Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser

XRay, Friday, 19.12.2003, 01:14 (vor 8085 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Telepolis (Link): Geschlechterspezifische Arbeitslasten - Frauen haben es besser von Emmalein am 18. Dezember 2003 22:39:43:

Der Autor stellt politisch ganz unkorrekt fest:
1. Männer arbeiten mehr
2. Hausarbeit ist die angenehmere Arbeit.

Und wieso reissen sich dann die Männer nicht um den Job "Hausmann"?

------
Da frage ich doch einfach mal frech dagegen, warum sich Frauen
darum reissen Hausfrau zu sein?
Schon mal darüber nachgedacht?
------

Ein paar Kleinigkeiten übersiehst Du hier: Erstens, Hausarbeit ist unbezahlte Arbeit. Du bist also von dem anderen Partner immer abhängig, wenn er Dir kein Geld gibt, hast Du keines. Das kann eine ziemlich bescheidene Situation sein..

------
Und mich kotzt ehrlich gesagt die ewige Diskussion um die Hausarbeit an,
weil suggeriert wird, dass Männer zu Hause nur die Füsse hochlegen.
So ist es in der Regel nicht.
Wenn Frauen sich von einem Verdiener abhängig machen, dann partizipieren
sie aber auch dem Verdienst. In der Zugewinngemeinschaft wird z.B. davon
ausgegangen, dass die Leistungen beider Ehepartner gleichwertig ist.
Demzufolge steht bei einer Scheidung jedem Partner die Hälfte des
Zugewinns zu. Wo ist das Problem? Wenn eine Frau sich übervorteilt
sieht, dann ist es auch ein Leichtes die Unterhaltsschiene zu fahren.
Das heisst ohne eine Gegenleistung für den Partner an dessen Gehalt zu partizipieren. Ich kenne einen Fall, wo eine Hausfrau die Scheidung anstrebte, nachdem ihr vorgerechnet wurde, was sie danach abgreifen konnte.
Freilich hatte sie dabei übersehen, dass es nicht so recht gelingen will die Kuh zu schlachten und gleichzeitig zu melken..
------

Zweitens, Hausarbeit hat kein Prestige. Selbst ein Müllmann gilt mehr als eine Hausfrau, weil er Geld für seine Arbeit bekommt. Eine Hausfrau muss sich noch anhören, sie mache sich die ganze Zeit einen faulen Lenz.

------
Hier muss ich an eine Talkshow denken, die ich mal gesehen habe.
Ein Bauarbeiter hatte seine Ehefrau geohrfeigt, weil sie regelmäßig den lieben langen Tag zu Hause sass, es sich gut gehen lies und als der Mann abends nach Hause kam, war weder geputzt, gewaschen, gekocht oder sonst irgendwas erledigt.
Großer Aplaus des Publikums, als dem Mann aus dem Publikum vorgeschlagen wurde, doch selbst im Haushalt was zu tun.
Selbstverständlich auch, als gesagt wurde: " Nichts rechtfertigt, dass
ein Mann eine Frau schlägt"
Auch nicht der mindeste Ansatz an Kritik gegen die Frau, das arme Opfer.
Das Übel ist - selbst ohne Ohrfeige - was konnte der Mann tun?
Er konnte die Alte rausschmeissen, Unterhalt zahlen und seinen
Haushalt selber schmeissen.
Die Hausfrau ist zu NICHTS verpflichtet!
Aber den Mann, dem muss man beibringen, daß er sich am Haushalt zu
beteiligen hat?
--------

Drittens, Hausarbeit ist zum grössten Teil nicht sehr ertragreich. Wenn die Sachen gerade mal sauber sind, sind sie im nächsten Moment wieder schmutzig. Hausarbeit fällt nur auf, wenn sie nicht geleistet wird!

--------
Aber jeder kann selbst bestimmen, was er in seinem Haushalt tut.
Wer unbedingt Vorhänge an den Fenstern haben muss, der kommt dann
auch nicht umhin sie ab und an zu waschen......
Es geht dabei im Wesentlichen darum die EIGENEN Wünsche in Bezug auf Wohnlichkeit zu verwirklichen.
Der Aufwand ist also direkt proportional zu den EIGENEN Ansprüchen.
--------

Es grüsst
das Emmalein
(das die Männer versteht, die nicht gerne Hausmann sein wollen..)


gesamter Thread:

 

powered by my little forum