Re: Sie wird kommen!
Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Manfred am 12. Juli 2004 22:12:10:
Hallo Menfred!
"Die Automatisierung ist für mich bestenfalls ein Grund, kurzfristig oder regional bedingte Beschäftigungslosigkleit zu erklären. Langfristig aber keinesfalls, denn die Arbeit wird doch insgesamt nicht weniger. Sie verlagert sich lediglich auf ein höheres durchschnittliches Niveau."
Erwerbsmöglichkeiten werden durch Automatisierung schon weniger, und zunehmend betrifft das auch höher qualifizierte Berufe. Zwar entstehen durch neue Technologien immer auch wieder neue Berufe und Erwerbsmöglichkeiten, aber die Zahl gestrichener Stellen ist üblicherweise höher als die Zahl neuer Stellen. Denn genau das ist ja Sinn und Zweck der Automatisierung: Immer mehr menschliche Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen. Nicht nur weil Maschinen billiger sind (die Anschaffungskosten sind heute oft recht hoch, wodurch es immer länger dauert, bis sich neue Maschinen amortisieren), sondern viel mehr, weil sie oft 24 Stunden und 7 Tage in der Woche arbeiten, und das häufig auch noch schneller und exakter als Menschen.
"Ich war grade dabei "BINGO" zu tippen, als ich las, dass Du schon wieder im gleichen Atemzug mit dem Staat die Wirtschaft nennst."
Weil sowohl der Staat als auch die Wirtschaft die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung direkt oder indirekt festlegen. Eben durch Steuern, Gebühren, Abgaben, Preise usw.
"Es ist nicht in erster Linie Aufgabe der Wirtschaft, Steuern, Abgaben und Mieten zu senken!"
Das ist richtig - dafür sollte eigentlich der Staat sorgen, wenn das nötig ist.
"Sogar das Senken von Preisen zu fordern, ist unseriös, wenn nicht gleichzeitig dadurch die Wirtschaftlichkeit des Betriebes gesichert werden kann."
Ja, genau darum geht es ja auch. Was nützt es einem Betrieb denn, hohe Preise anzusetzen, wenn so die Kunden zunehmend ausbleiben? Wer Lohnsenkungen fordert, muß auch gleichzeitig eine Senkung der Lebenshaltungskosten fordern. Lohnsenkungen ohne gleichzeitige Senkung der Lebenshaltungskosten sind kontraproduktiv, denn sie sorgen nicht nur dafür, daß es immer mehr abhängig Beschäftigten schlechter geht, sondern indirekt auch dafür, daß es der Wirtschaft schlechter geht, weil so der Binnenmarkt noch weiter geschwächt wird. Sich darauf zu verlassen, daß sich die Lebenshaltungskosten automatisch mit den Einkommen senken, ist bestenfalls naiv. Daß das nicht funktioniert, haben wir im Osten ja gesehen. So werden nur einige wenige Reiche noch reicher, aber auch das funktioniert nur kurzfristig.
"wieviel Steuergelder werden wohl für feministischen Irrsinn ... verschwendet?"
Das würde ich auch gern wissen. Aber das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Ich denke, daß durch Korruption und Mißwirtschaft noch viel mehr Steuergelder verschwendet werden.
"wie groß mögen wohl die Auswirkungen des Feminismus auf die Bereitschaft sein, zu heiraten oder gar Kinder in die Welt zu setzen?"
Das ist sicher ein Faktor. Aber ich denke, daß die schlechte Situation auf dem Arbeitsmarkt noch weit schwerer wiegt. Viele Menschen können sich heute nicht mehr sicher sein, daß sie in einem Jahr ihren Job noch haben. Und wenn man erst einmal arbeitslos ist, dann wird es immer schwerer, einen neuen Job zu finden. So kann man heute nichts mehr mit Sicherheit vorausplanen. Und so werden Kinder zum unkalkulierbaren Risiko. Nicht nur, weil sie Kosten verursachen (dafür gibt's Kindergeld und Steuerfreibeträge, die das zumindest teilweise ausgleichen), sondern viel mehr, weil oft ein Partner für die Kinderbetreuung ganz oder teilweise aus dem Beruf aussteigen muß, dann das Einkommen sinkt und die Entlassung des Hauptverdieners aus dem Job ein noch größeres Risiko wird.
