Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Eine Anmerkung zu "gender"-Berücksichtigungen in der Praxis

Arne Hoffmann, Sunday, 22.06.2003, 16:19 (vor 8263 Tagen) @ Andreas (der andere)

Als Antwort auf: Eine Anmerkung zu "gender"-Berücksichtigungen in der Praxis von Andreas (der andere) am 22. Juni 2003 10:19:46:

Hi Andreas (der andere), :-)

Ich bin zwar nicht direkt eingeschriebener Student in den GS, belege aber, da ich nun mal die Gelegenheit habe, als (masochistisches?) Privatvergnügen zusätzlich auch Kurse in dieser Richtung ...

Jetzt bin ich neugierig: Darf ich fragen an welcher Uni und was du als Hauptfach hast? Welche Kursangebote gibt es denn innerhalb der Gender-Studies?

Dabei konzentrieren sich die ursprünglich aus der Frauenforschung hervorgegangenen Genderstudies ...

Was meiner Wahrnehmung nach zu problematischen Entwicklungen geführt hat. Zum Beispiel dass Bücher wie das "Metzler Lexikon Gender Studies" (oder ähnlich betitelt) grundsätzlich alle Themen aus feministisch geprägter Sicht darstellen.

Die Genderstudies verlieren damit ihren Objektivitätsanspruch, da sie durch ihre Thesen und die praktischen Konsequenzen in der Umsetzung (übrigens in allen Bereichen) ein Geschlechterbild "erforschen", zu dessen Produktion sie selbst beigetragen haben und auch weiter beitragen. Als Diskurskritik produzieren sie selbst einen Diskurs.

Yep, sehe ich auch so. Was man halt ändern könnte, wenn es innerhalb der Gender-Studies einen größeren Pluralismus an Positionen gäbe, eben auch eine "maskulistische" Herangehensweise/Forschung.

Es gibt in den USA immerhin Bücher wie
- Judith Kegan Gardiner: Masculinity Studies and Feminist Theory
und
- Stephen Whitehead: The Masculinities Reader,
aber ich fürchte, das ist wieder der feministische Blick AUF Männer. Die frau macht sich (mal wieder) ein Bild über den Mann, statt dass der (nicht-feministisch vorgeprägte) Mann auch Subjekt der Forschung ist. Allerdings habe ich die beiden Bücher noch nicht gelesen, vielleicht werde ich ja positiv überrascht. Nichtsdestoweniger sehe ich hier innerhalb der deutschen Genderstudies eine Leerstelle.

Herzlicher Gruß

Arne


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