Re: Hauptforderung der Männerbewegung
Als Antwort auf: Re: Hauptforderung der Männerbewegung von Peter am 06. Januar 2004 22:53:51:
Hallo Peter!
Erst einmal zu Kondomen: Sie sind in der Anwendung definitiv lästiger als eine Pille. Außerdem wird Sex mit Kondom sowohl von Männern als auch von Frauen häufig als weniger stimulierend empfunden. Und ich kann mir genug Situationen vorstellen, in denen man einfach gerade kein Kondom dabei hat.
Ich sehe es durchaus auch so, daß die Entwicklung einer Verhütungspille für Männer, die in Anwendung und Nebenwirkungen mit den Pillen für Frauen vergleichbar ist, ein großer Fortschritt wäre.
Klar - bei One-Night-Stands sollte man sowieso ein Kondom verwenden. Es gibt ja außer AIDS noch andere unangenehme Krankheiten, die man sich beim Sex wegholen kann. In einer dauerhaften Partnerschaft sieht das aber schon anders aus. Ich denke, daß gerade Frauen in Partnerschaften eher einen Kinderwunsch entwickeln. Z.B. einfach nur, um den Partner fester an sich zu binden, oder weil sie der Meinung sind, daß ein Kind eben dazugehört, oder einfach, weil sie glauben, nun ja einen Ernährer gefunden zu haben und somit endlich das leider immer noch häufig von Frauen angestrebte Hausfrauenleben beginnen zu können, für das ein Kind dann als Alibi herhalten soll. Wenn der Partner aber kein Kind möchte, kann frau einfach still und heimlich die Pille absetzen, und dann, wenn sie schwanger ist, behaupten, die Pille hätte wohl nicht gewirkt. Interessant ist in dem Zusammenhang auch, daß man häufig von wirkungslosen Verhütungspillen hört, obwohl deren Wirksamkeit tatsächlich sehr hoch liegt. So hoch, daß es soviele "Blindgänger" gar nicht geben kann. Ganz offensichtlich ist die Mehrheit der ungewollten Schwangerschaften also sehr wohl gewollt - aber eben nur von den Frauen.
Es sieht de facto also so aus, daß einzig und allein die Frau entscheidet, ob sie schwanger wird oder nicht. Ob sie den Mann nach seinem Einverständnis fragt, ist ganz ihr überlassen. Und selbst wenn er nicht einverstanden ist, steht sie juristisch immer auf der sicheren Seite, auch wenn sie ihren Partner betrogen hat, indem sie behauptet hat, daß sie die Pille nimmt, sie aber tatsächlich bewußt nicht genommen hat. Eine Frau hat also juristisch alle Möglichkeiten, ihren Partner gegen seinen Willen dazu zu zwingen, Vater zu werden und dann die finanziellen und sonstigen Konsequenzen zu tragen.
Umgekehrt darf ein Mann eine Frau selbstverständlich nicht dazu zwingen, Mutter zu werden. Wenn er sie mit Gewalt daran hindert, die Pille zu nehmen, macht er sich strafbar. Wenn er gegen ihren Willen sexuelle Handlungen mit ihr durchführt, macht er sich ebenfalls strafbar. Beides ist ja auch nachvollziehbar und richtig. Es ist aber eben nicht richtig, daß eine Frau ihren Partner mit einer Lüge gegen seinen Willen dazu bringen kann, Vater zu werden und dabei noch gesetzlich geschützt und unterstützt wird.
Momentan gibt es für Männer kaum Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. Klar können sie auch in einer festen Partnerschaft Kondome verwenden. Aber das ist eben nicht so angenehm, und meist wird die Partnerin dann auch irgendwann sagen, daß sie es ohne Kondom schöner findet und ihren Partner bitten, das Kondom wegzulassen. Wenn er dann sowas sagt wie "tut mir leid, aber dann kann ich nicht sicher sein, daß du mir kein Kind unterschiebst", dann kommt das nicht so gut an...
