Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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An DvB und Nikos (alphabetisch)

Flint ⌂, Saturday, 05.02.2011, 19:18 (vor 5459 Tagen) @ DvB
bearbeitet von Flint, Saturday, 05.02.2011, 19:22

Nun muß / will ich doch noch mal etwas dazu schreiben.

@DvB und Nikos.

Ich würde vorschlagen, ihr einigt euch einfach darauf, beide zu akzeptieren, was im Wörterbuch steht.

Ich sehe die ganze Sache aus zwei Aspekten.

Der erste Aspekt

Wenn es etwas Neues in der Welt gibt, braucht man eigentlich immer ein neues Wort um es zu benennen. Dazu eine Definition (Begriffsbestimmung).

Schaut man sich die Definitionen in Wörterbüchern an, sieht man, daß viele Wörter mehrere verschiedene Definitionen haben. Offenbar will man Wörter sparen und gibt ein- und demselben Wort verschiedene Definitionen. Es kommt vor, daß Definitionen desselben Wortes fast Gegenteiliges bedeuten können. Zum Beispiel kann das Wort 'oder' in gewissen Situationen auch 'und' bedeuten. Das kann verwirrend werden und man sieht oft nur anhand des Kontextes, was gemeint ist.

Generell sind Wörterbücher dafür da, daß man in ihnen nachschauen kann, was ein Wort bedeutet.

Es können da allerdings einige Probleme und Verzerrungen vorkommen.

In einer Zeit wie der unseren, die links- bzw. feminismusideologisch verseucht ist, werden dann auch Definitionen ideologisch verändert. Dann wird z.B. der Begriff 'mannhaft' als 'veraltet' angegeben. Die Eigenschaften von 'männlich' und 'weiblich' werden anders definiert. Auch 'Mann' und 'Frau' oder 'Weib' werden ideologisch definiert.Ich glaube, mich richtig zu erinnern, irgendwann einmal bei dem Begriff 'Papst' die Angabe 'Papst/Päpstin' gesehen zu haben.

Feministisch ideologische Wörterbücher kommen mir nicht ins Haus. Ich akzeptiere nur Wörterbücher von vor 1975.

Es gab einmal eine Zeit, da habe ich Wörterbücher und Lexika gesammelt. Ich habe vom Schülerduden bis zum Großen Brockhaus von 1880 eine ganze Reihe von Ausgaben. So kann ich -und das kann recht interessant sein- vergleichen, ob und wie sich Begriffe verändert haben. Selbst die Art der Schlagwortartikel in Lexika hat sich seit damals geändert. Früher schrieb man bei bekannten Personen noch dazu ob sie mutig in irgendwelchen Schlachten gekämpft hatten.

Also es gibt das Phänomen von Veränderungen in den Definitionen.

Ich gehe davon aus, daß es verschiedene Arten von Veränderungen gibt. Hier mal nur die, die mir im Moment auf die Schnelle einfallen:

° Vernünftige Veränderungen (z.B. nach Stand der Wissenschaft, wie etwa die Einwohnerzahl von London.)
° Unvernünftige mutwillige Veränderungen (z.B. ideologisch motivierte Veränderungen)
° Hinzugefügte neue Definitionen (zusätzliche Bedeutungen)

Was macht man nun, wenn einer wie Nikos etwas poetisches kreiert hat? Wie nennt man es? Gibt es dafür schon einen Begriff? Oder braucht/bräuchte man dafür nun einen neuen Begriff? Wie könnte der lauten?

Der zweite Aspekt

Generell stehe ich zu der Auffassung, die Konfuzius geäußert hat. Hatte es 2007 hier gepostet. Leider hat die Forensoftware einige Satzzeichen in Fragezeichen umgewandelt. Kann nicht mehr 100% rekonstruieren wie das vorher war. Ich hoffe, es stimmt so:

"Bevor ihr euch streitet klärt die Begriffe." [Konfuzius]

"Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu schmieden." [Konfuzius]

"Bevor wir miteinander reden, müssen wir uns erst über die Bedeutung der verwendeten Begriffe klar werden. Sonst, in der Tat, geraten die Dinge in Unordnung."

Nicht zu Unrecht wies bereits Konfuzius auf die Wichtigkeit hin, Namen, die ihren Sinn verkehrt haben, wieder richtig zu stellen. Im Jahre 484 v. Chr. sagte Konfuzius:

„Der Edle lässt das, was er nicht versteht, sozusagen beiseite. Wenn die Begriffe nicht richtig sind, so stimmen die Worte nicht; stimmen die Worte nicht, so kommen die Werke nicht zustande; kommen die Werke nicht zustande, so gedeiht Moral und Kunst nicht; treffen die Strafen nicht, so weiß das Volk nicht, wohin Hand und Fuß setzen.
Darum sorge der Edle, dass er seine Begriffe unter allen Umständen zu Worten bringen kann und seine Worte unter allen Umständen zu Taten machen kann.
Der Edle duldet nicht, dass in seinen Worten irgend etwas in Unordnung ist.
Das ist es, worauf alles ankommt.“

Was vor allem nötig ist, ist, dass man die Dinge beim rechten Namen nennen kann.

„Wenn in einem Staat faule Stellen sind, die eine Verwirrung der Begriffe verursachen, so ist ein energisches, klares Wort eine Unmöglichkeit.
Dadurch wird aber eine durchgreifende Regierungstätigkeit verhindert.
Und die daraus entspringende öffentliche Unordnung lässt keine Äußerung der wahrhaften geistigen Kultur aufkommen, denn die Verlogenheit dringt ein auch in Religion und Kunst.

Ohne diese Geisteskultur ist aber auf der anderen Seite eine gerechte Justizverwaltung unmöglich, und dadurch entsteht eine allgemeine Unsicherheit und Beunruhigung des öffentlichen Lebens.

Darum ist für einen charaktervollen Mann eine unerläßliche Vorbedingung alles Wirkens, dass seine Begriffe alle so beschaffen sind, dass er sie aussprechen kann, und dass seine Worte so sind, dass er sie in Taten umsetzen kann.

Das ist nur möglich bei unbedingter Genauigkeit und Wahrheit.“

Hinsichtlich der falschen Benennungen sagte Konfuzius:

„Eine Eckenschale ohne Ecken: was ist das für eine Eckenschale, was ist das für eine Eckenschale!“

Im Lun Yu steht hierzu folgender Kommentar:

„Der Meister hielt sich darüber auf, dass ein Opfergefäß, das früher eckig war, aber im Lauf der Zeit abgerundet hergestellt zu werden pflegte, noch immer mit der alten Bezeichnung genannt wurde, die dem Wesen nun gar nicht mehr entsprach: Ein Gleichnis für die Zustände der damaligen Zeit, die auch nichts mehr mit den Einrichtungen der guten alten Zeit gemein hatten als den bloßen Namen. Diese Begriffsverwirrungen waren nach Kung einer der schlimmsten Übelstände, da ohne adäquate Begriffe der Mensch der Außenwelt hilflos und machtlos gegenübersteht.“

Gruß
Flint [image]

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