Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser
Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Emmalein am 07. Januar 2004 13:19:28:
Hallo Emmalein!
"Hausfrauen haben solche Organisationen nicht. Der Bund der Hausfrauen hat keinen Einfluss auf die Lebensgestaltung von Hausfrauen."
Hast du schon mal überlegt, wieso das so ist? Das liegt daran, daß Hausfrauen tatsächlich kaum Probleme haben, die solch eine Organisation lösen könnte. Sie befinden sich praktisch in der Situation eines Selbstständigen: Sie können weitgehend frei entscheiden, wann sie was tun. Zwar kann ihr Partner Forderungen stellen - sie sind jedoch gesetzlich nicht verpflichtet, diesen Forderungen nachzukommen. Tun sie es nicht, ist ihr Partner zwar sauer, aber ansonsten hat das für sie keine Konsequenzen. Unterhaltspflichtig ist er nach einer Scheidung ja so oder so. Kommt er auf die Idee, sie dann z.B. zu schlagen, können sie ihn verklagen und sich natürlich auch scheiden lassen. Dabei werden sie von der Justiz jegliche Unterstützung bekommen.
Weit verbreitet ist das Märchen, daß Hausfrauen unbezahlte Arbeit leisten würden. Gleichzeitig wird aber auch gern behauptet, daß sie von ihren Partnern finanziell abhängig wären. Beides widerspricht sich schon einmal.
Eine reine Hausfrau, die also keinerlei eigenes Einkommen hat, lebt natürlich vom Einkommen ihres Partners. Das ist ihre Bezahlung. Und darauf hat sie sogar gesetzlichen Anspruch. Ihr Partner ist also verpflichtet, sie zu ernähen. Sie dagegen ist zu gar nichts verpflichtet. Sie kann zwar die täglichen 2 Stunden Hausarbeit erledigen und mit den Kindern spielen, aber sie muß das laut Gesetz nicht tun. Tatsächlich wird ja auch auf voll berufstätige Männer immer wieder Druck ausgeübt, damit sie die Hälfte der Hausarbeit übernehmen sollen. Auch wenn die Partnerin als Hausfrau den ganzen Tag zu Hause sitzt. Rechnet man sämtliche Arbeitszeiten zusammen, also sowohl die beruflichen als auch die privaten, liegen Männer im Durchschnitt deutlich vor den Frauen. Weil sie nämlich häufiger auf Vollzeit arbeiten und nach Feierabend sehr wohl noch Arbeiten zu Hause erledigen.
So ist die Situation der Hausfrauen sogar noch besser als die eines Selbstständigen. Der ist nämlich gesetzlich verpflichtet, seinen Kunden für ihr Geld eine bestimmte Gegenleistung zu liefern. Eine Hausfrau ist gesetzlich aber eben zu gar nichts verpflichtet.
Das erklärt auch, wieso bei einer Umfrage des Allensbach-Institutes erstaunlich viele jungen Frauen angegeben haben, daß sie gern Hausfrauen wären. Zwar wird es für einen Mann aufgrund der sinkenden Realeinkommen immer schwieriger, eine Familie allein zu ernähren, und so ist dann weniger Geld da, wenn die Frau Hausfrau ist. Aber notfalls kann sie sich ja noch einen Teilzeitjob suchen. Der bringt etwas Abwechslung ins Leben und ist weit weniger stressig wie ein Vollzeitjob.
Wenn das Leben einer Hausfrau so furchtbar und stressig wäre, würden sich wohl kaum immer noch so viele Frauen darum reißen.
Nun nehmen wir mal an, eine gelangweilte Hausfrau geht fremd, während ihr Mann ständig Überstunden macht, um die Familie zu ernähren und vielleicht einen Kredit für ein Haus abzuzahlen. Und er kriegt das irgendwann mit.
Was kann er nun tun? Er kann natürlich die Scheidung einreichen. Da sie aber Hausfrau war, ist er dann für sie unterhaltspflichtig, und für eventuelle Kinder sowieso. Ein großer Teil seines Einkommens geht dann also weiterhin für Ex-Frau und Kinder drauf, was es ihm sehr schwierig macht, eine neue Familie zu gründen. Er könnte in einer neuen Familie dann auch nicht Hausmann werden und noch nicht einmal auf Teilzeit arbeiten. Das würde man ihm nämlich gerichtlich untersagen, damit er der Ex-Frau weiterhin als Zahlsklave dienen kann.
