Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Überzeugt immer noch nicht...

Eugen Prinz, Saturday, 05.04.2003, 17:27 (vor 8341 Tagen) @ terVara

Als Antwort auf: Re: Überzeugt immer noch nicht... von terVara am 04. April 2003 12:05:34:

Hallo terVara,

du schriebst:

Umgekehrt wird ein Schuh daraus... IMHO muß den Männern erst bewußt werden, daß es keinen vernünftigen Grund, nicht in Frauenberufen zu arbeiten. Und wenn das passiert ist, dann kommen die Förderprogramme an die Reihe. Vorher machen sie keinen Sinn, wie weiter oben schon geschrieben...

Bei den Frauenförderprogrammen hat man sich dummerweise nicht an deine Ratschläge gehalten. Obwohl die jungen Frauen ihre Präferenzen deutlich bei der Berufswahl dokumentieren (überwiegend künstlerische und soziale Berufe) werden kostspielige Programme aufgelegt, Frauen zu motivieren, ‚typisch männlich dominierte Bereiche’ zu ‚erobern’.

Darin liegt die Benachteiligung, wie Bruno zurecht dargelegt hat. Es geht offensichtlich nicht darum was Männer oder Frauen wollen, sondern was eine profeministische Minderheit will.

...muß den Männern erst bewußt werden, daß es keinen vernünftigen Grund, nicht in Frauenberufen zu arbeiten

Das Problem liegt IMHO weniger darin, daß es für Männer keine vernünftigen Förderprogramme gibt, sondern daß der Kern der Benachteiligung in anderen Dingen zu suchen ist: Lebensarbeitszeit, Wehrpflicht, Gesundheitsvorsorge und das Männer wenig Bereitschaft zeigen, alte Rollenklischees über Bord zu werfen

Warum sollten Männer in Frauenberufen arbeiten? Sollen sie nur die Lücken füllen, die Frauen hinterlassen? Der Arbeitsmarkt ist noch nicht mal ein Nullsummenspiel, er ist ein schrumpfender. Für jede Frau, die heute in einen Ingenieurberuf ‚hineingefördert’ wird, wird ein Mann hinausbefördert. Sollen Männer nun Grundschullehrer werden, weil sie aus ihren Berufen ‚rausgefördert’ wurden, oder haben sie selbst auch was zu wollen?

Vielleicht hast du es noch nicht bemerkt, oder vielleicht billigst du es ja sogar: Von feministischer Seite wird massiv ein Umbau der Gesellschaft betrieben, an dessen Ende sich Feministinnen einen Mann vorstellen, der gerade noch den nützlichen Idioten abgeben darf. Gewiss – er darf sich ‚emanzipieren’, darf einen Rock tragen, den Namen seiner Frau annehmen, Windel wechseln. Das wird ihm als neue Sensibilität, Abkehr von alten Rollenklischees verkauft. Das ist zynisch. Da, wo es drauf ankommt, z.B. bei der Wehrpflicht oder beim Kindschaftsrecht hat er nichts zu sagen. Da darf er bluten und zahlen.

Wenn du meinst, dass Männer 'alte Rollenklischees über Bord werfen' sollen, was immer das heißen soll, dann bist du in der Pflicht für die Folgenabschätzung. Es gibt eine Vielzahl von gesellschaftlichen Indikatoren, die darauf hinweisen, dass dieser Umbau der Gesellschaft dem gesellschaftlichen Frieden keineswegs zuträglich ist.

Ich wäre sehr glücklich, wenn du mir das Gegenteil beweisen könntest.

Eugen Prinz


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