen. Drei Beispiele aus unterschiedlichen Arten: einer der bekanntesten Charaktere in unserer Gegend beim Live-Rollenspiel ist eine Heilerin, die, soweit ich sie kenne, noch nicht mal weiss, an welcher Seite sie ein Schwert anfassen müsste. Aber sie ist definitiv eine Heldin.
Auf dem Online-Rollenspiel-Shard, auf dem ich jetzt spiele, bin ich einer Frau in die Hände gelaufen, die auch absolut nicht kämpfen kann. Allerdings ist sie eine hervorrangende Schmiedin, Schneiderin und kann sehr gut mit Tieren umgehen. Auch sie ist eine Heldin, da sie sich auch in die Politik des Shards einmischt, und dadurch sehr bekannt ist.
In unserer P&P-Runde (Kult) spielt mein Mann einen Dr. der Psychologie, der einen sehr starken Hang zur Parapsychologie hat. Wenn der eine Waffe in der Hand hat, sollte man am besten fluchtartig den Raum verlassen, egal ob Freund oder Feind. Aber ohne ihn wäre die Gruppe vollständig aufgeschmissen.

Ich Frage also:
Inwieweit unterscheidet sich das was Frau und
Mann als HeldIn ansehen.....(im Spiel und im RL)
Inwieweit sind bei Rollenspielen die hochgepriesenen weiblichen
Methoden und Fähigkeiten einsetzbar...
(muss ich mir patentieren lassen, wird ne neue Spielegeneration...)

Sie sind einsetzbar, wobei ich mich frage, was genau Du als weibliche Methoden und Fähigkeiten ansiehst. Wenn Du damit die klassisch weiblichen Methoden wie Giftmischen, Intrigen und "Weinen bis ich meinen Willen bekomme" meinst: ja, natürlich sind die einsetzbar, da es eben nicht darum geht, nur den Drachen zu finden und zu töten. Es gibt sogar ein Rollenspiel, das sich fast ausschließlich um Intrigen dreht (Vampire - The Masquerade).
Allerdings find ich es persönlich sehr albern, Fähigkeiten und Methoden in männlich oder weiblich einzuteilen, da ich alle eben aufgezählten "typisch weiblichen" Verhaltensweisen auch schon in sehr ausgeprägter Form bei Männern gefunden habe. Und die typisch "männliche" Entschlussfreudigkeit und Durchsetzungsfähigkeit auch regelmässig bei Frauen.

Ganz abgesehen davon halte ich es durchaus für problematisch, wenn
Menschen sich mit FigurInnen identifizieren, deren Ziel es ist
mit physischer Gewalt möglichst viel für SICH zu gewinnen.......
Was soll dabei anderes herauskommen, als gewalttätige EgomanInnen...

Damit liegst Du mit den Zeugen Jehovas, amerikanischen Hysterie-Schreiern und anderen christlichen Fundamentalisten ganz auf einer Linie. Schade, wenn Leute urteilen, ohne sich näher damit befasst zu haben...
Als Beispiel:
http://www.rpgstudies.net/erwachet/dungeons_and_dragons/


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