Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @ Eugen Prinz - Vergewaltigung und Kuckuksväter

Pokemon, Sunday, 30.05.2004, 16:43 (vor 7922 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: @ Eugen Prinz - Vergewaltigung von Männern ... von Eugen Prinz am 30. Mai 2004 00:19:02:

Hallo Eugen!

Erst einmal freue ich mich dass Du mir überhaupt geantwortet hast. Immerhin bin ich ja eine Frau und Du meintest ja, Du würdest diese Dinge nicht so gerne mit Frauen diskutieren.

es ist dir vielleicht nicht bewusst, aber deine Gegenrede folgt einem bekannten und unerfreulichen Schema. Demnach ist die Vergewaltigung einer Frau etwas so einzigartiges, ungeheuerliches, dass sie mit nichts verglichen werden darf. Frauen beanspruchen ein Monopol auf diesen Begriff,

Ich glaube, Du hast mich ebenfalls missverstanden. Ich glaube nämlich nicht dass Frauen ein Vergewaltigungsmonopol haben und wenn Du meine Beiträge liest wirst Du feststellen dass ich die Opfer dieses Verbrechens geschlechtsneutral darstelle. Ich sage nicht "die vergewaltigte FRAU". Für mich macht es prinzipiell keinen Unterschied ob ein Mann oder eine Frau vergewaltigt wurden. Für beide hat dieses Erlebnis zunächst die gleichen Auswirkungen. Im Gegenteil, ich glaube dass ein vergewaltigter Mann es in unserer Gesellschaft manchmal noch schwerer hat als eine Frau. An einem vergewaltigten Mann haftet schnell das "Stigma" des Schwulseins. Vergwaltigte Männer werden verlacht und verhöhnt, besonders dann, wenn sie sich, wie die Frauen, dazu entschließen die Vergewaltigung anzuzeigen oder eine Therapie zu machen. Und Männer, die behaupten von Frauen vergewaltigt zu werden (was ganz sicher auch schon einmal vorgekommen ist)können sich meist eh gleich die Pappnase aufsetzen. Deshalb sehe ich in Deinen Thesen auch nicht direkt etwas frauendiskriminierendes.

sie wollen bestimmen, was eine Vergewaltigung ist und was nicht, welche psychischen Schäden ernst zu nehmen sind und welche nicht. Wer eine andere Auffassung vertritt, der mutiert innerhalb von Sekunden zu einem potentiellen Vergewaltiger, einem Monster, dem ein Menschenleben keinen Pfifferling wert ist usw. usw, wie sich die Dinge in den Forendiskussionen eben so zu entwickeln pflegen.

Sicher, die Situationen in denen Vergewaltigungen vorkommen sind sehr unterschiedlich und entsprechend verschieden sind auch die psychischen Schäden. Du scheinst eine andere Auffassung zu vertreten, was die psychischen Schäden angeht. Darf ich fragen welche das ist? Welche Schäden sind denn bei Kuckuksväter zu sehen?

Was macht der emanzipierte Mann? Lässt er sich die Sprache, die Begriffe, die Definitionen vorschreiben? Nein! Als erstes wirft er diesen komischen Kuckuck aus seinem Kopf raus, der ihm ab seinem ersten Atemzug vorschreiben will, welche Maßstäbe zu gelten haben.

Welche Maßstäbe gelten denn bei Dir? Ich persönlich denke dass viele (Frauen?) schon zu Übertreibungen neigen was ihre psychischen Folgen angeht. Bei Dir habe ich aber den Eindruck, Du würdest alle Opfer über einen Kamm scheren. So nach dem Motto, egal wie schlimm die Vergewaltigung war, egal ob das Opfer Todesangst hatte oder nicht, nichts ist so schlimm wie die Qual eines Vaters (wahlweise auch der Mutter?) der erfährt dass er nicht der Vater seines Kindes ist.

