Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Seid ihr heute denn nicht die Schmiede eures Glücks?

Chato, Wednesday, 16.02.2011, 13:45 (vor 5448 Tagen) @ Robert

Robert, ich habe deine Intention durchaus verstanden, bloß haben wir eben nicht dieselbe Intention. Du verurteilst die Inquisition gemäß dem Geist der Zeit und vermißt jetzt meinen Freispruch derselben. Ich hingegen halte ihr Wirken für segensreich und notwendig und bestreite das Recht, sie überhaupt dafür zu verurteilen. Du stellst darauf ab, daß von der Inquisition Verurteilte hingerichtet wurden und daß nicht die Priester selbst dies durchgeführt haben, ich hingegen darauf, daß solche Inquisitionsprozesse heute leider nicht mehr möglich sind und daß deswegen die perversesten Desperados, z.B. Kommunisten, Feministen, Genderisten, Päderasten, Sodomisten, Inzestisten ... die Macht übernommen haben. Ob solche Leute hingerichtet werden sollen, ist mir vollkommen gleichgültig, aber historisch war es nun einmal so gewesen, und das aus gutem Grund, daß nur weltliche Gerichte für Hinrichtungen zuständig gewesen sind. Ich habe nachgewiesen, daß nicht Hinrichtungen das Ziel von Inquisitionsprozessen gewesen sind, sondern rein das effektive Unschädlichmachen von überführten Verbrechern. Auch das ist nun einmal einfach eine Tatsache, die an sich keiner moralischen Bewertung bedarf, sondern eigentlich bloß faktisch zur Kenntnis genommen zu werden braucht.

Das ist das gleiche Niveau, wie wenn man eine Mutter damit verteidigt,
daß sie ja nie die Kinder misshandelt hätte, denn das hat ja immer der
Vater Abends, wenn er von der Arbeit kam (von ihr dazu angestiftet) getan
(a la "warte, bis der Papa nach Hause kommt" ...).

Du steckst voller Feminismus und seiner Prämissen. Sofern es sich nicht um Mißhandlungen, sondern einfach um normale erzieherische Maßnahmen handelt, bedürfte diese Mutter sowieso keiner Verteidigung. Aber das Setting ist ganz anders. Die Mutter wird überhaupt nicht angeklagt, sondern sie selbst erhebt Anklage gegen den Vater, um ihm das Kind zu entziehen. Thema ist nicht sexueller Mißbrauch und Mißhandlung, sonder der feministische Mißbrauch von Mißbrauch und Mißhandlung, und diese Agenda machst du dir "wie automatisch" zu eigen. Ich sag's doch: ihr habt den Feminismus verdient, und es ist also gut, daß es ihn gibt, denn er trifft die Richtigen.

Nebenbei: der Glaube an Hexen und deren böse Zauberkräfte mag damals
"Zeitgeist" im Volk gewesen sein (wie heute noch in Afrika), die große
Verfolgung der Hexen kam aber m.W. erst in Gang, als die Kirche, damals DIE
ethisch richtungsgebende Instanz, mit dem Hexenhammer die Hexenverfolgung
quasi legitimierte.

Da täuscht dich dein Wissen. In Ländern mit funktionierender Inquisition gab es keine Hexenverfolgungen. Der Grund dafür ist die Inquisition, die das nämlich unterband, wenn es doch einmal aufkam. Der "Hexenhammer" des Dominikaners Heinrich Kramer war ein ganz typisch deutsches Phänomen, wo aufgrund der Reformation und ihrer chaotischen Folgen alles drunter und drüber ging und die Autorität der Kirche weithin zusammengebrochen war. Die Kirche hat ja auch nicht etwa die Reformation "legitimiert", bloß weil Martin Luther ein Augustinermönch war.
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Nick

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Wenn wir Toren wüßten, daß wir welche sind, wären wir keine.


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