Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Narrenfreiheit statt Emanzipation

Bero, Saturday, 19.02.2011, 01:55 (vor 5446 Tagen) @ Mus Lim

Da haben Sie ein wahres Wort gesprochen.
Obwohl, es gibt schon eine richtige Emanzipation.
In seiner Ursprungsbedeutung bedeutete nämlich Emanzipation das
emanzipieren des Sklavens gegenüber dem Sklavenhalter, den Sohn von seinem
Vater, wenn er nämlich seine eigene Familie gründet.
Diese Emanzipation im Sinne des Erwachsenwerdens brauchen wir durchaus.

Richtig, erwachsen werden brauchen wir. Auch das ist ja spassig: nie war so viel Infantilität wie heute, ausgerechnet unter den Bedingungen der angeblichen Emanzipation. Das betrifft nicht nur Frauen, auch sehr viele Männer heute werden ja nicht mehr erwachsen.
Perfide allerdings ist die Anwendung des Begriffes durch die Feministinnen, denn sie setzen die bürgerliche Familie mit Sklaverei gleich, und legen auch gleich noch fest, wer dabei Sklave sei. Sicher, die Frau mag dem Manne dienen, für ihn kochen, putzen, waschen, sie hat ihre Pflichten. Aber der Mann auch. Esther Vilar hat das Ganze sehr schön umgekehrt und gezeigt, dass man ebenso einseitig betrachtet auch das genaue Gegenteil sehen kann, wenn man will.
Das war als Gegenpol natürlich wichtig, aber fraglos ist diese einseitige Sicht ebenso dumm wie die feministische. Und vor allem: zerstörerisch.

Allerdings haben Frauen es mit dieser Form der Emanzipation nicht so. Sie
haben durchaus Recht, Emanzipation der Frau lief bislang de facto auf eine
Entsorgung eines Einzelmannes und einer Verpflichtung der Männer als
Gesamtheit hinaus (s.
Geldtransfer).
Das hängt aber untrennbar damit zusammen, dass Frauen Rechte ohne die
dazugehörenden Pflichten gegeben wurden, etwa das Wahlrecht ohne die
Waffenpflicht, oder auch das Recht auf Scheidung ohne Verpflichtung zur
Selbstversorgung. Es wären da noch viele Beispiele zu geben

Das ist richtig! Nun ist eine Waffenpflicht für Frauen so wenig wünschenswert wie eine für Kinder. Kinder haben aber eben auch kein Wahlrecht. Wer Soldaten in Kriege schickt, und das haben Staaten ja immer einschliesslich heute getan, sollte zumindest einmal selbst Pulverdampf gerochen haben. Früher war das selbstverständlich - ham'se jedient?
Allerdings hatten natürlich auch Frauen ihre spezifischen Pflichten früher. Das war in der Ehe zum Beispiel die eigenverantwortliche Führung des Haushalts in Abwesenheit des Mannes. Schon in der Antike, später dann auch im BGB festgeschrieben. Dabei hatten sie Macht und Verantwortung über und für eine Vielzahl von Menschen. Ein römischer Hausstand hatte Dutzende Sklaven und Bedienstete. Eine verantwortungs- und machtvolle Aufgabe, die mit dem Bild der ach so schreckenlichen Unterdrückung der Frau nicht so recht vereinbar ist.
Eine weitere Pflicht war, Kinder zu bekommen und aufzuziehen. Denn das können nur Frauen, und nur so ist der Fortbestand der Familie, des Gemeinwesens, der Nation usw. zu sichern. Welch Humbug, das als "Zwangsaustragen" oder "Zwangsgebären" zu verunglimpfen. "Gebärmaschine" zu sein ist sicher kein schlechteres Los als Kampfmaschine.
Ausnahmslos alle Verpflichtungen wurden Frauen abgenommen, sie müssen absolut gar nichts mehr heute in ihrem Leben. Eines Kindes können sie sich zu jedem Zeitpunkt legal und problemlos entledigen (Abtreibung, Babyklappe, Adoptionsfreigabe). Sie müssen aber auch nicht selbst für ihr Einkommen sorgen, sondern können Kinder als Geisel nehmen und Unterhalt erpressen.
Etwas völlig Normales und an sich Gutes wie besonderer Schutz und Schonung einer Mutter sowie die Fürsorglichkeit eines Vaters und Ehemannes wurde unter den perversen Bedingungen der Gleichheit vollkommen pervertiert. Es wurde die Lizenz zum rücksichtslosen Ausnehmen und Abzocken, ja sogar zum Versklaven. Der Staat weigerte sich freilich nicht, sich dabei zum Mittäter zu machen.
Nein, Emanzipation ist das wahrlich nicht, was da stattgefunden hat. Unsere Grossmütter und Urgrossmütter waren emanzipierter (weil sie mussten). Keine Spur von Selbstbefreiung aus der Unmündigkeit, nur ein Wechsel des Herrn. Und schrankenlose Narrenfreiheit für Frauen. Sie ähneln den Schlaraffen aus der mittelalterlichen Erzählung und deren Vorläufern. Was sonst sind Aufsichtsratsposten auf dem Silbertablett serviert als gebratene Täubchen direkt ins Maul? Das wird erwartet, und es wird nie genug sein.
Man wusste schon damals nur zu gut, welche Folgen die Überfluss und die Abwesenheit von "Korsetten" hat. Womöglich war die spätrömische Dekadenz noch recht gut im kollektiven Gedächtnis verwurzelt


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