Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien
Als Antwort auf: Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien von Jolanda am 02. April 2003 10:46:56:
Hallo Jolanda
---[...]In den Geschlechterdebatten neigen alle dazu genau gleich krass zu argumentieren und jeder begründet sein Schimpfen damit, dass der andere es schliesslich auch tut.
Du weisst, dass es nicht so ist, weshalb behauptest Du es also? Einige schlagen sich gegenseitig die Koepfe ein, andere nicht. Den meisten Menschen sind die Diskussionen in Gleichberechtigungsforen (aus welcher Sicht auch immer) schlichtweg egal, deshalb diskutieren sie in den Foren gar nicht erst mit (zumindest noch nicht).
Es wird oftmal generell von Frauen oder Männern gesprochen, von Mädchen oder Jungs. Man ist für die einen oder für die anderen, setzt sich für die einen ein oder für die anderen.
Die Einteilung in Schwarz/Weiss ist bequem. Natuerlich sind sich die meisten Menschen bewusst, dass alle moeglichen Grautoene existieren. Trotzdem neigen die weitaus meisten Individuen dazu, eigene Taten und Argumente als tendenziell gut und die der als Gegner erklaerten tendenziell als schlecht zu qualifizieren. Im obersten Abschnitt hast Du ja dasselbe getan mit der Behauptung: 'In den Geschlechterdebatten neigen alle dazu genau gleich krass zu argumentieren und jeder begründet sein Schimpfen damit, dass der andere es schliesslich auch tut.' Dich selber aber siehst Du in der Geschlechterdebatte wahrscheinlich anders, sozusagen als Ausnahme unter den hier Postenden.
Es geht so weit, dass sich die Männer gegenseitig fragen, brauchen wir überhaupt Frauen, ausser zum f*****?
Wenn ich so etwas lese, dann sträuben sich mir die Nackenhaare, was für eine ignorante Frage. Und dann heisste es, nun ja nicht nur zum f*****, man kann auch sonst Spass haben mit einer Frau, aber Freundschaft pflege ich lieber mit Männern, als Single kann ich die Vorteile nutzen, die eine Frau mit sich bringt, aber dennoch meine Freiheit geniessen.
Holgers Frage habe ich in Max-und-Monis-Forum beantwortet und die Anpreisungen der Vorteile des Singlelebens stammen ebenfalls von mir. Ich gebe es zu, da ist eine gehoerige Portion Hedonismus dabei. Wenn jemand bei einer bestimmten Frau nur an Sex interessiert ist, und auch nur das bekommt, was ist daran falcsh? Zuneigung ist haeufig unabhaengig von Sex und oftmals eben auch abhaengig von Sex (bzw. Sex ist abhaengig von Zuneigung).
Die Erfahrung, dass Freundschaften mit Maennern bestaendiger sind, ist meine eigene und auch klar als solche deklariert. Andere haben moeglicherweise andere Erfahrungen gemacht. Ich bin jedoch ueberzeugt, dass ich laengst nicht der einzige (heterosexuelle) Mann bin, der festgestellt hat, dass Beziehungen zu Frauen haeufig (meistens?) eine sexuelle Komponente enthalten und oftmals genau solange befriedigend verlaufen, solange die sexuelle Anziehung besteht. Gegenueber Maennern fehlt (zumindest in meinem Fall) die sexuelle Anziehung fast voellig. Vielleicht sind diese Beziehungen gerade deshalb bestaendiger, weil sie auf dauerhaftere Grundlagen als auf die eher kurzlebige sexuellen Anziehungskraft gebaut sind.
Ich äussere mich gar nicht mehr gross zu solchen Aussagen, denke aber, dass Menschen, die so denken, nicht dazu beitragen werden, dass wir wieder zueinander finden und uns den gebührenden Respekt entgegenbringen.
Das sind doch alles einseitige Lösungen, so nach dem Motto, jeder steht sich selbst am nächsten. Sorry (Maesi), aber hier habe ich echt Mühe, wenn man sich so äusserst.
Du brauchst Dich nicht dafuer zu entschuldigen, dass Du anderer Meinung bist als ich. Dass jeder sich selbst der Naechste ist, ist fuer mich eine Tatsache; man sollte die Menschen nicht besser machen, als sie sind. Die Gruende, weshalb Menschen solidarisch untereinander sind (z.B. in einer Beziehung, im Rahmen einer Versicherung, etc.), habe ich schon andernorts dargelegt. Es steckt letzten Endes immer ein gewisser Eigennutz (man koennte es auch Zwecksolidaritaet nennen) dahinter, auch hinter emotionalen Beziehungen. Ideal ist, wenn beide einen Nutzen daraus ziehen; schlecht ist, wenn der Nutzen nur noch einseitig ist, oder beidseitig der Aufwand den Nutzen uebertrifft. Auf eine groessere Gruppe (z.B. das Volk in einem Staat) bezogen ist das Ganze noch viel komplexer als in einer Zweierbeziehung. Wirklich selbstlos handelnde Menschen sind IMHO sehr selten, aber die meisten Menschen schieben selbstlose Gruende vor, um ihr jeweiliges Tun zu erklaeren und zu rechtfertigen.
