Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Oh jehmine!

Andreas, Saturday, 24.07.2004, 16:40 (vor 7867 Tagen) @ Texaco

Als Antwort auf: Oh jehmine! von Texaco am 24. Juli 2004 11:46:14:

Liebe Leute, Steuern werden für Gemeinschaftsaufgaben erhoben, und da ist es eben nötig - und vor allen Dingen fair - daß sich keiner davonstiehlt. Natürlich gibt es staatliche Verschwendung. (Die gibt übrigens auch in der Privatwirtschaft, und zwar durchaus mit dem Geld der anderen.) Und richtig, in Deutschland sind die Steuern zu hoch. Mit jeder neuen Privatisierung müssten sie eigentlich gesenkt werden. Alles richtig.

Sorry, aber leider wissen unsere PolitikerInnen nicht mehr, was eigentlich "Arbeit" bedeutet. Ich habe waehrend meines Studiums schon hin und wieder in den Semesterferien in Fabriken gearbeitet, in denen ich lernen konnte, was "Arbeit" wirklich heisst. Da mussten die Leute in Fabrikhallen malochen, in denen die Temperaturen im Sommer auf absolut unertraegliches Niveau anstiegen. Die Maenner haben massiv Ueberstunden geschoben, um die Familie ernaehren zu koennen. Das ging sogar teilweise soweit, dass verschiedenen Leuten Ueberstunden von der Fabrikleitung untersagt wurden, weil laut Vorschrift mindestens 8 Stunden Freizeit zwischen zwei Arbeitstagen liegen muessen. Wenn Du denen erzaehlst, dass ihr schwer verdientes Geld von stinkfaulen FrauenbeauftragtInnen in schoenen klimatisierten Bueros fuer Wellness-Seminare, Wohlfuehlwochenenden fuer Frauen und anderen Scheiss zum Fenster rausgeschmissen wird, dann rasten die aus.
Klar, das Geld anderer Leute ist schnell und leicht ausgegeben! Unsere PolitikerInnen sind super darin. Sie muessen es ja nicht selbst verdienen.

Es geht hier nicht darum, dass der Staat ein "bisschen" Geld verschwendet. Was hier bei uns zum Fenster rausgeschmissen wird, dass sprengt jeden erdenklichen Rahmen.
Wenn der Staat nicht in der Lage ist, mit Geld vernuenftig umzugehen, dann hat jeder Buerger das Recht und die Pflicht, sein Geld und sein Vermoegen in Sicherheit zu bringen - solange, bis wieder vernuenftige Verhaeltnisse eingekehrt sind.

ABER: Es gibt auch ein Problem auf der Seite der Einnahmen. Und das lautet: Gerade wer reich ist, kann sich davonstehlen. Das Geld kann fliehen, die Arbeit nicht. Und die abhängig Beschäftigten können noch nicht einmal bescheißen. Sie sind es, die arbeiten, die die solidarischen Sozialkassen füllen, die die deutsche Einheit bezahlen usw. Die Konjunktur hierzulande zieht nicht an, weil die Binnennachfrage fehlt. Warum bloß?

Es gibt andere Moeglichkeiten. Ich komme urspruenglich aus dem Saarland, direkt an der Grenze zu Frankreich. Wenn ich heute Bekannte und Verwandte besuche, dann stelle ich fest, dass sie ihre Einkaeufe (vor allem Treibstoff) in Frankreich erledigen. Warum? Riesige Ersparnisse! Klar, diese Moeglichkeiten hat nicht jeder. Aber es gibt immer Wege, das eigene Geld zumindest teilweise vor dem Staatsmoloch in Sicherheit zu bringen. Wenn die Steuerausfaelle weiter steigen, dann wird den Politikern vielleicht auch langsam mal klar, dass Geld nur einmal ausgegeben werden kann. Manche lernen eben nur durch Schmerzen.

Gruss
Andreas


gesamter Thread:

 

powered by my little forum