Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @Emmalein

Emmalein, Thursday, 12.02.2004, 00:34 (vor 8030 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: Re: @Emmalein von Ekki am 11. Februar 2004 19:00:35:

Nun, Ekki,

Thommys Forum ist etwas... Gewöhnungsbedürftig. Ich denke nicht, dass ich dort posten werde, wo ich schon bei ein wenig gemässigteren Menschen hier auf starken Widerspruch gestossen bin. Wer weiss, was mir dort blühen würde..

Aber nun in medias res: Die verlässliche Grundschule bedeutet Grundschulzeiten, auf die man sich verlassen kann. Die Kinder gehen um 8:00 Uhr in die Schule und kommen um 13:00 Uhr wieder raus. Jeden Tag. Und sie werden von Fachkräften in dieser Zeit betreut, falls in der Zeit kein Unterricht stattfindet. Wenn die Unterrichtsstunden ausfallen, ist dennoch die Betreuung gesichert. Eine grosse Erleichterung, wenn man dann für die übrigen Stunden, bis man von der Arbeit nach Hause kommt, eine Kinderfrau anstellen kann, die das Kind immer um 13:00 Uhr abholt. Jetzt kann es nämlich einem passieren ,dass das Kind plötzlich zwei Stunden früher heimkommt, oder erst eine Stunde später zum Unterricht muss, wenn irgendeiner der Lehrer krank ist und keine Vertretung gefunden wird. So kann man natürlich schlecht eine nachschulische Betreuung einplanen!

Interessant, Du lebst in Polen? Nun ja, aber nach der Abschaffung des Kommunismus und bei dem starken Katholizismus, der dort vorherrscht, denke ich nicht, dass es dort bessere Möglichkeiten gibt, Beruf und Familie zu vereinbaren. In den meisten skandinavischen Ländern sieht die Sache da schon ganz anders aus.. Ich könnte mich dafür begeistern lassen, dort zumindest zu bleiben, solange die Kinder recht klein sind, als Lehrerin an einer Deutschen Schule etwa.

Frankreich muss ja in diesem Bereich im Vergleich zu Deutschland das gelobte Land sein. Aber mein Freund mag die Sprache nicht. Finnisch, sagt er aber, klingt interessant. Und das wäre ja schon mal ein Ansatzpunkt.

Die Links zu Deinen Postings über Polen hätte ich wirklich sehr gern. Ich bin immer an anderen Kulturen interessiert und gegenüber anderen Kulturen sehr aufgeschlossen.

Meiner Aufgeschlossenheit habe ich es auch zu "verdanken", dass ich mich vor Jahr und Tag auch einmal auf eine offene Beziehung eingelassen habe. Unter offener Beziehung versteht man eine Beziehung, in der man zwar zusammen ist, aber der Verpflichtung zu gegenseitiger Treue entbunden.

Ich muss sagen, ich war damit nicht glücklich. Ich hab mir ständig vorgestellt, wie mein damaliger Partner dasselbe mit einer anderen Frau machte wie mit mir, ich sah mich halbwegs in eine Art Konkurrenzkampf mit den anderen Frauen, und ich dachte oft, dass er mich nicht wirklich liebte, sondern mich nur für das Eine wollte, und dass ich ihm als Mensch ziemlich egal sei. Deswegen habe ich beschlossen, so etwas nicht mehr einzugehen. DISCLAIMER: Ich sage jetzt nicht ,dass jeder, der so etwas will, schlecht und böse ist. Aber ich finde,jeder sollte selbst entscheiden, was er will. Und wenn jemand Monogamie will, soll er sie leben. Wenn jemand Polygamie will auch. Und wenn wer auf offene Beziehungen steht - nur zu. Niemand, der das will, ist deswegen für mich ein schlechter Mensch. Aber wir mögen ja auch nicht alle Pepsi Cola. Einige wollen lieber Coca Cola!;-)

Mit dem Abdriften war weniger ein Beginn köperlicher Gewalt als vielmehr ein Verbleiben der Jungen unter ihrem Leistungspotential gemeint. Ich denke nicht, dass Mädchen von Natur aus schlauer sind als Jungen - und umgekehrt. Dennoch bekommen mehr Jungen als Mädchen Gutachten, die sie für die Hauptschule empfehlen, und dann landen da auch mehr Jungen. Das war das Problem,das ich ansprechen wollte.

Gewalt ist ein ganz anderes Problem. Zum Teil glaube ich ,dass gewisse KLischees in der Erziehung zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft beitragen. Vielleicht liegt es auch am Testosteron. Wir wissen alle, dass das aggressiver macht. Aber ich bin gespannt auf Deine Ideen und Thesen. Ich denke es könnte auch daran liegen, dass Jungen wegen ihres Testosterongehalts im Blut mehr Möglichkeiten zum Austoben brauchen. Und die werden ihnen in unserer Gesellschaft immer mehr genommen: Sportschulstunden werden reduziert, Vereine für Fussball und ähnlich bewegungsintensive Sportarten schliessen usw. Traurig! Aber leider deutscher Alltag. Mit meinen Ideen mit dem Austoben stütze ich mich überigens auf Konrad Lorenz, einen in der Szene recht bekannten Biologen.

Ich muss gestehen: Bei einem Mann, mit dem ich mich auf eine monogame Beziehung geeinigt hätte, empfände ich eine Affäre als Vertrauensbruch. Und ich könnte kein Vertrauen mehr zu diesem Mann entwickeln. Die Folge wäre also ganz klar eine Trennung. Aber das sage ich auch jedem vorher, der sich mit mir einlassen möchte. So weiss derjenige dann, WORAUF er sich einlässt.

Es grüsst freundlich und müde (war gestern mit einem Freund in der Spätvorstellung: Herr der Ringe)

das Emmalein


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