Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Typische Männerverarsche

Alex, Thursday, 17.04.2003, 19:20 (vor 8329 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Typische Männerverarsche von Eugen Prinz am 17. April 2003 10:06:16:

Huhu Eugen Prinz

Heutzutage wird selbst Taschengeld für Kinder gesetzlich geregelt... warum also hier nicht. Das Gesetz ist geschlechtsneutral formuliert, und somit für mich ok.
Alle die schönen, neuen, menschheitsbeglückenden Gesetze (Gewaltschutzgesetz, Beschäftigtenschutzgesetz, Gesetz zur Legalisierung der Prostitution...) sind geschlechtsneutral formuliert. Das ist ein Witz.

Wieso Witz? Abstriche mache ich da allerdings bei der "Neutralität" des Gewaltschutzgesetzes. Erstens war es im Entwurf schon nicht geschlechtsneutral, was schon deutlich zeigt, was da passieren sollte, und zweitens sind die Strukturen für Männer die Gewaltopfer wurden doch sehr schlecht im Vergleich zu den Frauen (ganz davon abgesehen, dass es durch die Sozialisation für Männer schwieriger ist als Opfer zu gelten - das ist zwar real vorhanden, aber für Frauen gibt es ebenfalls ziemlich bescheuerte sozialisationsbedingte Situationen).


Als nächstes kommt vielleicht ein Verbot im Stehen zu pinkeln - geschlechtsneutral formuliert, natürlich.

*lol* nett! Willst Du damit ausdrücken, dass Männern ihre Männlichkeit weggenommen werden soll? Und findest Stehpinkeln männlich? Naja, da bist Du bei mir an der falschen Adresse. Wenn Du andere Postings von mir gelesen hast, weißt Du, dass ich Männlichkeit und Weiblichkeit für ein Märchen halte... aber das ist eine ganz andere Diskussion...

>Hier sind mehrere Fehler enthalten:

1. Der Sexualtrieb ist kein geschlechtsspezifisches Merkmal, sondern nur individuell verschieden. Anders lautende Behauptungen stammen aus der Psychologie der 1950er Jahre, teilweise sind sie sogar noch wesentlich älter, und alle sind mittlerweile überholt.
Auch persönliche Erfahrungen von mir bestätigen für mich diese Aussagen.

1. Diese Behauptungen solltest du - bitte schön - genauer belegen. Empirisch belegt ist vielmehr das Gegenteil, [/i]

Nein, ist es nicht. Ich werde versuchen Dir Quellen rauszusuchen, kann allerdings ein wenig dauern. Ist schon einige Zeit her, dass ich mich damit beschäftigt hab (ca. 5 Jahre).
So aus dem Gedächtnis noch ein paar Dinge, die ich noch weiß:

- Nimmt man Menschen von 15 - 60 Jahre in die Studie auf, ist der Trieb etwa ausgeglichen. Bei jungen Leuten (15-30) möchten Männer häufiger Sex als Frauen. Ab 30 kehrt sich dieses Verhältnis um (was nicht daraus entsteht, das nur Männer immer weniger, und Frauen konstant viel Sex möchten, sonder bei den Frauen STEIGT das Bedürfnis ab ca. 30 wirklich an).

- Einige Quellen kamen zu dem Schluß, dass Unterschiede in jüngeren Jahren sozialisationsbeding sind (deshalb würde mich ein Vergleich damals vs. heute interessieren, da sich die Sozialisation geändert hat - die Studien waren aus den 80er Jahren, wenn ich es noch richtig erinnere)

z.B. die Tatsache, dass Millionen von Männern die Dienste von Prostituierten in Anspruch nehmen, Peepshows, Pornoseiten oder Zupfstuben aufsuchen. Warum tun Männer das? Aus Altruismus? Und warum tun Frauen das nicht? Erzähl blos nicht, weil sie das nicht dürften.

Frauen tun es. Was glaubst Du warum es immer mehr Callboys gibt? Sex-Tourismus? Pornos für Frauen?
Und: Sie "durften" es wirklich nicht! Aus den selben Gründen, warum Männer kein Opfer sein "dürfen". Geschlechtsspezifische Sozialisation ist einfach MÜLL.

2. Eine Variation der Triebhaftigkeit innerhalb der Gruppen (Männer/Frauen) schließt selbstverständlich nicht signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen aus.

Das ist uneingeschränkt richtig, ja :-)

Vereinfacht: Du kannst natürlich eine 'triebhafte' Frau finden. Aber die Chancen sind weit größer, einen 'triebhaften' Mann zu finden

Nein, so stimmt das nicht. Zusätzlich wäre eine genaue Definition von "Triebhaftigkeit" erst mal zu erbringen. Wenn Du es definierst als "die Häufigkeit des Wunsches nach Sex", dann definiere Sex :-)

, mal abgesehen davon, dass noch ganz andere Variationsquellen reinspielen, z.B. das Alter.

Ja, s.o. Wobei ich vermute, dass die Sozialisation DER Faktor bei dieser Geschichte schlechthin ist.

3. Persönliche Erfahrungen sind persönlich interessant, sagen aber nur etwas über dich aus. Du selbst hast sie ja bedingt. Es ist praktisch unmöglich, aus persönlicher Erfahrung ein zutreffendes Bild gesellschaftlicher Bedingungen zu bekommen.

Das ist richtig, deswegen habe ich das auch eindeutig so gekennzeichnet. Eine persönliche Erfahrung kann einen aber auch dazu bewegen, sich mit empirischen Forschungen diesbezüglich zu beschäftigen. Ich dachte (weil ich davor auch Deiner Meinung war) ich hätte bzgl. Sexualität eher "ungewöhnliche" Frauen erwischt... das hat mich (keine Ahnung mehr, wie wir genau drauf kamen - war glaub ich mehr Jux) bewogen mich mal damit zu beschäftigen.

Auch in der Psychologie und deren Wahrnehmung durch das Pubklikum gibt es modische Strömungen. Davon sollten wir uns nicht beeinflussen lassen,
[quote]meint jedenfalls, ganz persönlich,
Eugen Prinz
[/quote]

Ich meine hier forschende Psychologie, also der Teil, der mit statistischen Studien arbeitet. Das hat mit Mode wenig zu tun. Studien enthalten Fehlerquellen. Wenn ich bei einer konkreten Studie der Meinung bin, dass die Studie schlüssig ist, und die entsprechende Arbeit sauber gemacht wurde, also die Schlußfolgerungen der Studie auch korrekt sind, dann merke ich mir diese und arbeite damit.
Wenn mir dagegen systematische Fehler auffallen, fliegt das in den geistigen Papierkorb.

Liebe Grüße

Alex


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