Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler !
Als Antwort auf: Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! von Jolanda am 22. Juni 2003 15:19:24:
Hallo Jolanda!
"Von daher muss ich ganz ironisch auch mal sagen, es scheint den Männern immer noch zu wenig schlecht zu gehen, dass sie sich nicht viel vehementer wehren und gegen diese ganzen einseitigen Privilegien ankämpfen. Nein, es schein sogar noch eine beträchtliche Anzahl von Männern zu geben, die es total in Ordnung finden, so wie es ist!?"
Ich denke, das scheint nicht nur so, sondern es IST definitiv so. Überhaupt habe ich das Gefühl, daß es vielen Menschen in Deutschland noch zu gut geht. Und daß viele deshalb gar nicht begreifen, wie kritisch die Situation ist und worauf die Entwicklung hinausläuft.
Wenn beispielsweise ein Arbeit"geber"präsident damit droht, noch mehr Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern, wenn Arbeitszeiten gesenkt oder Lohnerhöhungen gefordert werden, stimmen dem immer noch viele Menschen zu. Obwohl es eine Tatsache ist, daß die Profite zu jeder Zeit seit Gründung der Bundesrepublik immer stärker gestiegen sind als die Löhne und Gehälter. Und obwohl gleichzeitig merkwürdigerweise niemand davon redet, auch mal Mieten, Steuern, diverse Gebühren usw. - also eben die Lebenshaltungskosten - zu senken. Und obwohl die Arbeitsplätze so oder so ins Ausland verlagert werden, weil dafür nämlich noch ganz andere Kriterien maßgeblich sind als nur das Lohnniveau.
Mit dem Feminismus ist das allerdings noch etwas komplizierter. Da spielen uralte Instinkte und Klischees mit hinein, die weit älter als der Feminismus sind und von Feministinnen immer bewußt oder unbewußt ausgenutzt wurden.
Sowohl Männer als auch Frauen haben Fürsorge-Instinkte, die sie dazu bringen, füreinander da zu sein und gemeinsam für den Nachwuchs zu sorgen. Das haben wir von unseren tierischen Vorfahren übernommen, und genau wie bei vielen zweigeschlechtlichen Tierarten sind auch bei uns Menschen diese Instinkte bei Männern und Frauen unterschiedlich. Frauen sind instinktiv darum bemüht, für ihre Männer zu sorgen, wenn aber ein Kind da ist, hat es ihre ganze Aufmerksamkeit und der Mann tritt erstmal in den Hintergrund.
Bei Männern ist das anders. Zwar kann auch ein Mann eine starke Fixierung auf ein Kind entwickeln, aber oft hat man(n) gar nicht die Gelegenheit dazu. So beziehen sich die männlichen Fürsorgeinstinkte in der Regel auf Frau und Kind gleichermaßen. Deshalb war und ist es in vielen Kulturen so, daß Männer Frauen und Kindern einen besonderen Status einräumen und alles dafür taten und tun, um Frauen und Kindern das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. (Siehe auch van Crevelds "Das bevorzugte Geschlecht".)
Ja, und so fügen sich auch heute noch viele Männer bereitwillig in ihre alte Rolle als Ernährer. Eine andere Möglichkeit haben sie ja auch kaum, denn ein Hausmann gilt in den Augen vieler Mitmenschen immer noch als Faulenzer und hat überdies auch weniger Chancen, eine Partnerschaft mit einer Frau dauerhaft aufrecht zu erhalten.
Dazu kommt dann noch, daß Männer immer noch dazu erzogen werden, niemals Opfer sein zu dürfen. Somit möchten viele Männer vor sich selbst und erst recht vor anderen nicht zugeben, irgendwie benachteiligt zu sein. Nur Schwächlinge lassen sich benachteiligen, und einem echten Kerl darf so etwas natürlich niemals passieren... Also reden sie sich alles schön, und da kommen ihnen die feministischen Märchen von der seit Jahrtausenden bis heute anhaltenden Unterdrückung der Frau durch den Mann gerade recht. Wenn mann z.B. erstmal Wehr- oder Zivildienst ableisten darf, während Frauen im selben Alter schon studieren oder eine Ausbildung machen, sagt mann sich, daß Frauen dafür ja Kinder bekommen. Wenn mann aufgrund seines Geschlechts einen Job nicht bekommt, sagt mann sich eben, daß Frauen dafür ja weniger verdienen...
Dann kommt noch männliches Wunschdenken dazu. Die meisten Männer wünschen sich nun einmal eine Partnerin, die liebevoll, zärtlich und fürsorgend ist - eben genauso wie die radikalfeministische Ideologie es grundsätzlich für alle Frauen in Anspruch nimmt.
Ja, und dann gibt es noch Männer mit masochistischer Veranlagung. Eine gewisse Dosis dessen, was man Masochismus nennt, steckt in jedem Menschen. Es gab schon immer Situationen, in denen es nötig war, sich einer gemeinsamen Sache und damit oft auch irgendeiner Führungsperson unterzuordnen. Andererseits mußten die einzelnen Individuen aber auch einen gewissen Drang zur Macht haben, damit sich immer ein Führer findet, dem alle folgen und der es ermöglicht, gemeinsame Aktionen zu koordinieren. Die Natur hat diesen Widerspruch gelöst, indem sie dafür gesorgt hat, daß beides - also sowohl Macht auszuüben als auch sich einer Macht unterzuordnen - eine gewisse Befriedigung verschafft. Und Menschen, die diese Befriedigung besonders intensiv empfinden, nennt man heute manchmal Sadisten oder Masochisten.
