Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

Andreas, Monday, 05.01.2004, 20:24 (vor 8067 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Emmalein am 05. Januar 2004 17:36:54:

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Da frage ich doch einfach mal frech dagegen, warum sich Frauen
darum reissen Hausfrau zu sein?
Schon mal darüber nachgedacht?

Reissen sich denn die Frauen darum, Hausfrau zu sein? Nein! Viele werden dazu, wenn Kinder da sind, weil es keine Betreuungsalternative für die Kinder gibt. Die meisten anderen Frauen haben heute irgendeinen Beruf, die wenigsten sind gern Hausfrau. Zumindest ist das bei den Frauen so, die ich kenne.

Da hab ich aber ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Hausfrauen, die ich kenne, sind Hausfrauen aus Leidenschaft. Da ist sogar eine darunter, die Soziologie studiert hat und der man es durchaus zutrauen könnte, arbeiten zu gehen. Aber nein, Madame hat es zuhause natürlich bequemer. Da kann man morgens, wenn der Mann zur Arbeit fährt und die Kinder aus dem Haus sind, noch ein wenig schlafen. Wenn die Sonne scheint und es warm draußen ist, dann werden die Pflänzchen im Garten von einer Stelle zur anderen und wieder zurück verfrachtet. Natürlich darf der stundenlange Plausch mit der Nachbarin nicht fehlen. Wenn die Kinder mittags aus der Schule kommen, dann setzt frau ihnen die 5-Minuten-Fertiggerichte vor. Unter zu hoher Arbeitsbelastung leiden die sicher nicht.

Ein Partizipieren bedeutet, keine Unabhängigkeit zu haben. Das heisst, vom Gutdünken des Partners abhängig zu sein. Und wenn ich mir Deine Antwort hier durchlese, wäre ich nicht gern von Deinem Gutdünken abhängig. Ebenso wenig wie von dem der meisten Männer hier. Und wenn eine Frau die Kinder eines Mannes versorgt, ist das auch eine Gegenleistung. Sie wird nur von der Gesellschaft nicht als solche anerkannt.

Das halte ich für Unsinn. Wenn ich in den Zeitungen lese, wie abfällig und diffamierend mittlerweile über Väter geschrieben wird, dann habe ich eher den Eindruck, daß die Leistung der Väter in diesem Land nicht mehr anerkannt wird.

Die Fälle von Scheidung, die ich kenne, hatten nichts mit Geld zu tun. Beide standen sich nach der Scheidung finanziell schlechter. Doch das nur nebenbei.

Kann ich nicht bestätigen. In meinem Bekanntenkreis wurde ein Freund von seiner Ex-Frau dermaßen abgezockt, daß einem Hören und Sehen vergeht. Übrigens war das einer von den traurigen Exemplaren, denen das Familiengericht auf Betreiben der Kindesmutter den Umgang mit dem Kind untersagte. Weiterzahlen durfte er natürlich schon. Nach eineinhalb Jahren vor Gericht war dieser Mann fertig mit den Nerven und fing an zu trinken. Der moderne Vater: Keine Rechte, aber Geldautomat auf zwei Beinen. Immerhin hatte er Glück im Unglück. Mit einer plötzlichen Erbschaft von 350 000 DM konnte er sich dann in die Südsee absetzen. Jetzt kann die Alte jetzt selbst sehen, wie sie mit ihrem neuen Stecher ihren Strandurlaub auf DomRep finanziert. In einem anderen Fall muß ein Freund (Ingenieur) von mir dermaßen übertriebene Unterhaltsansprüche erfüllen, daß ihm nur noch die Kohle bleibt, um in einem kleinen Wohnklo zu hausen - die kleine 10 qm-Bude eines Philosophie-Studenten ist dagegen der reinste orientalische Palast. Madame hingegen wohnt selbstverständlich in einem Zwei-Familienhaus.

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Zweitens, Hausarbeit hat kein Prestige. Selbst ein Müllmann gilt mehr als eine Hausfrau, weil er Geld für seine Arbeit bekommt. Eine Hausfrau muss sich noch anhören, sie mache sich die ganze Zeit einen faulen Lenz.

In vielen Fällen ist das auch so. Übrigens: die Arbeit, die als Hausfrau anfällt, wird auch maßlos übertrieben. Soviel Arbeit fällt da effektiv nicht an. Selbst Kindererziehung ist nicht gerade Arbeit, mit der man am Abend tot umfällt - zumindest dann, wenn die Kinder ein gewisses Alter erreicht haben. Außerdem: wenn Du mal einen Tag lang als "Müllfrau" gearbeitet hast, dann wirst Du auch sehr schnell verstehen, aus welchen Gründen diese Arbeit bezahlt wird. Wenn die Müllmänner wählen könnten, dann würden sie sicher lieber als "Hausmann" arbeiten und Kinder erziehen.



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