Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Mus Lim ⌂, Wednesday, 01.09.2010, 01:16 (vor 5613 Tagen) @ Plankton

Die Politologin und Soziologin Naika Foroutan, selbst mit iranischem
Migrationshintergrund, brachte in wenigen wohlgesetzten Sätzen Sarrazins
wackliges Statistik-Gebilde arg ins Wanken. Etwa so: Sarrazin sagt, 40
Prozent der Migranten leben von Transferleistungen. Foroutan: Stimmt nicht,
80 Prozent haben eigene Einkünfte. Sarrazin sagt, es gebe kaum erkennbare
Bildungs-Erfolge bei Migranten. Foroutan: Unsinn. Die Abiturienten-Quote
bei türkischstämmigen Schülern etwa ist in den letzten rund 30 Jahren von
ehemals drei auf heute 18 Prozent gestiegen. Haben da die Gene den Dienst
quittiert, Herr Sarrazin?

Das Problem ist, dass beide übertreiben.
Polemik trifft auf Polemik, sozusagen.
Sarrazin übertreibt natürlich maßlos, wenn er sagt, es gebe kaum erkennbare Bildungserfolge bei Migranten.
Foroutan lenkt ihrerseits erfolgreich davon ab, dass die Erfolge im Bereich Abiturienten-Quote bei türkischstämmigen Schülern in den letzten rund 30 Jahren nicht das Loch stopfen, dass die gebärunwiligen deutschen Frauen reißen.

Linke Diskursverhinderer thematisieren erfolgreich "jüdische Gene" und "Fremdenfeindlichkeit". Die Gebärverweigerung deutscher Frauen wird erfolgreich aus der Diskussion herausgehalten. Notfalls wird "Tante Schwarzer" uns daran erinnern, dass Frauen heute "dem Führer" kein Kind mehr schenken müssen ...

Sarrazin spielt ein gefährliches Spiel, in dem er einerseeits mit "Fakten" argumentiert, dann aber wieder mit polemischen Überspitzungen hantiert.

Die Linken machen Sarrazin jetzt mit dem Kunstgriff fertig:
Sie widerlegen seine polemischen Überspitzungen und tun dann so, als hätten sie ihn in der Sache widerlegt.

Das ist eine schwierige Lage für Sarrazin und ich weiß nicht, ob er dem gewachsen ist.
Bei Beckmann jedenfalls hat er keine gute Figur gemacht. Beckmann hat allerdings wie seinerzeit JBK bei Eva Herman in den Ring gegen seine Feinde geschickt, ohne einen Befürworter.

Faktenmäßig steht Sarrazin genauso im Hemd da wie die Feministinnen. Aber
er ist genauso erfolgreich wie die Feministinnen darin, Ressentiments gegen
"genetisch minderwertige" Teile der Bevölkerung zu schüren.

Das sehe ich nicht so, Begabungen sind bis zu einem gewissen Grad biologisch vererbbar, zu einem weiteren Grad von soziologischen Umfeld abhängig (Familien mit Hausmusikkultur haben einen höheren Prozentsatz an muslikalischen Genies hervorgebracht) und was zu bewiesen ist in relevanten Zusammenhang ist:
Bestehende Unterschiede sind durch Bildungsprogramme nur partiell beeinflussbar. Es geht nicht darum, Gen-Theorien aufzustellen, sondern lediglich die Lüge von "Bildung für alle und Integratiosprogramme für Migranten, und alles wird gut!" zu widerlegen.

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