Außerdem wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Kinder zugesprochen bekommen. Sie wird wahrscheinlich inoffiziell mit ihrem Liebhaber zusammen ziehen (offiziell kann sie das nicht, weil sie dann für sich selbst keinen Unterhalt mehr beanspruchen könnte), und sie wird dann vielleicht der Meinung sein, daß die Kinder sich an ihren neuen Vater gewöhnen sollen und daß der Ex-Mann dabei nur stört. In dem Fall wird sie alle Register ziehen, um ihren Ex-Mann daran zu hindern, die Kinder zu sehen. Sie kann z.B. einfach behaupten, die Kinder wären krank, sie kann 500 km weit weg ziehen oder sie kann ihren Ex-Mann des sexuellen Mißbrauchs beschuldigen. Das alles ist zwar laut Gesetz illegal, und der Ex-Mann kann dagegen klagen. Die Prozesse ziehen sich dann aber über Jahre hin. Die Ex-Frau hat dann also genügend Zeit, die Kinder zu beeinflussen und sie gegen ihren Vater einzunehmen, so daß sie dann am Ende, wenn ihr Vater endlich das Umgangsrecht eingeklagt hat, gar kein Interesse mehr daran haben, ihn zu sehen.
Diese Zukunftsvision wird dann also im Kopf dieses betrogenen Ehemannes ablaufen. Dann kann er abwägen, was das kleinere Übel ist: Eine Scheidung, die schlimmstenfalls genau diese Folgen haben kann, oder die Tatsache, daß seine Frau ihn mit einem anderen Mann betrügt.
Vermutlich wird er dann zu der Überzeugung kommen, das Letzteres das kleinere Übel ist. Und wenn er klug ist, hält er die Klappe und läßt seine Frau niemals wissen, daß er weiß, daß sie ihn betrügt. Denn wenn sie das weiß, wird sie ihm nicht etwa dankbar dafür sein, daß er ihr soviel Freiheit läßt. Nein, sie wird ihn dann mit hoher Wahrscheinlichkeit als Schwächling und armes Würstchen betrachten, und sie wird das Gefühl haben, daß er sie wohl nicht richtig liebt, wenn er einen anderen Mann neben sich akzeptiert. Sie wird ihn dann also erst recht verlassen.
Wenn aber umgekehrt eine Hausfrau mitbekommt, daß ihr Mann sie betrügt, braucht sie vor einer Scheidung keine Angst haben. Sie weiß dann genau, daß sie wahrscheinlich die Kinder bekommen wird, was ihr dann so nebenbei durch Unterhalt auch noch ein gutes Einkommen sichert. Obendrein kann sie für sich selbst auch noch Unterhalt beanspruchen. Sie wird ihm also sofort mit Scheidung drohen oder die Scheidung sogar gleich einreichen.
Wer ist da also wirklich von wem abhängig, und wer hat da wirklich mehr Freiheiten und mehr Rechte? Es hat schon seinen Grund, daß die Mehrheit der Scheidungen von Frauen eingereicht wird.
Freundliche Grüße
von Garfield
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- Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
Mirko,
18.12.2003, 12:38
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
Emmalein,
19.12.2003, 00:39
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
XRay,
19.12.2003, 01:14
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be -
Odin,
19.12.2003, 13:27
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be - XRay, 19.12.2003, 15:10
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
Emmalein,
05.01.2004, 19:36
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
Andreas,
05.01.2004, 20:24
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be -
Odin,
05.01.2004, 22:45
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be -
Emmalein,
07.01.2004, 15:38
- Quellen bitte! -
Andreas,
07.01.2004, 16:40
- Desweiteren... -
Andreas,
07.01.2004, 16:55
- Re: Desweiteren... -
Emmalein,
07.01.2004, 17:06
- Re: Desweiteren... - Andreas, 07.01.2004, 17:14
- Re: Desweiteren... -
Emmalein,
07.01.2004, 17:06
- Desweiteren... -
Andreas,
07.01.2004, 16:55
- Zeitbudget - XRay, 07.01.2004, 16:52
- Quellen bitte! -
Andreas,
07.01.2004, 16:40
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be -
Emmalein,
07.01.2004, 15:38
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be -
Odin,
05.01.2004, 22:45
- Re: Das Jahr 2003 - Tendenzwende im Geschlechter-Diskurs? -
Peter,
05.01.2004, 20:26
- Entschuldigt bitte falschen Titel. (ohne Text) - Peter, 05.01.2004, 20:33
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
XRay,
07.01.2004, 11:28
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be -
Odin,
07.01.2004, 13:51
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be - Emmalein, 07.01.2004, 15:23
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
Emmalein,
07.01.2004, 15:19
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser - Garfield, 09.01.2004, 10:19
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be -
Odin,
07.01.2004, 13:51
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
Andreas,
05.01.2004, 20:24
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es be -
Odin,
19.12.2003, 13:27
- Re: die Lösung: 'Singlehaushalt' - Mic, 19.12.2003, 10:45
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
XRay,
19.12.2003, 01:14
- Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser -
Emmalein,
19.12.2003, 00:39