Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Diskussion um Hexen geht weiter

Odin, Tuesday, 02.12.2003, 15:39 (vor 8101 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Ende der "Weise Frauen" Theorie von Garfield am 01. Dezember 2003 12:10:09:

Hallo Garfield,
zu Jeanne D'Arc muß ich sagen, daß sie nicht einfach so ein Bauernmädchen war, sondern offensichtlich eine ziemliche Überzeugungskraft hatte. Dies geht auch aus den Prozeßberichten hervor. Trotzdem wurde ihre Bedeutung überhöht - eben als Symbolkraft schon für die damalige Zeit ("eine Jungfrau mit Gottes Stimme führt uns") - während sie selbst zu den meisten Kämpfen einfach zu spät kam - und auch für die heutige, als Frau, die sich gegen die Männerwelt durchgesetzt hat, was so ganz einfach nicht stimmt.
Vereinfacht gesagt lassen sich Indizien für eine Magersucht mit einhergehenden schizophrenen Symptomen belegen, incl. einer fehlenden Identifizierung mit ihrem eigenen Geschlecht. Frausein und erwachsenwerden lassen sich durch Magersucht gut unterdrücken (Periode bleibt aus, flache Brust), sie trug ja teilweise sogar Männerkleidung. Naja, für eine Heiligsprechung reicht sowas aus, aber für ein Frauenidol :-)

Zum Thema Hexen habe ich die Diskussion weiterverfolgt (siehe Link unten). Da kam einiges neues dazu.
Da Dich Geschichte interessiert kennst Du das Forum vielleicht oder ist interessant für Dich:

Von Ursi:

Ihr versteht mich nicht!
Es geht mir darum, zu erklären, wie die Hexenverfolgungen überhaupt entstanden sind. Man wollte den alten Glauben ausmerzen, so einfach ist das, also kamen die Priesterinnen der alten Religion dran.
Später, da geb ich euch recht, und wenn ihr meinen Beitrag etwas genauer durchgelesen hättet, hatte das alles NICHTS mehr mit dem Heidentum zu tun.
Hexenvcerbrennungen gab es schon im Mittelalter, also, genauer gesagt, zu der Zeit, als in Europa das Kristentum seinen Einzug hielt. Aber die wirklich schlimmen Verfolgungen waren so um 1620.
Unter emanziperte Frauen versteh ich frauen, die aus der von Männern regierten Gesellschaft ausbrechen wollten. Hier habt ihr meinen Beitrag wieder Oberflächlich gelesen. Ich spreche nicht NUR von diesen emanzipierten Frauen. Es konnte jede treffen. Wenn sie im Weg stand.
Habe ich mich jetzt deutlich ausgedrückt, oder brauchen die Herren noch bessere Beschreibungen?
....

Hallo Ursi,
es ist nicht so, daß ich Dich falsch verstanden habe. Mir geht es, wie dem Vorredner, um Begründungen Deiner Vermutungen. Ich habe einfach den Eindruck, daß Du mal "Die Nebel von Avalon" gelesen hast und jetzt Deine Theorien über den Hexenkult daraus hernimmst.
Ohne selbst Experte für die Hexenverfolgung zu sein - man müßte z.B. wissen, wie die Hexenverfolgung in anderen, nicht christlichen Ländern, ablief oder in vorchristlicher Zeit - finde ich Deine Vermutungen zu sehr vereinfacht.
Priesterinnen? Ja, die gabs sicher mal, aber wenn es eine Bedrohung war, dann waren das die Priester! Das hätte also einen Kult der Hexenmeisterverfolgung begründet.
Andersgläubige wurden immer verfolgt. Ich verstehe z.B. nicht, was die Hexenverfolgung von der ansonsten üblichen Ketzerverfolgung abgrenzt. IMO ist dies ein und dasselbe. So gibt es alttestamentarische Verse, die betonen, daß man Falschgläubige töten soll - und zwar unzählige Verse. Und dann gibt es auch noch zwei, drei Verse, die betonen, daß man Hexen töten soll - eben auch, weil sie andersgläubig waren. NIE wird aber gesagt, daß man NUR Frauen oder NUR Männer töten soll. Weit öfters wird der Unglaube von MÄNNERN betont und sanktioniert.
Ich denke, daß dies auch in außereuropäischen Kulturen nicht anders war. Männer waren mehrheitlich die Opfer von solchen Verfolgungen, alles andere ist Mumpiz.
Aber wie gesagt: Ich bin da kein Experte und hätte selbst auch gerne eine Antwort, warum man speziell die Hexen/HExenmeisterverfolgung extra nimmt. Ich hoffe, die nächste Karfunkel bringt mich da ein wenig weiter.

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