Ein paar Glückspilze (wie z.B. ich) haben Partnerinnen, die Implanon-Stäbchen zur Verhütung benutzen. Die werden im Körper (üblicherweise im Oberarm) eingesetzt und halten etwa 3 Jahre. Eine Frau hat damit also keine Möglichkeit, die Verhütung mal einfach so einzustellen.
Aber natürlich kann man seine Partnerin nicht dazu zwingen, sich so ein Stäbchen einsetzen zu lassen.
Die einzige Lösung dieses Problems ist die Verhütungspille für Männer. In den Medien kommen auch immer wieder Meldungen dazu, aber ein echter Durchbruch ist da bisher wohl doch noch nicht erzielt worden. Es gibt auch schon ein Mittel, das gespritzt werden muß. Aber das ist in der Anwendung eher unangenehm und unbequem und wird sich deshalb auch weiterhin nicht durchsetzen.
Flächendeckende Kinderbetreuung wäre natürlich gut. Dadurch würden die Probleme aber nicht wirklich gelöst werden. Es gibt tatsächlich nicht wenige Frauen, die es als sehr angenehm empfinden, ganz aus dem Berufsleben aussteigen zu können oder zumindest nur noch auf Teilzeit zu arbeiten. Das sind meist diejenigen, die ihre Kinder nicht in den Kindergarten geben, mit der Begründung, daß sie doch die mütterliche Fürsorge bräuchten und im Kindergarten nicht ordentlich versorgt werden würden.
Aber selbst, wenn sämtliche Mütter ganz scharf darauf wären, möglichst bald nach der Geburt wieder auf Vollzeit zu arbeiten: Wo sollen denn die dafür nötigen Erwerbsmöglichkeiten herkommen? Wir haben jetzt schon ca. 4,3 Millionen Arbeitslose mit steigender Tendenz. Wenn auch noch sämtliche Mütter auf den Arbeitsmarkt drängen würden, dann hätten wir auch offiziell bald Arbeitslosenzahlen wie Anfang der 1930er Jahre...
Es ist ja sogar so, daß gerade junge Frauen teilweise nur deshalb schwanger werden, weil sie beruflich kaum noch Perspektiven haben und sich den ganzen Streß mit Lehrstellen- und Job-Suche ersparen wollen. Mit Kind kriegen sie Alimente vom Vater oder vom Staat, und das Sozialamt zeigt sich dann in der Regel auch spendabler. Sehr deutlich sah man das im Osten nach der Wiedervereinigung. Während dort die Zahl der Geburten allgemein durch die unsichereren Lebensumstände stark sank, stieg die Zahl der sehr jungen Mütter auf einmal deutlich an, und zwar besonders in Gegenden mit hoher Arbeitslosigkeit.
Bevor man an der schlechten Situation mit den Kinderbetreuungsmöglichkeiten etwas ändert, muß man also erst einmal das Problem der Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen. Da tut sich aber leider auch nicht viel, und wenn doch mal was getan wird, wirkt das meist kontraproduktiv. (Wie z.B. jetzt wieder die schwachsinnigen Vorschläge von Stoiber zu Arbeitszeitverlängerungen, die ganz offensichtlich wieder einmal nur zur Profitmaximierung gedacht sind und die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch verschlimmern werden.)
Außerdem gibt es noch das Problem mit den Unterhaltszahlungen für die Kinder. Da wird nämlich auch nicht danach gefragt, ob der Vater mit der Schwangerschaft einverstanden war oder nicht. Er muß so oder so zahlen. Ob die Kinder einen Kindergarten besuchen, spielt dabei auch keine Rolle.
Freundliche Grüße
von Garfield
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Odin,
06.01.2004, 16:56
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Peter,
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- Hauptforderung der Männerbewegung -
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gaehn,
07.01.2004, 16:16
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gaehn,
07.01.2004, 16:16
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Emmalein,
07.01.2004, 16:03
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- Re: Pille fuer den Mann - Emmalein, 07.01.2004, 16:01
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Der Eman(n)ze,
06.01.2004, 23:13
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06.01.2004, 23:05
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07.01.2004, 16:59
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