Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland?

Norbert, Friday, 29.10.2004, 12:12 (vor 7769 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Kommentar: Wie kinderfreundlich ist Deutschland? von Garfield am 28. Oktober 2004 19:11:16:

Hi Garfield

Obwohl mir deine Postings meist sehr zusagen, kann ich hier nicht so leicht zustimmen.
Du hast viele Varianten pro/contra Kinderwunsch angesprochen.

Wenn man von 4) absieht, aber nur Negativbeispiele angeführt.

Es gibt aber auch Menschen, die einfach meinen, dass Kinder zu ihrem Leben gehören, weil sie selbst entsprechend aufgewachsen sind. Und es zu den natürlichsten menschlichen Bedürfnissen gehört.

Dass unsere ach so moderne Gesellschaft den puren Egoismus fördert, und es Menschen zunehmend schwerer machte eine Familie zu erhalten ist aber eine Tatsache.
Ein Familie benötigt zunächst einmal etwas mehr Wohnraum.
Dieser ist, vor allem in Ballungsgebieten, recht teuer geworden.
Allerdings benötigen vier Familienmitglieder weniger Wohnraum, als es vier Singles tun, WG's mal außen vor gelassen.
Nur haben diese vier Singles dann auch pro Kopf gemessen, mehr Geld zum Leben. Da sie ihren Wohnraum deswegen leichter bezahlen können, führt dieses zu einem weiteren Preisdruck.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie benötigen Fürsorge.
Und verursachen, eben weil sie noch wachsen, einen grundsätzlichen Bedarf an Kleidung, den Erwachsen so nicht zwingend benötigen.
Kinderkleidung ist aber nicht sehr viel weniger teuer, als Erwachsenenkleidung.
Die Auswüchse, drei Schränke voll Kleidung, aber 'Ich habe nichts zum anziehen.', lasse ich bewußt außen vor, weil eben nicht notwendig.
Alles muß, vorwiegend von einem Einkommen bezahlt werden.

Vollends pervers wird dann das System nach einer Scheidung.
Der Unterhaltsverpflichtete muß nun einen höheren Bedarf an Wohnraum bezahlen, gleichzeitig Unterhalt, und wird ansonsten wie ein Single behandelt.

Das eine solche Erziehung zur Kinderlosigkeit führt, liegt auf der Hand.

Außerdem gibt es noch immer/ schon wieder die Kinderfeindlichkeit.
Beispiel:
Ich war mit meinen Kindern bei einem Tanztee, größere Räumlichkeiten.
Die Kinder spielten auf einer Empore räumlich außerhalb des Tanzsaals.
Trotzdem wurde mir dann Beschwerden zugetragen, daß diese zu laut gewesen wären. Sie seien Rollschuh gefahren. Die 'Rollschuhe' waren ein kleiner Puppenbuggy gewesen.
Personen, die sich im Tanzsaal aufhielten, können die Kinder gar nicht gehört haben, dazu waren die Mauern dazwischen viel zu dick.
Im Tanzsaal waren die Kinder nur ganz selten, während Tanzpausen.

Zu viele Menschen sind kinderentwöhnt, und können/wollen damit gar nicht mehr umgehen.
Sie verwechseln Kinder mit Puppen oder irgendwelchen Plüschtierchen.
Was diese aber nicht sind.

Herr Adenauer hatte möglicherweise einmal damit recht gehabt, 'Kinder bekommen die Leute sowieso.'
Er ist inzwischen widerlegt worden, samt allen Politikern die danach gehandelt haben, oder noch handeln.

Dass Unterhaltsverpflichtete in dem ganzen Haufen von (Familien-/Finanz-)Politikern überhaupt keine Lobby haben, ist leider auch nicht zu übersehen. Der Begriff taucht nur seltenst in den Nachrichten auf.
Dann meist nur als Unterhaltsverweigerer.
Eine Diskussion über die Grundlagen einer Unterhaltsberechtigung findet nicht statt.

Gruß
Norbert


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