Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Scheidung

Garfield, Friday, 19.12.2003, 14:07 (vor 8084 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Scheidung von Odin am 19. Dezember 2003 11:38:04:

Hallo Odin!

"Es war ganz einfach so, daß die Menschen viel mehr wußten, daß die Ehe nicht das gepachtete Glück, sondern ein Stückweit Wirtschaftsgemeinschaft + Arbeit darstellt."

Ja, da hast du recht - das war sicherlich auch ein wesentlicher Grund dafür, daß Menschen früher mehr zusammen hielten als heute. Es gab damals ja auch noch nicht das heutige Sozialsystem, so daß man viel mehr aufeinander angewiesen war.

Heute dagegen wird überall die Spaßgesellschaft propagiert, es ist sehr modern, Verantwortung und Arbeit grundsätzlich auf andere abzuwälzen, und so ist es dann auch kein Wunder, daß auch in Partnerschaft oder Ehe immer weniger Menschen Verantwortung übernehmen.

Ich denke aber schon, daß früher auch der religiöse Faktor eine Rolle spielte. Vor allem in den höheren Kreisen konnte man sich manchmal durch eine Scheidung gesellschaftlich und damit oft auch wirtschaftlich runieren. Klar - die Mehrheit der Bevölkerung hatte dieses Problem nicht, aber auch da scheuten wohl viele Menschen davor zurück, den "heiligen Bund" der Ehe zu zerstören. Man ging dann zwar auch fremd, die Ehe wurde aber meist nicht in Frage gestellt.

"Es gibt kaum Frauen, die eine Ehe eingehen, mit dem Hintergedanken, nachher den Partner abzuzocken..."

Das sehe ich auch so. Ich hatte das auch nicht als Vorwurf an die Frauen gemeint. Nicht den Frauen haben wir die schwachsinnigen deutschen Scheidungsgesetze zu verdanken, sondern unseren Politiker(innen). Die haben den Frauen die Gesetzeskeulen in die Hände gedrückt, die sie nun bei Scheidungen fröhlich gegen ihre Ex-Männer einsetzen.

Im übrigen gibt es durchaus auch weibliche Scheidungsopfer. Die sind zwar seltener, aber ich persönlich kenne auch eins. Da lag das zwar nicht direkt an den deutschen Scheidungsgesetzen, aber prinzipiell war es ähnlich. Der Ex-Mann dieser Frau hatte während der Ehe ein Unternehmen, und als er einen Kredit aufnahm, hat sie den Fehler gemacht, dafür zu bürgen. Er ging dann fremd, es kam zur Scheidung, er zog schnell mit seiner Freundin zusammen und spielte den armen Arbeitslosen, obwohl er ganz offensichtlich viel Geld aus seiner ehemaligen Firma gezogen und illegal irgendwo ins Ausland auf ein geheimes Konto geschafft hat. Jedenfalls konnte er sich weiterhin ein dickes Auto und Restaurantbesuche mit seiner Freundin leisten. Seine Ex-Frau hat nun seine Schulden auf dem Hals, und er lacht sich eins.

Wie man an diesem Beispiel sieht, sind Männer da keineswegs besser. Wenn man Gesetze verabschiedet, die mißbraucht werden können, dann kann man sicher davon ausgehen, daß sie auch mißbraucht werden.

Freundliche Grüße
von Garfield



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