Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Karrierefrauen - mit reduzierten Ansprüchen?

Garfield, Monday, 11.08.2003, 13:07 (vor 8213 Tagen) @ Anabasis

Als Antwort auf: Karrierefrauen - mit reduzierten Ansprüchen? von Anabasis am 10. August 2003 18:45:59:

Hallo Anabasis!

"Zu den gehirnphysiologischen Feststellungen von G. Hiller und M. Koch – jedes Jahr wird eine neue physiologische oder genetische oder hormonelle Sau durchs Dorf getrieben."

Also, für mich klingt das durchaus logisch. Es ist offensichtlich und auch durch Tests vielfach nachgewiesen, daß sich der Durchschnittsmann von der Durchschnittsfrau körperlich unterscheidet. Wieso also sollte es keine psychischen Unterschiede geben?

Zumal es bei zweigeschlechtlichen Tieren zwischen Männchen und Weibchen sehr wohl Unterschiede bei den Instinkten gibt. Bei vielen Tierarten wird zur Aufzucht der Jungtiere eine Arbeitsteilung praktiziert, die ohne geschlechtsspezifische Instinkte mangels wirklichem Bewußtsein so nicht stattfinden könnte.

Wenn man so argumentiert, dann wird einem oft vorgeworfen, daß man damit ja auch denjenigen Radikalfeministinnen quasi recht gibt, die immer wieder die natürliche Überlegenheit der Frau über den Mann betonen.

Das sehe ich allerdings auch nicht so. Prinzipiell hat ja jeder Mensch "männliche" und "weibliche" Eigenschaften in sich. Man wird kaum einen Menschen finden, der wirklich alle Klischee-Eigenschaften eines Mannes oder einer Frau in sich vereint. Es ist auch nachgewiesen worden, daß Männer ebenfalls eine sehr starken emotionale Bindung zu ihren Kindern entwickeln können - wenn sie denn Gelegenheit bekommen, sich mit ihnen zu beschäftigen.

Trotzdem ist aber eine gewisse Polarisation von Eigenschaften zwischen den Geschlechtern unverkennbar. Die Frage ist nun, ob das nur aus Erziehung oder nur aus genetischen Voraussetzungen resultiert. Ich würde beides verneinen, denn ich denke, daß da beide Faktoren wirken. Ich denke schon, daß die meisten Männer und Frauen schon von Geburt an genetisch auf Mann oder Frau geeicht sind und daß dies dann durch Sozialisation noch verstärkt wird.

Ich denke beispielsweise auch, daß die meisten Frauen tatsächlich emotionaler veranlagt sind als die meisten Männer. Und daß das eben zum Teil von Geburt an so ist, zum anderen Teil aber auch einfach deshalb, weil Mädchen dazu ermuntert werden, Emotionen zu zeigen, während Jungen genau das Gegenteil anerzogen wird.

Radikalfeministinnen werten es in der Regel als positiv, daß Frauen so emotionaler reagieren können als Männer. Übersehen wird dabei gern, daß das auch negative Seiten hat. Das dürfte nämlich auch der Grund dafür sein, daß viele Mobbing-Fälle von Frauen ausgehen. Gerade weil sie emotionaler reagieren, schaffen es viele Frauen offensichtlich nicht, Emotionen und Beruf zu trennen. Männer gehen häufig rationaler an die Sache heran und sind deshalb auch eher bereit, persönliche Antipathien zugunsten der Arbeit zurückzustellen.

Ich habe schon oft davon gehört, daß Frauen z.B. auf eine Nachbarin oder auf eine Kollegin aus nichtigen Gründen einen regelrechten Haß entwickeln. Meine Partnerin steht auch auf Kriegsfuß mit einer Nachbarin. Unter Männern habe ich sowas in der Form nur sehr selten erlebt. Da gibt es auch mal Streit oder auch mal eine Prügelei, aber regelrechter Haß kommt da selten auf, jedenfalls nicht ohne triftigen Grund. Das liegt offensichtlich auch daran, daß Männer dazu neigen, alles eben mehr rational zu betrachten und die Emotionen zu unterdrücken.

Das ist also durchaus nicht unbedingt ein Nachteil, genauso wie emotionaleres Verhalten von Frauen nicht unbedingt ein Vorteil ist. Beides kann in bestimmten Situationen vorteilhaft sein, in anderen Situationen aber auch eher nachteilig.

Und so ist das mit anderen Unterschieden zwischen Mann und Frau eben auch. Es ist unseriös, zu behaupten, daß irgendeine Eigenschaft eines Geschlechts dieses Geschlecht insgesamt überlegen macht.

Es ist unverkennbar, daß sich diese Unterschiede zwecks Spezialisierung auf geschlechtsspezifische Aufgaben herausgebildet haben. Van Creveld bringt in seinem Buch "Das bevorzugte Geschlecht" dafür einen schönen Vergleich. Er schreibt dort, daß doch auch niemand auf die Idee kommen würde, ein Militärflugzeug zu bauen, das gleichzeitig Transporter und Abfangjäger ist. Als Transporter muß das Flugzeug eine hohe Frachtkapazität und dafür große Abmessungen und ein hohes Gewicht haben. Als Abfangjäger jedoch muß es schnell und wendig sein. Da sich das widerspricht, würde ein solches Flugzeug keine der gestellten Aufgaben optimal erfüllen können. Deshalb baut man kein solches Flugzeug, sondern man baut Flugzeuge, die für Transportaufgaben optimiert sind und andere Flugzeuge, die sich für die Abwehr von Angriffen bestens eignen. Setzt man diese Flugzeuge gemeinsam ein, dann haben sie recht gute Chancen, eine Mission erfolgreich durchzuführen. Weil sie sich gegenseitig ergänzen.

Das Beispiel hinkt insofern etwas, als die Spezialisierung bei Männern und Frauen nie ganz so unterschiedlich war. Es hat immer wieder auch Situationen gegeben, in denen Männer und Frauen einander ersetzen oder zumindest unterstützen mußten. Aber so sehr hinkt dieses Beispiel eigentlich doch wieder nicht, denn in Kriegen wurden zeitweilig z.B. auch Transporter als Bomber eingesetzt, oder man verwendete Jagdflugzeuge für Transportzwecke, wenn eine Mission für langsame Transportflugzeuge zu gefährlich war und wenn nicht sehr viel transportiert werden mußte.

In der Natur setzt sich nun einmal nur das durch, was sinvoll ist. Bei vielen zweigeschlechtlichen Tierarten haben sich deshalb Instinkte herausgebildet, die eine Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern ermöglichen. Bei Säugetieren ist das auch so. Wieso sollte der Mensch da eine Ausnahme bilden?

Freundliche Grüße
von Garfield


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