Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: @ Pokemon

Andreas (der andere), Sunday, 30.05.2004, 23:05 (vor 7922 Tagen) @ Pokemon

Als Antwort auf: Re: @ Andreas (dem anderen)- Esther Vilar und "passive " Vergewaltigung" von Pokemon am 30. Mai 2004 19:06:32:

Hi Pokemon,

wie gesagt - ich kann und möchte nicht für Eugen sprechen, aber ich hatte den Eindruck, daß zumindest bzgl. des Begriffs "passive Vergewaltigung", den es eben schon gibt, Unklarheit herrschte. - Ich möchte auch nochmal darauf hinweisen, daß die hier die zusammengefaßte Aussage die von Esther Vilar ist, nicht ursprünglich meine.

Daß es sehr verschiedene Möglichkeiten gibt, sexuelle Gewalt auszuüben, und daß sich diese auch voneinander unterscheiden, wird wohl niemand bestreiten. Wogegen sich Esther und wahrscheinlich auch Eugen wendet, ist die Beimessung von Wertigkeiten, salopp ausgedrückt eine "Hitliste" der schlimmstmöglichen Traumatisierungen, auf der Vergewaltigung von Frauen unerreichbar auf Platz 1 steht - zumindest laut der Ansicht derjenigen, die definieren dürfen. Daß das eine einseitige Sichtweise ist, versucht Vilar mit ihrer Gegenüberstellung aufzuzeigen. Ihr Vergleich mit einer aktiven Vergewaltigung ist zunächst einmal methodisches Mittel und wertfrei; wenn man dann aber eine "Wertigkeit der Traumatisierung" aufstellen möchte, muß man schon sehr differenzieren, sonst macht man bspw. körperliche Schmerzen beim Akt zum alleinigen Kriterium, und ignoriert alles andere.

Wo wir gerade dabei sind: Wie reagieren denn Männer auf diesen Vergleich, wenn man sie auf die Möglichkeit anspricht, dass auch sie einmal Opfer einer aktiven Vergewaltigung sein könnten?

Es ist schwierig, für "Männer" insgesamt zu sprechen; ich halte die Möglichkeit für wesentlich geringer, als beispielsweise in eine Schlägerei oder Messerstecherei zu geraten. Ansonsten werden sich die Ansichten von Männern und Frauen da nicht wesentlich unterscheiden, denke ich.

Eugen sprach von psychischen Folgen. Ich könnte mir darunter einen allgemeinen Vertrauensverlust, besonders in Frauen vorstellen, eine ohnmächtige Wut, das Gefühl, jemand anderem (der Frau? dem Staat?) ausgeliefert zu sein. Geht das so in die Richtung?

Das größte Problem ist vielleicht, daß der Vertrauensverlust nicht mehr negativer persönlicher Erfahrungen wie Scheidung, Sorgerechtsstreit etc. bedarf, sondern daß eine wache Beschäftigung mit den allgemeinen Zuständen dazu bereits ausreicht. Ich glaube (hoffe), die meisten hier haben diese Erfahrung nicht persönlich machen müssen, aber ein Auseinandersetzen mit den Berichten derjenigen, denen so etwas passiert ist (und in Anbetracht ihrer stetig wachsenden Anzahl), kann man schon zu dem Schluß kommen, daß es vernünftiger ist, etwas in Richtung einer längerfristigen Beziehung gar nicht erst zu versuchen.

Wie auch immer - Gruß zurück, Andreas


gesamter Thread:

 

powered by my little forum