Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden

Hetzi, Sunday, 25.04.2004, 14:48 (vor 7957 Tagen) @ Marie Juana

Als Antwort auf: Re: Wehrpflicht soll gesetzlich abgesichert werden von Marie Juana am 24. April 2004 19:49:

es verblüfft schon, wenn der militärdienst aus seinen historisch-politischen zusammenhang gerissen wird und diese kriegerdienste als *männliches emanzipationshemmnis* gesehen werden.

Was ist deiner Meinung nach der historisch-politische Zusammenhang bei der Wehrpflicht die nur fuer Maenner gilt? Und wie relevant ist diese historische Betrachtung heute fuer die jetzt davon betroffenen?

Die Antwort auf die letzt Frage kann imho nur sein, dass der historisch politische Zusammenhang dazu bedeutungslos ist!

*ich gehe hin, wenn frau auch hingeht. es ist zwangsdienst, weil frau nicht hingeht* (so christians und andis armgumentationsschiene).

Nein, die Argumentationskette ist eine foellig andere! Es geht darum um eine Ungleichbehandlung der Geschlechter abzuschaffen, die eine direkte durch den sexistischen Gesetzeswortlaut bedingte Diskriminierung von Männern gegeben ist.

Jetzt hat man um diese Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen zwei Moeglichkeiten. Man kann den verpflichteten Wehrdinst insgesamt abschaffen und eine reine Berufsarmee aufstellen. Oder man weitet die Wehrpflicht auf Frauen aus. Beide Loesungen beseitigen das urspruengliche Problem der Diskriminierung von Männer.

Welche von beiden Möglichkeiten als bevorzugte angesehen werden, hängt von der persönlichen Einstellung desjenigen dazu ab. Ich würde persönlich die Ausdehnung der Wehrpflicht auf beide Geschlechter bevorzugen. Ich hab aber auch kein Problem damit, wenn die andere Lösung der Berufsarmee gewählt wird, ich habe nur ein Problem mit der jetztigen diskriminiernden Situation!

nichts mehr von einer pazifistischen haltung, nichts mehr von friedenspolitik

Welche der beiden Loesungen soll ich unter den Aspekten einer pazifistischen Haltung bzw. der Friedenspolitik bevorzugen? Ich eigentlich aus pazifistischen Überlegungen Berufarmeen ab, da diese Streitkraefte eher bzw. leichtfertiger in den Krieg geschickt werden, als Milizsoldaten bzw. Wehrpflichtige. Es wird in den Heimatländern der Tot von Berufssoldaten leichter toleriert, als der von Soldaten die zwangsweise in Kriegsgebieten eingesetzt wurden.

Du kannst dir ja auch mal dazu überlegen, warum es in Frankreich eine Fremdenlegion gibt. Wenn ein Fremdenlegionär umkommt, so stört das in Frankreich niemanden, bei einem Franzosen schon eher. Dementsprechend gerne wird die Fremdenlegion zu gefährlichen Einsätzen geschickt, bei denen man vor dem Einsatz normaler Soldaten zurückschreckt.

entweder lehnt man einen zwangsdienst ab (militärdienst, zivildienst), dann kann man aber nicht gleichzeitig einen zwangsdienst für alle fordern.

Ich hab jetzt die Argumentation nochmal genau erklaert, ist diese dir wirklich neu? Und wo soll sie abstrus sein?


gesamter Thread:

 

powered by my little forum