Re: Thema: Gender und Schule
Als Antwort auf: Thema: Gender und Schule von susu am 26. März 2003 20:27:10:
Hallo susu,
In dem Zusammenhang testete ich die neue These an einem Sachthema: der Schulpolitik. Im Rahmen der Männerbewegung wurde festgestellt, daß heutzutage Jungen und nicht Mädchen die Benachteiligten sind, meine Analyse kommt zu leicht anderen Ergebnissen, die dennoch mit den gemachten Ergebnissen konform gehen.
Da kann ich vielleicht auch einen kleinen Punkt beitragen. Mir ist im Zusammenhang mit PISA einiges aufgefallen. Was ich im Internet so gefunden habe an Material zu diesem Thema, war sehr interessant. Prinzipiell scheint es so zu sein, daß unser Schulsystem Mädchen in hohem Maße bevorzugt, weil der Unterricht stark auf Lernstrategien ausgerichtet ist, die in der Regel eher von Mädchen benutzt werden. So arbeiten Mädchen vornehmlich mit Wiederholungs- und Kontrollstrategien, d.h. sie schauen sich Inhalte mehrfach an und prüfen dann, ob sie alles verstanden haben. Jungs benutzen in stärkerem Maße "Elaborationsstrategien". So wie ich das verstanden habe, geht es dabei um eine Form von "integrativem Denken", indem man versucht, neues Wissen in bereits vorhandene Gesamtwissensstrukturen zu integrieren. Aber ich bin kein Experte. Meine persönliche Beobachtung, die ich an der Uni gemacht habe, ist, daß Jungs und Männer wesentlich experimentierfreudiger sind - ich kann das allerdings nur für ein technisches Studium beurteilen! - Frauen hingegen sich im allgemeinen gerne in vorgegebenen Schienen bewegen (dies sehr sorgfältig), aber nur selten davon abweichen. In der Praxis sieht das so aus, daß Studentinnen alles, was sie in der Vorlesung beigebracht bekommen, sehr gewissenhaft lernen und in den Prüfungen besser abschneiden als die Studenten. Allerdings schauen sie nur in begrenztem Maße über den Tellerrand hinaus und alles was über den vorgegebenen Rahmen hinausgeht, ist für sie nicht mehr interessant. Das hat die absurde Folge, daß ich schon Frauen im neunten Semester erlebt habe, die bis in jede Einzelheit erklären konnten, warum ein bestimmter Suchalgorithmus kubische Komplexität besitzt, die allerdings nicht in der Lage waren, unter Unix einen Druckbefehl abzusetzen oder die verzweifelt versucht haben, ein Windows-Executable unter Unix zum laufen zu bringen. Insgesamt würde ich sagen, daß unser Bildungssystem sich nicht ausreichend mit der Art und Weise auseinandersetzt, wie Männer lernen.
Aber das sind nur meine Beobachtungen.
Gruß
Stefan
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susu,
26.03.2003, 22:27
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