Re: Reden wir mal von Verona Feldbusch
Als Antwort auf: Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung von Stefan G. am 13. November 2002 21:13:25:
Wofür bekommt denn die eigentlich ihr "Leichtlohngruppen-Gehalt"?
Oder andere Tittenwunder und Popostars !
In der Einkommensproblematik geht es meines Erachtens um grundsätzlichere Fragestellungen. Wir müssen uns gesellschaftlich mal mit der Überlegung auseinandersetzen, ob nur das einen Wert hat, was irgendwie in Euro und Cent auszudrücken ist oder ob es Werte gibt, die wichtiger sind.
Tatsache ist allerdings, daß Frauen in Fragen der Partnerwahl Männer präferieren, die einen höheren gesellschaftlichen Status haben. Der Akademiker ist also begehrter als der einfache Handwerker. Besonders deutlich ist dies in Gesellschaften, in denen die Frauen geringere Bildungsmöglichkeiten haben.
Männer hingegen achten bei der Partnerwahl eher auf das Alter der möglichen Partnerin und auf Äußerlichkeiten.
Die materielle Fixierung in unserer Gesellschaft könnte also unter diesem
Aspekt sozusagen "weiblich" sein, getreu dem Motto, "hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau".
Für das Zusammenleben der Menschen halte ich es für verhängnisvoll, daß offenbar das Bild einer liebenden Mutter heute nur noch für´s Poesiealbum oder die Mottenkiste zu taugen scheint. Die "Karrierefrau" ist das moderne Leitbild. Aber verlieren wir dadurch nicht unwiderbringlich Modelle für eine bessere Welt?!
Wie wirkt es sich längerfristig eigentlich aus, daß wir die Kindererziehung in die Hand des Staates legen wollen, daß junge Frauen heute eilig gebären um möglichst rasch wieder auf die Jagd nach dem Abteilungsleiterposten zu gehen? Wie verändert das die tiefenpsychologische Struktur der Kinder, wenn sie sehr bald "abgeschoben" werden?!
Frauen im Erwerbsleben wurden in früheren Zeiten immer nur dann gebraucht, wenn es um Krisen ging. Beispielsweise während des Krieges in den Munitionsfabriken oder nach dem Krieg beim Wiederaufbau. In Phasen des allgemeinen Wohlstandes war die Rolle der Frau immer stärker auf den Haushalt, die Kindererziehugn und die Verwirklichung kultureller Ziele konzentriert. Das sagt vielleicht einiges über unsere Epoche aus, die äußerlich angeblich so "reich" ist. Vielleicht sind wir tatsächlich in einer Zeit "relativer" Not, daß heute nur noch Doppelverdiener in der Lage sind, an den gesellschaftlichen Standards zu partizipiern?! vielleicht ist insgesamt die Einkommensspreizung und das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und reich viel extremer, als dies dem Kleinbürger bewußt ist?!
Diese Überlegungen sollten zumindest nicht ganz außer acht gelassen werden, wenn man über die Frage der Entlohnung für Arbeit spricht.
Gruß
Diogenes
Überall, wo mir diese Floskel aufgefallen ist, habe ich vergeblich nach einer Quelle oder einem überzeugenden Beweis für diese Behauptung gesucht. Nirgends wird ein konkreter Fall angegeben. Dieser Vorwurf wird einfach nur in den Raum geworfen und das wars dann.
Es gibt dazu Untersuchungen. Ich hab sie nur gerade nicht parat. Werd ich aber nachholen.
Untersuchungen habe ich auch schon viele gelesen, es war aber keine dabei, aus der man den Schluß ziehen könnte, daß Frauen für gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer. Meistens wird noch der alte Hut mit der Lohnabschlagsklausel ausgepackt, die es bereits seit 50 Jahren nicht mehr gibt.
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Weshalb siehst Du es als gottgegeben an, daß solche Berufe schlechter bezahlt werden als etwa Werkzeugmacher, Automechaniker oder Techniker?
Ich finde dafür keinen vernünftigen Grund.
Das hat nichts mit gottgegeben zu tun, das ist einfach eine Frage der Leistung.
Ich kann diese Leichtlohngruppen-Argumentation nicht nachvollziehen. Wo ist da die Diskriminierung?
Hier handelt es sich nicht um GLEICHE Arbeit. Ich habe selbst während meiner Studienzeit oftmals in Fabriken gearbeitet. Meistens wurde ich dort eingesetzt, wo gerade Leute gebraucht wurden. Hin und wieder war das bei den Frauen, ein anderes Mal bei den Männern. Es ist definitiv so, daß die Arbeit der Männer in den meisten Fällen schwerer, gesundheitsschädlicher und gefährlicher ist. Natürlich kann man fragen, weshalb eine Raumpflegerin weniger bekommt als ein Mann, der bei der Müllabfuhr arbeitet. Wenn man aber mal einen Tag lang bei der Müllabfuhr gearbeitet hat und dauernd Tonnen schleppen muß, dann beantwortet sich die Frage von allein. Wieviel ein Techniker verdient, sollte meines Erachtens davon abhängig sein, was und wo er arbeitet. Wenn ein Techniker in dem Gefahrenbereich eines Kernkraftwerks arbeitet, dann ist es durchaus gerechtfertigt, wenn er mehr verdient als eine Floristin. Es wäre mal gut, wenn die Frauen, die sonst immer den Mund so voll nehmen und immer leichtfertig von Diskriminierung reden, mal einen Tag lang als Kanalarbeiter arbeiten. Mal sehen, ob dann immer noch von Diskriminierung die Rede ist.
Gruß
Stefan
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- Re: Gleiches Geld für gleiche Leistung - Ferdi, 02.11.2002, 13:21
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