Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Karrierefrauen zurück an den Herd!?

Jeremin, Sunday, 10.08.2003, 18:59 (vor 8214 Tagen)

Zitat aus dem Buch: „Glück im Job – Pech in der Liebe“ von Katja Dubek

Es geht um „Karrierefrauen zurück an den Herd.“

Mal eine kleine Fingerübung im Rahmen meines Schreibmaschinelernens.

Zitat:

„Männer haben Angst vor starken Frauen, Männer können mit erfolgreichen Frauen nicht umgehen, Männer wollen dominieren-so oder ähnlich lauten die landläufigen Erklärungen für die Tatsache, dass es für Frauen oft so schwer ist, Liebe und Karriere zu verbinden.

Aber nach meinem Dafürhalten haben diese Probleme viel mehr mit den Frauen als mit den Männern zu tun. Die wenigsten Frauen sind in diesem Zusammenhang so selbstkritisch wie eine meiner Interviewpartnerinnen, die sagte:

„Ich habe gelernt, durch Tüchtigkeit und Engagement zu überzeugen, ich habe gelernt, selbstbewusst und fordernd aufzutreten und mir nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Leider ist bei diesem Lernprozess ein Teil meiner Weiblichkeit auf der Strecke geblieben, und ich stelle fest, das schreckt viele Männer ab. Wer will schon mit seinem Konkurrenten ins Bett?“

Karrierefrauen fordern heute alles vom Leben, und damit fordern sie viel von und für sich und viel von den Männern. Sie fordern Macht, Geld, Ansehen und Erfolg und nicht zuletzt eine harmonische Partnerschaft. Doch den hohen Preis, den diese Traumkombination kostet, wollen sie nicht zahlen. Statt dessen klagen sie männliche Unterstützung ein und wundern sich, dass diese ihnen nicht im gewünschten Maß gewährt wird. Denn die meisten Männer - bis auf einige ganz rare Exemplare - sind entweder nicht willens oder nicht in der Lage, diese Forderung zu erfüllen. Bleibt als Konsequenz: Frauen, die Karriere machen und eine Beziehung oder gar eine Familie haben möchten, sollten sich von Anfang an darüber klar sein, dass viele beruflich notwendige Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Disziplin, Zielstrebigkeit und Entscheidungsfreude in den privaten Beziehungen, wo es mehr auf emotionale Offenheit, Kompromissbereitschaft und Fürsorglichkeit ankommt, einen minderen Stellenwert haben, wenn nicht sogar kontraproduktiv sind.

Wobei man nicht vergessen darf, dass die sogenannte Karriere für die allermeisten Frauen und Männer ein langweiliger Nine – to – Five –Broterwerb ist.

Wenn nun noch Kinder erwünscht werden, wird die Sache noch komplizierter.

Die Probleme, die sich daraus ergeben, bleiben heute wie seit jeher an den Frauen kleben, heißt es allerorten. Überwiegend wären sie es, denen die Organisation des häuslichen Bereiches obliegt. Daher schieben viele arbeitende Frauen diese Entscheidung so lange als möglich hinaus.

Es kann heute als wissenschaftlich erwiesen gelten, dass Kinder von arbeitenden Müttern keineswegs benachteiligt sind. Ganz im Gegenteil, schon im Kindergarten fallen sie durch größere Selbständigkeit, in der Schule oft durch bessere Leistungen auf. Dennoch haben fast alle berufstätigen Mütter mit kleinen Kindern das Gefühl, nie ganz am richtigen Ort zu sein.“

„Wenn ich im Büro bin, denke ich , ich sollte bei den Kindern sein, und wenn ich bei den Kindern bin, denke ich an all die Arbeit, die ich noch zu erledigen habe.“

Nachdem in Wissenschaft und Forschung je nach Zeit, Trend und Ergebnissen mal mehr die Umwelt und ein andermal mehr die Gene für menschliche Verhaltensweisen verantwortlich gemacht werden, gelang es jüngst Gertrud Höhler und Michael Koch nachzuweisen, dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau keineswegs nur etwas mit Sozialisation und Erziehung zu tun haben, sondern biologisch im Gehirn festgelegt sind. ( G. Hiller, M. Koch, „Der veruntreute Sündenfall“, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, 1989)

Die Auffassung der Autoren ist eindeutig:

„ Selbstverständlich ist jeder gesunde Mann theoretisch ebenso gut wie die Frau in der Lage, sich um soziale Belange von Kinderaufzucht über Pflege der alten Eltern bis hin zum regelmäßigen Blumengießen zu kümmern. Aber eben nur theoretisch, denn die emotionalen Dispositionen für diesen Aufgabenbereich sind bei ihm in der Regel äußerst gering entwickelt. Er hält das alles für nicht so übermäßig wichtig, und deswegen vernachlässigt er es. Eine Frau, die zwar im Beruf steht, aber immer noch den starken emotionalen Impuls hat, die Nachkommenschaft zu sichern, kann das nicht. Der Preis dafür ist hoch: keine Freizeit, keine Zeit für Freunde, keine Zeit für sich selbst und daraus resultierend unter Umständen eine tief greifende psychische und physische Erschöpfung.

Nicht nur die physische und physiologische, sondern auch die psychische Identität von Mann und Frau sind an ihre Geschlechtscharakteristika gebunden. Das Paar, die Familie zerfällt notgedrungen, wenn beide, statt, wie von der Natur vorgesehen, einander ergänzend zu handeln, plötzlich dasselbe tun, beide ausschwärmen, zum Beispiel“

Zitat Ende

Des weiteren wird in dem Buch ein sehr interessantes Beispiel eines Mannes genannt, der seine Frau durch einen Unfall verlor und nun von einem Tag auf den anderen mit einer Firma und zwei kleinen Kindern dastand. Und was tat der gute Mann? Statt sich nach weiblicher Art hinzustellen und Unterstützung einzufordern, gründete er einen Betriebskindergarten. Zugegeben, es war seine eigene Firma, aber bei all der vollmauligen Frauenförderung im Lande könnte ähnliches durchaus auch von Frauen ausgehen. Und, geht es das? Nein, jammern ist halt leichter, gelle?


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