Machen wir uns nichts vor. Jeder der beispielsweise gewollt Kinder in die Welt setzt, erhofft sich einen Nutzen daraus. Solange der von den Eltern gewonnene Nutzen den Kindern nicht schadet sondern diesen ebenfalls nuetzt, dann ist alles OK. Erst wenn es zu einem Ungleichgewicht zwischen Kinder- und Elterninteressen kommt, wird es kritisch. BTW: der Nutzen muss durchaus nicht in Lewonzen und Zumseln ausgedrueckt werden koennen, er kann sehr wohl in Form von nicht naeher quantifizierbarer Zuneigung bestehen. Gerade in Beziehungen ist letzteres normalerweise der Fall.
Man merke: echte Solidargemeinschaften sind immer Zweckgemeinschaften, die allen Beteiligten ungefaehr im gleichen Ausmass nuetzen. Wenn der Nutzen ueberwiegend auf einer Seite ist, dann liegt nichts anderes als Ausbeutung vor.
Kommt mir vor, wie die Frauen, die meinen, wozu brauchen wir denn noch Männer, da werden wir doch lieber lesbisch!
Wenn eine Frau zu dieser Erkenntnis kommt, soll sie es ausprobieren; ich habe kein Problem damit. Ich bezweifle jedoch, dass frau durch einen blossen Willensakt zur Lesbe wird.
Anstatt sich dafür stark zu machen, dass alle die gleichen Rechte haben, gleich gefördert werden aber auch gleiche Pflichten bekommen,...
Sorry zurueck. Aber das eine schliesst das andere ja nicht aus. Ich kann doch Monogamie oder auch tiefgehende emotionale Beziehungen fuer mich selber ablehnen und trotzdem gleiche Rechte und Pflichten fuer alle fordern. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
...klagt man immer nur an und schimpft über die einen und lässt durchblicken, dass man ja gut ohne das andere Geschlecht klar kommt.
Unabhaengigkeit ist vielen Menschen heutzutage sehr wichtig. Und das bezieht sich nicht nur auf Unabhaengigkeit von einem Beziehungs- und/oder Sexualpartner sondern auch auf Eltern, auf den Metzger, Baecker, und andere Versorger. Zwar bestehen immer noch Abhaengigkeiten, aber diese sind nicht mehr derart personenbezogen wie frueher.
Wie gut man ohne Vertreter des anderen Geschlechts insgesamt klarkommt, das muss halt jeder selbst herausfinden; es gibt nun mal Einzelgaenger, die keine enge Beziehung wollen.
Eine wirklich traurige Sache, eine echt traurige Sache!
Die weit verbreitete Beliebigkeit von Beziehungen ist Fakt. Jederzeit koennen Beziehungen zur Disposition gestellt werden, das nennt man Scheidung/Trennung. Ich kann Dir deshalb nur das Standardargument anbieten, das so viele Leute offenbar als fuer sich selber richtig anerkannt haben: 'Wenn zwei Menschen nicht mehr zusammenleben wollen, sollen sie nicht nur wegen allfaelliger Kinder zusammenbleiben.'
Gruss
Maesi
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Andreas,
31.03.2003, 00:33
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien -
Alex,
31.03.2003, 00:40
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien -
Andreas,
31.03.2003, 00:52
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien -
Alex,
31.03.2003, 01:00
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien -
Manfred,
31.03.2003, 01:21
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien -
Alex,
31.03.2003, 01:35
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Manfred,
31.03.2003, 01:55
- Re: Zustimmung! n/t - Jolanda, 31.03.2003, 03:08
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien -
Maesi,
02.04.2003, 00:29
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien - Jolanda, 02.04.2003, 00:55
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Alex,
02.04.2003, 04:19
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Jolanda,
02.04.2003, 13:46
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Alex,
02.04.2003, 14:35
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Jolanda,
02.04.2003, 17:10
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien - Alex, 02.04.2003, 18:55
- Zur Forenpolitik -
Jörg ,
02.04.2003, 17:31
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Jolanda,
02.04.2003, 18:15
- Re: Zur Forenpolitik - Alex, 02.04.2003, 19:13
- Re: Zur Forenpolitik -
Jolanda,
02.04.2003, 18:15
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien -
Jolanda,
02.04.2003, 17:10
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien - Maesi, 26.04.2003, 23:52
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Alex,
02.04.2003, 14:35
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien - Maesi, 26.04.2003, 23:43
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Jolanda,
02.04.2003, 13:46
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Manfred,
31.03.2003, 01:55
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31.03.2003, 01:35
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31.03.2003, 01:21
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien - green-eyes, 01.04.2003, 01:24
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Alex,
31.03.2003, 01:00
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green-eyes,
01.04.2003, 01:12
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01.04.2003, 16:17
- Re: Gerade in der Rundschau, weniger Jungen als Mädchen auf Gymnasien - green-eyes, 04.04.2003, 00:34
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01.04.2003, 16:17
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31.03.2003, 00:52
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31.03.2003, 00:40