In der Partnerschaft äußert sich das manchmal schon einfach dadurch, daß man versucht, dem Partner bis hin zur Selbstaufgabe alles möglichst recht zu machen. Frauen sind dann bestrebt, dem Partner jeden Wunsch von den Augen abzulesen, ihn regelrecht zu bedienen, und sie stecken dabei selbst häufig in jeder Hinsicht zurück. Es ist dann auch kein Problem, wenn der Partner während einer Autofahrt seine Geliebte am Straßenrand sieht, schnell mal anhält, sie umarmt und küßt, und dann wieder einsteigt und weiterfährt, als wäre nichts besonderes passiert. (Das Beispiel ist übrigens nicht ausgedacht.)
Es gibt Männer, die genauso bereit sind, sich ihren Partnerinnen voll und ganz unterzuordnen - nur werden sie damit von Frauen oft nicht als vollwertige Partner akzeptiert. Also unterdrücken sie diese Neigungen. Und dann lesen sie mal irgendwo ein radikalfeministisches Machwerk, in dem steht, daß Frauen Männern grundsätzlich überlegen wären und Männer sich ihnen deshalb unterzuordnen hätten. Alles, was sie bis dahin weitgehend unterdrückt haben, kommt dann voll raus, und schon haben wir wieder einen neuen Hannibal. (Für diejenigen hier, die diesen Zeitgenossen nicht kennen: Ihr habt nichts verpaßt.) Wenn so ein Typ auf einer entscheidenden Position sitzt, haben Radikalfeministinnen natürlich leichtes Spiel.
Bisher ist es ja auch noch so, daß viele Frauen die Privilegien, die sie haben, nicht oder zumindest nicht immer ausnutzen. So gibt es viele Männer, die tatsächlich momentan (mal abgesehen von der Wehrpflicht) nicht von Benachteiligungen betroffen sind. Mann hört zwar ab und zu, daß ein Mann z.B. fälschlicherweise der Vergewaltigung bezichtigt wurde oder daß ein Mann Unterhalt zahlen muß und seine Kinder nicht mehr sehen darf, weil seine Frau nicht nur fremdgegangen ist, sondern sich auch gleich noch scheiden lassen hat, aber mann hofft eben, daß einem selbst sowas nie passieren wird...
Das alles schafft eine Atmosphäre, die dem Radikalfeminismus äußerst zuträglich ist und gleichzeitig Männer daran hindert, etwas gegen diese Mißstände zu unternehmen.
Aber je mehr das um sich greift, je mehr Privilegien Frauen bekommen und je öfter sie diese negativ ausnutzen, umso krasser fallen die Mißstände auf. Bis sie irgendwann kein Mensch, der einigermaßen klar bei Verstand ist, mehr übersehen kann. Die Radikalfeministinnen sägen also eifrig an dem Ast, auf dem sie es sich so bequem eingerichtet haben. Und wenn der Ast erst einmal fällt, werden die kaum in der Lage sein, irgendetwas dagegen zu unternehmen. Denn sie sind ja noch nicht mal nur aus eigener Kraft dorthin gekommen, sondern wurden ganz besonders von Männern dort platziert.
Freundliche Grüße
von Garfield
gesamter Thread:
- Feministische Rechtswissenschaft? -
Pedro,
21.06.2003, 23:38
- Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! -
Diogenes,
22.06.2003, 01:17
- Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! -
Jörg,
22.06.2003, 02:00
- Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! - Diogenes, 22.06.2003, 11:45
- Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! -
Jolanda,
22.06.2003, 18:19
- Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! - gaehn, 23.06.2003, 15:56
- Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! - Garfield, 23.06.2003, 20:37
- Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! - Garfield, 23.06.2003, 19:04
- Ist bereits eingetreten! - Markus, 24.06.2003, 21:29
- Re: Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! -
Jörg,
22.06.2003, 02:00
- Eine Anmerkung zu "gender"-Berücksichtigungen in der Praxis -
Andreas (der andere),
22.06.2003, 13:19
- Re: Eine Anmerkung zu "gender"-Berücksichtigungen in der Praxis -
Arne Hoffmann,
22.06.2003, 16:19
- Re: Eine Anmerkung zu -
Andreas (der andere),
22.06.2003, 18:18
- Re: Eine Anmerkung zu ... - Arne Hoffmann, 22.06.2003, 19:40
- Re: Eine Anmerkung zu -
Andreas (der andere),
22.06.2003, 18:18
- Re: Eine Anmerkung zu "gender"-Berücksichtigungen in der Praxis -
Arne Hoffmann,
22.06.2003, 16:19
- ich erinnere mich.. -
Juri,
23.06.2003, 17:40
- Re: ich erinnere mich.. - Peter, 23.06.2003, 20:46
- Jedenfalls viele feminine Rechtswissenschaftler ! -
Diogenes,
22.06.2003, 01:17