Re: Karriere- und andere Frauen
Als Antwort auf: Karriere- und andere Frauen von Anabasis am 12. August 2003 08:25:02:
Hallo Anabasis!
In Bezug auf das Prinzessinnen-Syndrom stimme ich dir voll zu, und auch das, was Arne in seinem Buch zur Gehirnforschung geschrieben hat, sehe ich genauso.
Du schreibst aber jetzt: "Und was genetisch und was sozial bedingt ist, wissen wir nicht!" Wie kannst du dann behaupten, daß alles nur sozial bedingt wäre und daß es keine wesentlichen genetischen und damit körperlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gäbe?
Wie schon geschrieben wurden solche Unterschiede durch Tests nachgewiesen. Gut - man kann nun natürlich recherchieren, ob jeder einzelne dieser Tests vielleicht nicht korrekt durchgeführt wurde. Ob man vielleicht keine Testpersonen ausgewählt hat, die dem Durchschnitt der Bevölkerung entsprechen, ob die Anzahl der Testpersonen zu gering war, um daraus wirkliche Erkenntnisse zu gewinnen oder so etwas.
Das ist für mich aber gar nicht der wesentliche Punkt. Fakt ist doch, daß es bei vielen zweigeschlechtlichen Tierarten eine Arbeitsteilung zur Aufzucht der Jungtiere gibt, die natürlich instinktiv und damit also genetisch festgelegt ist. Selbst wenn bei manchen Tierarten die Männchen nach der Paarung ihrer Wege gehen und sich nicht mehr um den Nachwuchs kümmern, ist das auch eine Art von Arbeitsteilung. Dabei fällt dann die Hauptarbeit den Weibchen zu - aber woher wissen diese, daß sie diese Arbeit erledigen müssen? Was bringt sie dazu, nicht auch einfach nach der Geburt ihrer Wege zu gehen? Es sind einfach Instinkte, die das bewirken.
Auch beim Menschen wirken uralte Instinkte, die teilweise heute eher sinnlos sind. Viele Menschen haben beispielsweise Angst vor Spinnen oder Schlangen. Man könnte das mit Sozialisation erklären, also damit, daß diese Menschen vielleicht in ihrer frühesten Kindheit ein Erlebnis mit einer Spinne oder Schlange hatten, an das sie sich nicht mehr erinnern können. Es ist aber hierzulande doch eher unwahrscheinlich, daß eine Schlange in ein Babybett kriecht. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, daß solche Ängste immer nur durch Sozialisation entstehen.
Dann bleibt eben nur noch die Möglichkeit, daß sie instinktiv festgelegt sind. Beweisen kann man das schlecht. Selbst wenn man nachweist, daß beim Anblick einer Spinne oder Schlange bestimmte Hirnregionen aktiviert werden, dann ist das auch kein Beweis dafür, daß diese Ängste durch Sozialisation oder durch Vererbung entstanden sind.
Wenn man davon ausgeht, daß diese Ängste instinktive Ursachen haben, muß es dafür einen Grund geben. Instinkte bilden sich niemals ohne Grund heraus. Unsere Vorfahren lebten auf Bäumen. Dort halten sich üblicherweise immer auch Spinnen und Schlangen auf, von denen mehrere Arten giftig sind. Das war schon ein Grund, sich davon fern zu halten. Also ist es doch durchaus logisch, daß sich im Laufe der Zeit Instinkte herausgebildet haben, die unseren Vorfahren sagten, daß bestimmte Tiere eben gefährlich sind und daß man sie deshalb meiden muß. Sie hatten ja noch nicht unser heutiges Bewußtsein. Tiere sind zwar auch lernfähig, aber ein Lerneffekt zum Thema "Gefährlichkeit von Spinnen und Schlangen" konnte leicht mit dem Tod bezahlt werden. So war es wesentlich sicherer und sinnvoller, entsprechende Instinkte herauszubilden.
Irgendwann wurden unsere Vorfahren gezwungen, ihre Bäume zu verlassen, und seitdem trafen sie immer seltener auf Spinnen oder Schlangen. So waren diese Schutz-Instinkte nicht mehr unbedingt sinnvoll. Tiere, bei denen sie schwächer ausgeprägt waren, hatten dadurch keine wesentlichen Nachteile mehr, und so kommt es, daß bei den heutigen Menschen diese Instinkte teilweise gar nicht mehr vorhanden sind. Bei manchen Menschen sind sie aber doch noch da.
Das alles kann man nicht wirklich beweisen. Es klingt aber logisch, und deshalb gehe ich eben davon aus, daß es so ist.
Und genauso ist es eben auch mit den Unterschieden zwischen Frauen und Männern. Entwicklungsgeschichtlich macht das alles Sinn und es deckt sich auch mit dem, was Archäologen über das Leben unserer Vorfahren herausgefunden haben. Ich denke, daß viele dieser Unterschiede sich schon seit Jahrtausenden abschwächen und daß dieser Vorgang weiter gehen wird. Es gibt immer weniger natürliche Auslese, und manche Vorteile, die ein Geschlecht dem anderen gegenüber hat, sind heute keine wirklichen Vorteile mehr.
Trotzdem verschwindet etwas, das sich über Jahrmillionen herausgebildet hat, nicht einfach so innerhalb einiger Jahrzehnte, Jahrhunderte oder selbst Jahrtausende völlig.
Freundliche Grüße
von Garfield
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