Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @Emmalein

Emmalein, Wednesday, 11.02.2004, 11:56 (vor 8031 Tagen) @ Ekki

Als Antwort auf: @Emmalein von Ekki am 10. Februar 2004 17:50:35:

Hi, Ekki,

schön, dass ich jetzt Deine Antwort doch noch finde, sie ist irgendwie in diesm Gewühl hier untergegangen. Dann kann ich Dir ja auch endlich antworten.

Du schreibst, dass Frauen meistens sehr genau wüssten, worauf sie sich einliessen,wenn sie Kinder hätten, Männer dagegen nicht. Hm. In meinem Bekanntenkreis erlebe ich jetzt sehr häufig,dass das auch Frauen nicht so genau wissen, sondern einfach auf ihre tickende biologische Uhr hören. Meine Freundin beispielsweise kennt ihren neuen Partner erst ein Jahr, vor einem halben sind sie zusammengezogen. Sie ist in meinem Alter, also 32. Ein Alter, in dem die biologische Uhr teilweise schon anfängt, zu ticken.

Ihr jetziger Freund kommt gerade von der Bundeswehr, hatte sich verpflichtet, ist arbeitslos. Sie wird ja zunächst auch ihre Arbeitszeit reduzieren müssen, es wird weniger Geld da sein. Meine Freundin macht sich nicht die geringsten Gedanken darüber! Auch ihre Gedanken, wie sie Beruf und Familie vereinbaren will, sind sehr unausgereift und unausgegoren.. Da wird sie, prophezeihe ich mal, böse Überraschungen erleben.

Ein anderes Beispiel: Meine Schwester, die darauf vertraut hat, dass bis zum Schuleintritt ihrer Kinder verlässliche Grundschulen durchgesetzt sind. Wie naiv kann mensch eigentlich sein? Ich mag meine Schwester, aber zu glauben, dass sich in unserer Republik in der Richtung mal irgendwas bewegt, da muss man schon eine ziemliche Träumerin sein. (Ich denke deswegen ernsthaft darüber nach, in ein skandinavisches Land auszuwandern oder nach Frankreich zu gehen, wobei mein Freund eher von Skandinavien als von Frankreich zu überzeugen zu sein scheint). Jetzt muss sie damit leben, dass die verlässliche Grundschule eben nicht kommt und sie wird ihren Beruf aufgeben müssen. So hatte sie sich das nicht vorgestellt!

Du siehst also, auf Männer wie auf Frauen kommen da Sachen zu, die sich beide nicht wirklich klarmachen. Aber ich denke, dass Frauen stärker auf Familie und Kinder hinlenken, hat mit der Biologie zu tun. Männer können sich immer noch sagen, was solls, wenn ich irgendwann mal, mit 80 oder so, Lust habe, Vater zu werden, kann ich das immer noch. Frauen können das nicht. Das erzeugt mehr Druck.

Dass sich Frauen oft in den ersten Lebensjahren mit den Kindern intensiv beschäftigen, halte ich für natürlich. Wie würdest Du das denn ändern wollen? Wenn ein Kind gestillt wird, macht das nun mal die Frau. Gut, in Ordnung, der Mann kann sie unterstützen, aber die Arbeit muss gemacht werden.

Wie willst Du das denn mit dem Ausgehen regeln? Irgendwer muss, während die Eltern ausgehen, auf das Kind aufpassen. Es ist nicht unbedingt leicht, verlässliche Babysitter zu bekommen. Und Ganztagsbetreuungseinrichtungen arbeiten AM TAG, nicht abends, wenn man mal zusammen ausgehen will. Ausserdem kostet Ausgehen meist Geld. Und Geld ist mit Kind weniger vorhanden. Gut, da könnte helfen, wenn die Frauen durch verbesserte Kinderbetreuung von aussen wieder voll in den Beruf einsteigen könnten. Aber das Betreuungsproblem abends ist so nicht gelöst.

Wenn jemand gern monogam leben möchte, ist das doch nicht schlimm, oder? Und woher sollen Kinder dann männliche Bezugspersonen kriegen, wenn die Väter keine Väter mehr sind oder sich nur noch als Zahlväter verstehen können, weil die Frauen ja nicht monogam leben wollen und der Kindsvater per Vaterschaftstest allein feststellbar ist? In der Frühphase haben sie dann gar keine männlichen Bezugspersonen (Es gibt kaum Grundschullehrer und männliche Erzieher) und in der Spätphase bleiben ihnen dann nur oberflächliche Bezugspersonen (TAgesbetreuer).

Und Du sagst, mehr Grundschullehrer bringen nichts, um Jungen vor einem stärkeren Abdriften in Richtung Hauptschule zu bewahren. Was kann man denn stattdessen tun? Oder soll man die Entwicklung einfach so hinnehmen, weil die Jungen ja offensichtlich zu wenig Interesse am Schulstoff zeigen?

Thommys Forum habe ich noch nicht gelesen, ich werde es mir mal demnächst ansehen.

Bis dahin grüsst höchst freundlich
das Emmalein


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