Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Wirkung wird verherrend sein!

scipio africanus, Tuesday, 29.03.2005, 16:54 (vor 7616 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Re: Die Wirkung wird verherrend sein! von Garp am 25. März 2005 16:47:54:

Die geschlechtsspezifische Differenz liegt bei 6-7 Jahren.
Interessanterweise haben Mönche lediglich eine um zwei Jahre verkürzte Lebenserwartung gegenüber Nonnen. Nonnen dagegen haben dieselbe Lebenserwartung wie ihre Geschlechtsgenossinnen.

Humm, das lässt einigen Raum für Spekulationen, wenn man bedenkt, dass Mönche in der Regel sexuell abstinent leben ! Ob die vom Mann beim Geschlechtsverkehr abgesonderte Flüssigkeit der Dehydrierung im Alter Vorschub leistet, und der Dehydrierung der Frau entgegenwirkt ? ;)

Daher ist der größte Teil der geschlechtsspezifischen Lebenserwartungsdifferenz sozial bedingt.

Meines Wissens war die Differenz um die Jahrhundertwende (1900) nur etwa ein Jahr, was auf soziale Ursachen hindeutet.
Ich bin aber der Auffassung, dass Gleichstellung gleiche Lebenserwartung als Ziel haben sollte, UNABHÄNGIG davon, ob primär soziale oder biologische Ursachen für die unterschiedlichen Lebenserwartungen verantwortlich sind.
Das würde eine Fokussierung auf den Körper, die Sozialisation und ganz allgemein die Gesundheit der Männer erfordern, in jedem Matriarchat eine Ketzerei, die den Scheiterhaufen verdient!

Zudem schwankt die Lebenserwartung auch innerhalb eines Landes erheblich nach sozialer Schicht. Ist doch interessant. Männer und Menschen aus niedrigen sozialen Schichten haben eine niedrigere Lebenserwartung. Vielleicht liegt es eben doch an körperlich belastenden, gesundheitsgefährdeten Arbeitssituationen. Zudem ist das Risiko des Soldaten in jeder Kultur ein männliches Risiko.

Die Lebenserwartung sowie die Kindersterblichkeit gelten als DIE Indikatoren für Lebensstandard, wenn Länder global verglichen werden. Bei den Geschlechtern wird ganz selbstverständlich die Biologie als hinreichende Begründung angenommen.
Der Grund für diese indifferente Haltung ist die weitverbreitete Überzeugung, dass Männer weniger schützenswert sind als Frauen. Immer wieder hört man den Ausspruch "es waren vor allem frauenundkinder betroffen", auch wenn es in der Mehrzahl männliche Opfer gab. Ein Männerleben ist weniger wert als ein Frauenleben, das war schon immer so, und wird wohl auch so bleiben. Als Sinnbild dafür steht der Untergang der Titanic und die Besetzung der Rettungsboote.

scipio


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