Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Sie wird kommen!

Manfred, Tuesday, 13.07.2004, 17:10 (vor 7878 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Garfield am 13. Juli 2004 12:02:44:

Erwerbsmöglichkeiten werden durch Automatisierung schon weniger, und zunehmend betrifft das auch höher qualifizierte Berufe. Zwar entstehen durch neue Technologien immer auch wieder neue Berufe und Erwerbsmöglichkeiten, aber die Zahl gestrichener Stellen ist üblicherweise höher als die Zahl neuer Stellen. <

Aber doch nicht im langzeitlichen Mittel. Wirtschaftskrisen gabs immer - leider, kleine und größere. Und die Arbeitslosen wurden nicht grundsätzlich immer mehr.

Denn genau das ist ja Sinn und Zweck der Automatisierung: Immer mehr menschliche Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen.<

Aber nein! :-) Du hast zwar nicht unrecht, aber Du nimmst die Sicht eines einzelnen Fabrikanten ein. Das ist nicht statthaft wenn wir von der Gesamtwirtschaft reden. Und es ist keineswegs wirtschaftliches Endziel, Menschen durch Maschinen zu ersetzen, sondern den Lebensstandard zu erhöhen, den "Kuchen größer zu backen".
Genauswenig wie es statthaft wäre die "ewige "Gehaltsabzockerei, die nichts als den finanziellen Ruin des Unternehmers will" der Arbeitnehmer zu kritisieren. Das ganze ist ein Geflecht, ein Räderwerk. Das Gewinnstreben des einen ist auch zum Vorteil des anderen. Zugegeben, sehr theoretisch, aber diese Theorie funktioniert im Prinzip recht gut!
Dass sie in Einzelfällen zuweilen aus dem Ruder läuft, muß man zugeben und man muß gegensteuern, aber prinzipiell ist sie anzuerkennen denke ich.

Nicht nur weil Maschinen billiger sind (die Anschaffungskosten sind heute oft recht hoch, wodurch es immer länger dauert, bis sich neue Maschinen amortisieren), sondern viel mehr, weil sie oft 24 Stunden und 7 Tage in der Woche arbeiten, und das häufig auch noch schneller und exakter als Menschen.<

Sicher, und das ist gut so. Den Porsche vom Fließband können sich viele von uns leichter leisten, als einen handgefertigten VW Golf. Es kommt also nicht NUR dem Unternehmer zugute.

Weil sowohl der Staat als auch die Wirtschaft die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung direkt oder indirekt festlegen. Eben durch Steuern, Gebühren, Abgaben, Preise usw.

Ja, aber die Wirtschaft ist durch den eigenen Konkurrenzdruck bereits (im Normalfall) vielerlei Regelmechanismen unterworfen. Der Unternehmer, der falschen Ideologien anhängt, verschwindet schneller und weniger Langzeitschäden verursachend von der Oberfläche als eine ideologielastige Regierung.

Wer Lohnsenkungen fordert, muß auch gleichzeitig eine Senkung der Lebenshaltungskosten fordern.<

Man geht zurecht davon aus, dass letzteres die automatische Folge davon ist. Wenn Betrieb A billiger produziert, erhält zwar der Arbeitnehmer bei A weniger Lohn, aber wenn die Betriebe B bis Z das auch machen und Arbeitnehmer A dort einkauft, gleicht sich das mehr als aus.

Wohlstand wir nunmal nicht durch Geld erzeugt, sondern nur durch konstruktive, schöpferische Arbeit! Geld macht das Ganze lediglich "handlicher" und dadurch wesentlich effektiver.

Lohnsenkungen ohne gleichzeitige Senkung der Lebenshaltungskosten sind kontraproduktiv, denn sie sorgen nicht nur dafür, daß es immer mehr abhängig Beschäftigten schlechter geht, sondern indirekt auch dafür, daß es der Wirtschaft schlechter geht, weil so der Binnenmarkt noch weiter geschwächt wird.<

Diese Rechnung geht niemals auf. Demnach könnten die Unternehmer sich vor die Geschäfte stellen und Geld an Passanten verteilen, mit der Bitte es doch wieder bei ihnen auszugeben. Dann hat er das Geld zwar wieder zurück, vorher hatte er aber Geld UND Ware, was einen höheren Wert darstellt. Sehr gern gemachter Denkfehler, von Gewerkschaften bis zu Sozis, aber die Mathematik spielt nicht mit.

Sich darauf zu verlassen, daß sich die Lebenshaltungskosten automatisch mit den Einkommen senken, ist bestenfalls naiv. <

Keineswegs. Es ist nicht naiv, gewisse Zusammenhänge zu erkennen und -sofern positiv- sie wirken zu lassen. Das Schlüsselwort ist hier "automatisch". Ein Zusammenhang blendet ja nicht alle andern automatisch aus.
Es ist nicht naiv, das Auto vollzutanken wenn man fahren will. Naiv ist es nur zu glauben das alleine würde ausreichen und mit vollem Tank müsse man weder Handbremse lösen, noch das Steuer bedienen.

Daß das nicht funktioniert, haben wir im Osten ja gesehen. <

Wir haben nur gesehen, dass es nicht so einfach funktioniert. Alle andern Mechanismen sind auch zu beachten.

So, jetzt muß ich mal was arbeiten ;-) Auch einer dieser Mechanismen...

Schöne Grüße,
Manfred


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