Bei vielen Paaren sind ja nicht etwa beide Partner berufstätig, weil sie Millionäre werden wollen, sondern weil einer allein immer öfter gar nicht mehr genug Geld zum Leben verdient. Die Realeinkommen sinken doch schon seit Jahren durch Steuer- und Beitragserhöhungen, 0-Runden bei Lohnerhöhungen, Kurzarbeit usw. Die Lebenshaltungskosten steigen aber fröhlich weiter. Allein der Vermieter will dann jedes Jahr wieder ein paar Euro mehr sehen, für medizinische Versorgung muß man trotz anhaltend hoher Beiträge immer mehr dazuzahlen, und die nächste "Ökosteuer" kommt auch bestimmt bald. Für manche Produkte des täglichen Bedarfs hat es in letzter Zeit zwar keine hohen Preiserhöhungen gegeben - aber nur, weil Produzenten und Handel bei der Euro-Einführung die Preise häufig schon satt erhöht haben. Das reichte offenbar für ein paar Jahre. Und sie haben dann ja auch allgemein Umsatzeinbußen festgestellt, weil für viele Konsumenten die Grenze der finanziellen Möglichkeiten tatsächlich schon überschritten war.
Für Normalverdiener ist es heute allein nicht mehr möglich, einen Kredit für ein Haus abzuzahlen. Wenn man aber ein Haus haben möchte, um im Alter von der Hungerrente nicht auch noch die Wuchermieten zahlen zu müssen, dann müssen beide auf Vollzeit weiter arbeiten. Mit Kindern wird das sehr stressig, und oft ist es gar nicht möglich, weil es in manchen Regionen wirklich nicht genügend Betreuungsmöglichkeiten gibt und weil Kindergärten und -krippen natürlich auch nicht umsonst sind.
Ich denke, das ist ein ganz wesentlicher Faktor. Sicher wirkt die ungerechte Gesetzgebung in Deutschland auch noch zusätzlich abschreckend, vor allem auf Männer, aber das wird sich erst so richtig auswirken, wenn es eine Verhütungspille für Männer gibt, die in Anwendung und Nebenwirkungen der Pille für Frauen entspricht. Dann erst können auch die Männer wirklich jederzeit mitentscheiden, ob ein Kind geboren wird oder nicht. Und das wird die Geburtenzahlen nochmal deutlich senken. Dann erst wird sich der Feminismus massiv auf die Geburtenrate auswirken.
"Muß sich ein Junge nicht allmählich schon indirekt frauenfeindlich fühlen, wenn er nur mit einem technischen Beruf liebäugelt?"
Das glaube ich zwar so extrem nicht, aber prinzipiell hast du da natürlich recht. Der feministische Einfluß auf das Bildungswesen ist sicher da und tut seine Wirkung.
"was kostet uns (Männer) die höhere Lebenswerwartung der Frauen sowohl medizinisch, als insbesondere auch rentenbeitragsbezogen?"
Die höhere Lebenserwartung der Frauen will ich keineswegs kritisieren. Kritisieren muß man aber, daß nichts dafür getan wird, um die Lebenserwartung der Männer anzuheben.
"wie wirkt es sich qualitativ auf die Besetzung einer öffentlichen Stelle aus, wenn bei der Ausschreibung zu lesen ist "Bewerbungen von Frauen besonders erbeten" oder bei gleicher Qualifikation werden weibliche Bewerberinnen bevorzugt. Es reicht wenn der männliche Bewerber nur weiß, das Frauen bevorzugt werden! So mancher wird nicht antreten, zum Leid aller Bürger."
