Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: OT: Die Bürde des weißen Mannes / noch ´n Punkt

Lars, Monday, 08.09.2003, 21:46 (vor 8185 Tagen) @ Anabasis

Als Antwort auf: Re: OT: Die Bürde des weißen Mannes / noch ´n Punkt von Anabasis am 08. September 2003 16:49:53:

Hallo Anabasis

Mir konntest Du in den 80er-Jahren fast jede Verschwörungstheorie unterjubeln, die heute im Bundestag vertreten ist!

Ok, das waren die 80er Jahre. Aber heute ist das Problem doch eher umgekehr: daß kein Mensch mehr fragt, was eigentlich aus der Dritten Welt geworden ist.

Klar - man kann vieles besser machen - Zollschranken auf Agrarprodukte senken, keine Lebensmittel subventioniert auf den Weltmarkt drücken... . Die beiden Punkte kämen uns und der dritten Welt zugute!

Diese beiden Punkte, und ein umsteuern der Hilfe in Richtung: Aufbau landesinterner Wirtschaftskreisläufe. Nur, da müßten eben die Interessen der Banken und der ausländischen Investoren mal ein paar Jahre hintenangestellt werden.

Die Mexikaner haben grosse Ölvorkommen. Damit sind sie in einer sehr privilegierten Situation, die Zinssteigerungen eigentlich mehr als ausgleicht.
Ich kenne mich zugegebenermassen mit Mexiko nicht aus, habe aber grosse Zweifel, dass Reagan die Mexikaner "abgeschossen" hat.

Gut daß Du das Öl erwähnst! Die Ölpreise sind ja ebenfalls Anfang der 80er in den keller gegangen, weil das Opec-Kartell zerbrach (sehr zu unserem Vorteil). Zinsen rauf, Ölpreis runter: Für Länder wie Mexiko und Venezuela, aber auch Nigeria war das der Genickbruch.

Gruß
Lars

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Off-Theme hoch zwei:

Und jetzt ist der Ostblock totgerüstet! Dank Reagan (fällt mir schwer, das zuzugeben - siehe unten)! Und die Polen sind den Amis so dankbar, dass sie jetzt im Irak mitspielen wollen!

Erstens: Reagans Politik des "Totrüstens" hat billigend das erhöhte Risiko eines Drittens Weltkriegs in Kauf genommen. Wir hatten ganz schön Glück, daß Mitte der 80er im Kreml nicht irgendwelche Hardliner die Macht übernommen und die Flucht nach Vorne gesucht haben.

Zweitens: Bei aller Freunde darüber, daß es in den osteuropäischen Ländern heute Freie Wahlen und Meinungsfreiheit gibt: Es regieren zwar nicht mehr kommunistische Diktaturen, dafür aber de facto die Mafia. Die marode Planwirtschaft ist zwar vorbei, aber Marktwirtschaft kann man das jetzt auch nicht nennen. Die neue Elite verscherbelt einfach nur die Rohstoffbasis ihrer Länder. Die Lebensbedingungen tendieren zumindest in der GUS in Richtung Dritter Welt (Gesundheitswesen, Straßenkriminalität).

Reagans Politik des "Totrüstens" als Befreiungs-Akt? Das ist dann doch etwas Dicke *g*


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