Wie schon in meinen letzten Beiträgen betont geht es mir nicht darum was als Vergewaltigung bezeichnet wird und was nicht. Die finanzielle Ausbeutung eines Mannes kann durchaus als Vergewaltigung bezeichnet werden. Welche Definition hast Du denn?

Für unsere Petition zum Thema Bildungs- und Arbeitssituation von Jungs und jungen Männern bin ich rumgelaufen und habe Unterschriften gesammelt. Natürlich bin ich dabei mit den Leuten ins Gespräch gekommen. Angefangen hat es immer damit, dass ich darlegen sollte, worum es geht, und nach zwei Minuten waren wir regelmäßig ... bei den Benachteiligungen von Frauen!
Die interessieren mich aber nicht! So einfach ist das. Darf ich das? Ist das erlaubt? Es kümmert mich nicht. Du wirst deine "Wahrheit" nicht aus mir heraus holen.

Die Benachteiligungen von Frauen brauchen Dich auch nicht zu interessieren. Weil es nämlich - zumindest in der westlichen Welt - im Prinzip keine mehr gibt. Dafür gibt es doppelt so viele Bereiche in denen die Männer diskriminiert werden.

Was meinst Du denn mit Wahrheit? Dass Frauen noch immer das geknechtete Geschlecht sind? Das ist nicht meine Wahrheit, sorry ;-)

Du meintest, Du würdest dieses Thema nicht so gerne mit Frauen diskutieren. Warum? Ich setze mal voraus, Du weißt dass auch Männer unter den Vergewaltigungsopfern sind. Da Du aber mit MÄnnern sehr wohl über dieses Thema sprechen würdest musst Du von diesen eine andere Reaktion auf ihre Vergewaltigung erwarten. Reagieren Männer anders auf so ein Erlebnis?

Weißt Du, ich könnte jetzt genau so reagieren und sagen: Mit Männern spreche ich nicht über Vergewaltigungen, die können das eh nicht nachempfinden. Bei einigen scheint es noch immer so zu sein (damit bist jetzt nicht unbedingt Du gemeint).Ich las mal einen Bericht über eine Polizeistaffel aus Südafrika, die auf das Thema Vergewaltigung (natürlich mit Frauen als Opfer) sensibilisiert werden sollte. Diesen Männern wurde gesagt, sie sollten sich vorstellen, wie sie empfinden würden, würde ein anderer Mann sie anal vergewaltigen. Danach mochten die Männer nicht mehr von Vergewohltätigen reden und sprüche wie "Wenn Du schon vergewaltigt wirst, lieg still und genieß es" kamen auch kaum noch.

Wer eine andere Auffassung vertritt, der mutiert innerhalb von Sekunden zu einem potentiellen Vergewaltiger, einem Monster, dem ein Menschenleben keinen Pfifferling wert ist usw.

Naja, Du hast schon den Eindruck gemacht, Du würdest den materiellen Verlust höher ansiedeln als den seelischen. Und Du weißt sicher genau so gut wie ich dass es Menschen gibt, die genau diese Einstellung haben und eine Abtreibung einer Unterhaltszahlung vorziehen würden. So weit hergeholt ist das also nicht.

Ich weiß, ich bin auch schon kräftig dabei, aber eigentlich ist es doch unsinnig solche Begebenheiten miteinander zu vergleichen. Im Übrigen könnte das Problem der Kuckuksväter relativ leicht aus der Welt geschafft werden: Mit routinemäßig durchgeführten Vaterschaftstests gleich nach der Geburt. Man könnte die regulär bei den Säuglingen durchgeführte Blutuntersuchung einfach durch einen obligatorischen Vaterschaftstest erweitern. Das Ergebnis, wenn es denn erfreulich ist, könnte dem Vater ganz feierlich als Urkunde übergeben werden, zusammen mit dem Glückwunschkärtchen, dass viele Kliniken den Müttern nach der Geburt zukommen lassen und in dem z. B. die Ausschläge des Wehenschreibers oder die Aufzeichnungen der Herztöne zu sehen sind.

Ganz liebe Grüße,
Pokemon


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