Richtig. Ich hätte mal eine Ausbildung beim Finanzamt machen können. Allerdings wurde mir da von vorneherein gesagt, daß nach der Ausbildung eine Übernahme ins Amt nicht garantiert werden kann. Dann dachte ich mir, daß sie da - wenn überhaupt - natürlich nur Frauen übernehmen werden und daß ich nach der Ausbildung also wieder arbeitslos sein werde. Weil ich schon einen Job hatte, sah ich darin dann nicht viel Sinn und habe diese Ausbildung nicht begonnen.
"Der Feminismus wie er in Deutschland (und auch den USA) praktiziert wird, ist nichts anderes als der unverfrorene und würdelose Versuch, geschlechtsspezifischen Parasitismus in allen Lebensbereichen zu etablieren - und zwar mit allen Mitteln."
Das sehe ich auch so. Ursprünglich war der Feminismus mal eine fortschrittliche Bewegung, aber seit seine Ziele erreicht sind, ist er parasitär, denn es geht jetzt nur noch darum, die berufliche Existenz diverser Profi-Feministinnen irgendwie zu rechtfertigen. Um sich noch eine ausreichende Anzahl von Sympathisantinnen zu sichern, sind diese dann bestrebt, überall die Interessen von Frauen durchzusetzen, ohne Rücksicht auf Verluste.
"Deswegen bin ich z.B. auch nicht dafür, die Kultur der Volksbegehren all zu sehr auszubauen."
Da bin ich geteilter Meinung. Einerseits fände ich es positiv, wenn das Volk mehr mit entscheiden könnte. Andererseits fürchte ich aber ebenfalls, daß sehr viele Menschen einfach zu dumm dazu sind und lieber blind an irgendwelche dümmlichen Parolen und Schlagworte glauben, anstatt mal darüber nachzudenken. Nur so erklärt sich der Siegeszug des Gutmenschentums und damit auch des Feminismus in Deutschland.
Freundliche Grüße
von Garfield
gesamter Thread:
- Macht macht Frauen einsam ... -
Andreas,
11.07.2004, 18:06
- Re: Macht macht Frauen einsam ... - Eugen Prinz, 11.07.2004, 21:18
- Sie wird kommen! -
Bruno,
12.07.2004, 17:08
- Re: Sie wird kommen! -
Odin,
12.07.2004, 18:14
- Re: Sie wird kommen! -
Manfred,
12.07.2004, 19:03
- Re: Sie wird kommen! -
Garfield,
12.07.2004, 20:31
- Re: Sie wird kommen! -
Manfred,
13.07.2004, 01:12
- Re: Sie wird kommen! -
Garfield,
13.07.2004, 15:02
- Re: Sie wird kommen! -
Manfred,
13.07.2004, 17:10
- Re: Sie wird kommen! -
Garfield,
13.07.2004, 19:10
- Re: Sie wird kommen! -
Manfred,
13.07.2004, 23:55
- Re: Sie wird kommen! -
Garfield,
14.07.2004, 13:23
- Re: Sie wird kommen! - Manfred, 14.07.2004, 16:18
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Garfield,
14.07.2004, 13:23
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Manfred,
13.07.2004, 23:55
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Garfield,
13.07.2004, 19:10
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Manfred,
13.07.2004, 17:10
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Garfield,
13.07.2004, 15:02
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Manfred,
13.07.2004, 01:12
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Garfield,
12.07.2004, 20:31
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Manfred,
12.07.2004, 19:03
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Expatriate,
13.07.2004, 11:22
- Re: Sie wird kommen! -
Manfred,
13.07.2004, 13:21
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XRay,
13.07.2004, 14:45
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Manfred,
13.07.2004, 15:50
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Odin,
13.07.2004, 19:11
- Re: Sie wird kommen! - Manfred, 13.07.2004, 21:59
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Odin,
13.07.2004, 19:11
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Manfred,
13.07.2004, 15:50
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Expatriate,
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- Re: Sie wird kommen! - Bruno, 13.07.2004, 17:03
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- Unsere Jungen werden uns dafür hassen! -
Bruno,
13.07.2004, 15:11
- Re: Unsere Jungen werden uns dafür hassen! - Expatriate, 13.07.2004, 17:04
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12.07.2004, 18:14