Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

Emmalein, Monday, 05.01.2004, 19:36 (vor 8067 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von XRay am 18. Dezember 2003 23:14:03:

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Da frage ich doch einfach mal frech dagegen, warum sich Frauen
darum reissen Hausfrau zu sein?
Schon mal darüber nachgedacht?

Reissen sich denn die Frauen darum, Hausfrau zu sein? Nein! Viele werden dazu, wenn Kinder da sind, weil es keine Betreuungsalternative für die Kinder gibt. Die meisten anderen Frauen haben heute irgendeinen Beruf, die wenigsten sind gern Hausfrau. Zumindest ist das bei den Frauen so, die ich kenne.

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Ein paar Kleinigkeiten übersiehst Du hier: Erstens, Hausarbeit ist unbezahlte Arbeit. Du bist also von dem anderen Partner immer abhängig, wenn er Dir kein Geld gibt, hast Du keines. Das kann eine ziemlich bescheidene Situation sein..

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Und mich kotzt ehrlich gesagt die ewige Diskussion um die Hausarbeit an,
weil suggeriert wird, dass Männer zu Hause nur die Füsse hochlegen.
So ist es in der Regel nicht.
Wenn Frauen sich von einem Verdiener abhängig machen, dann partizipieren
sie aber auch dem Verdienst. In der Zugewinngemeinschaft wird z.B. davon
ausgegangen, dass die Leistungen beider Ehepartner gleichwertig ist.
Demzufolge steht bei einer Scheidung jedem Partner die Hälfte des
Zugewinns zu. Wo ist das Problem? Wenn eine Frau sich übervorteilt
sieht, dann ist es auch ein Leichtes die Unterhaltsschiene zu fahren.
Das heisst ohne eine Gegenleistung für den Partner an dessen Gehalt zu partizipieren. Ich kenne einen Fall, wo eine Hausfrau die Scheidung anstrebte, nachdem ihr vorgerechnet wurde, was sie danach abgreifen konnte.
Freilich hatte sie dabei übersehen, dass es nicht so recht gelingen will die Kuh zu schlachten und gleichzeitig zu melken..

Ein Partizipieren bedeutet, keine Unabhängigkeit zu haben. Das heisst, vom Gutdünken des Partners abhängig zu sein. Und wenn ich mir Deine Antwort hier durchlese, wäre ich nicht gern von Deinem Gutdünken abhängig. Ebenso wenig wie von dem der meisten Männer hier. Und wenn eine Frau die Kinder eines Mannes versorgt, ist das auch eine Gegenleistung. Sie wird nur von der Gesellschaft nicht als solche anerkannt. Die Fälle von Scheidung, die ich kenne, hatten nichts mit Geld zu tun. Beide standen sich nach der Scheidung finanziell schlechter. Doch das nur nebenbei.

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Zweitens, Hausarbeit hat kein Prestige. Selbst ein Müllmann gilt mehr als eine Hausfrau, weil er Geld für seine Arbeit bekommt. Eine Hausfrau muss sich noch anhören, sie mache sich die ganze Zeit einen faulen Lenz.

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Hier muss ich an eine Talkshow denken, die ich mal gesehen habe.
Ein Bauarbeiter hatte seine Ehefrau geohrfeigt, weil sie regelmäßig den lieben langen Tag zu Hause sass, es sich gut gehen lies und als der Mann abends nach Hause kam, war weder geputzt, gewaschen, gekocht oder sonst irgendwas erledigt.
Großer Aplaus des Publikums, als dem Mann aus dem Publikum vorgeschlagen wurde, doch selbst im Haushalt was zu tun.
Selbstverständlich auch, als gesagt wurde: " Nichts rechtfertigt, dass
ein Mann eine Frau schlägt"
Auch nicht der mindeste Ansatz an Kritik gegen die Frau, das arme Opfer.
Das Übel ist - selbst ohne Ohrfeige - was konnte der Mann tun?
Er konnte die Alte rausschmeissen, Unterhalt zahlen und seinen
Haushalt selber schmeissen.
Die Hausfrau ist zu NICHTS verpflichtet!
Aber den Mann, dem muss man beibringen, daß er sich am Haushalt zu
beteiligen hat?

NICHTS, ABER AUCH GAR NICHTS, RECHTFERTIGT GEWALT! Wenn beide Partner Probleme mit der Arbeitsaufteilung haben, muss das besprochen werden. GEWALT IST KEÎNE LÖSUNG!

Es grüsst gewaltfrei
das Emmalein


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