Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nach der sprachlichen Analyse nun inhaltliche Anmerkungen:

Ekki, Saturday, 22.01.2011, 18:24 (vor 5472 Tagen) @ Sachse
bearbeitet von Ekki, Saturday, 22.01.2011, 18:31

(1)
Eine Stelle hat mich einerseits deshalb stutzig gemacht, weil aufgrund der das Bild überlagernden Übersetzung für mich nicht klar war, wer sprach - René Kuhn, ein Interviewpartner oder der Kommentator - andererseits wegen dem Inhalt.

Da heißt es nämlich:

"Das Buch ist nicht wirklich über Antifeminismus, es ist über Äußerlichkeiten - über das Aussehen der Frauen aus linken Parteien, die sagen, daß man um seine Rechte kämpfen muß, über ihren schlechten Geschmack beim Ankleiden und wie ungepflegt sie sind, sowie, daß man auch anders kann."

Darf man das so verstehen, daß nach Meinung des Sprechers (wer immer der Sprecher war) die feministischen Ideen kaum auf Widerstand stoßen würden, wenn ihre Vertreterinnen nur adrett daher kämen?

(2)
Sehr kontrovers - und keinesfalls mit einem gedanklichen Schnellschuß abzutun - war die Äußerung, die Sowjetunion sei dem Westen in puncto Feminismus weit voraus gewesen.

Unabhängig davon, wie man zu Geschlechterrollen steht, war dies nämlich schon lange vor 1989 ein großes Thema.

Zahlreich waren die Stimmen, lt. denen die Gleichberechtigung in den Ostblockstaaten nur eine formale Hülle sei und die Frauen dort mindestens so sehr unterdrückt würden wie im Westen.

Diese Diskussion fand - und findet! - nach dem Verschwinden des Ostblocks ihre Fortsetzung.

Klare Frontenverläufe gibt es in dieser Diskussion nicht:

Was die jeweiligen Diskutanten an der damaligen (vor 1989) und heutigen Situation gut oder schlecht finden und wie sie heute gerne die Geschlechterbeziehungen gestaltet sehen möchten - das ist eine an Kompliziertheit nicht zu überbietende Thematik, da es hier nicht nur keine klaren Fronten zwischen den Diskutanten gibt, sondern häufig auch der Eindruck entsteht, daß die einzelnen Personen in sich total unsicher darüber sind, was denn nun wünschenswert sei.

(3)
Sehr wertvoll fand ich in dem Beitrag den Gedanken, daß die Männer nicht immer nur über ihr Verhältnis zu Frauen nachdenken, sondern sich erst einmal darüber klar werden sollen, was sie (die Männer) selber wollen[/u].

Schöne Grüße von

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.


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