Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Garfield, Thursday, 06.01.2005, 20:51 (vor 7699 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von T.Lentze am 06. Januar 2005 15:23:02:

Hallo Thomas!

Ich finde es auch nicht sonderlich treffend, Feminismus und Nationalsozialismus gleich zu setzen.

Erst einmal gibt es ja im Feminismus ganz unterschiedliche Strömungen. Das war zwar im Nationalsozialismus auch so, aber da sorgte Hitler dafür, daß letztendlich doch immer alles nach seinen Vorstellungen durchgezogen wurde. Tatsächlich war er der Nationalsozialismus.

Im Feminismus sehe ich keine solche zentrale Leitfigur, und allein schon deshalb gibt es diese unterschiedlichen Strömungen, die teilweise auch gegeneinander gerichtet sind. So hat Alice Schwarzer nicht schlecht gestaunt, als eines Tages andere Feministinnen die "Emma"-Redaktion stürmten und verwüsteten.

Einen noch größeren Unterschied sehe ich darin, daß der Feminismus insgesamt längst kein wirkliches Ziel mehr hat. Woher auch? Seine einstigen Ziele sind ja allesamt längt erreicht.

Der Nationalsozialismus dagegen war ganz klar zielgerichtet ausgelegt. Zwar gab es da auch Leute wie Göring, die nur darauf aus waren, sich möglichst zu bereichern und sich ansonsten einen schönen Lenz zu machen, aber Hitler gab die Richtung vor, und dahin wurde dann marschiert. Hitler war so versessen auf die möglichst schnelle Verwirklichung seiner Ziele, daß er dafür immer höhere Risiken einging und deshalb schließlich auch scheiterte.

Der Feminismus marschiert nirgendwo hin. Er jammert und klagt nur, und vor allem viele Männer nehmen dieses ständige Jammern und Klagen ernst. Die Männer geben letztendlich den Feministinnen ihre Macht, sie beschließen mehrheitlich die von ihnen diktierten Gesetze, und sie setzen sie auch mehrheitlich durch.

Der Feminismus wäre auf sich selbst gestellt nicht lebensfähig, weil er passiv ist. Der Nationalsozialismus dagegen war aktiv und deshalb viel gefährlicher.

Wirrköpfe wie Valerie Solanas ändern auch mit Forderungen nach Gaskammern für Männer nichts daran. Es ist eine Sache, etwas zu wünschen oder zu fordern, aber eine ganz andere Sache, wirklich konkret darauf hin zu arbeiten und es zu verwirklichen.

Charlie Chaplin hat den Nationalsozialismus bekämpft, indem er ihn in seinem Film "Der große Diktator" lächerlich machte. Ich denke, genauso kann man auch mit dem Radikalfeminismus verfahren. Vergleiche mit dem Nationalsozialismus sind dabei aber kontraproduktiv, weil das einfach ein zu ernstes Thema ist. Er hat zu viele Opfer gefordert. Selbst der Radikalfeminismus wird da niemals heran kommen, so sehr sich so manche männerhassende Kampflesbe die Vernichtung des männlichen Geschlechts auch herbei sehnen mag.

Freundliche Grüße
von Garfield


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