Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Schulsystem

Ekki, Tuesday, 20.07.2010, 10:05 (vor 5655 Tagen) @ Gast_bb

Hallo Gast_bb!

Lass doch die Spatzen mal in Ruhe. - Es ist selbstverständlich, dass man
die Überflieger nicht gemeinsam mit den Schwer-Lernenden unterrichten kann.
Getrennter Unterricht, der sich an Leistung orientiert, ist da zweifelsohne
richtig. Aber das System muss prinzipiell offen bleiben, da es zwischen
diesen beiden Polen noch jede Menge anderer Schüler gibt.

Das System ist offen - Wechsel zwischen den verschiedenen Formen der weiterführenden Schule sind möglich und finden statt.

Kein Mensch verlangt, daß diese Offenheit aufgegeben werde.

Vielleicht hast
du ja deine Berufswahl schon in der vierten Klasse getroffen gehabt und
zielstrebig darauf hin gearbeitet; für die Mehrzahl der Fälle dürfte das
nicht gelten, und das bedeutet nicht, dass aus denen allen nichts geworden
wäre.

Zum einen:
Um Berufswahl geht es hier nicht - wie auch? In den allermeisten Lebensbereichen arbeiten Absolventen der verschiedenen weiterführenden Schultypen nebeneinander.

Zum anderen:
Es ist sowohl nervig als auch typisch für Ideologen - und zu denen zählst Du - daß sie gewichtige Argumente einfach nicht zur Kenntnis nehmen sondern dieselbe Unterstellung wie eine kaputte Schallplatte immer wieder wiederholen - in der durchaus nicht naiven, sondern perfiden und demagogischen Hoffnung, daß die Unterstellung stärker im Gedächtnis bleiben werde als der wahre Sachverhalt.

Diese Taktik lasse ich Dir nicht durchgehen - deshalb hier zum x-ten Mal ein Satz, den ich schon mehrfach geschrieben habe:

"Im täglichen Leben nehme ich ständig die Dienstleistungen von Haupt- und Realschulabsolventen in Anspruch - und nicht im Traum käme ich auf den Gedanken, auf diese Menschen herabzublicken."[/u]

Nie habe ich behauptet und nie werde ich behaupten, daß aus diesen Menschen "nichts geworden sei".

Mehr noch:

Ich bin mir in jedem Augenblick darüber im Klaren, daß der Arbeiter, der Handwerksmeister, den ich bestelle, Fähigkeiten hat, über die ich als eher theoretisch begabter Mensch nicht verfüge und ich ihn brauche. Deshalb achte ich diese Fähigkeiten und den Menschen, der sie besitzt.[/u]

Ich gebe mich nicht wirklich der Hoffnung hin, daß Du hier und Deine Gesinnungsgenossen im öffentlichen Diskurs von der oben beschriebenen Methode ablassen werdet, die Unterstellungen und Lügen zu wiederholen, um die Wahrheit niederzuschreien.

Aber ich halte es für meine Pflicht, die Wahrheit zu wiederholen, um dieser Taktik entgegenzuwirken.

Ich würde auch gerne wissen, ob diejenigen, die diese möglichst
frühzeitige weichenstellende Aufspaltung fordern, dieselben sind, die
argumentieren, der Staat habe die Leistungen an die Unterschicht zu
streichen, denn die ließen es sich nur auf Kosten der Gebildeten gut gehen;
Solidarität sei hier verfehlt, sie hätten es ja selbst in der Hand gehabt.

Ich nehme die oben von Dir beschriebene Haltung nicht für mich in Anspruch.

Diese Volksentscheide gegen "gleich, gleich, gleich" wird dann evtl. als
nächstes aufs Gesundheitssystem ziehlen, um dort die
"Bedarfsvergemeinschaftung" aufzukündigen.

Es ist eine Sache, für materielle Bedürftige einen Ausgleich zu schaffen, um grobe Ungerechtigkeiten zu verhindern.

Es ist aber eine ganz andere Sache, für eine Trennung der Schüler nach der 4. Klasse zu sein, um die unterschiedlichen - nicht: besseren oder schlechteren - Begabungen gezielt zu fördern.

Und was die Hilfe für schwächere Schüler betrifft:

Nachhilfeunterricht ist an keine Schulform gebunden, und es ist die Aufgabe jedes Lehrers in jeder Schulform, dafür zu sorgen, daß Schüler mit Lernschwierigkeiten trotzdem mitkommen. Eigenes Beispiel: Ich habe in meiner Gymnasialzeit Nachhilfeunterricht sowohl erteilt (in den Fächern, in denen ich stark war) als auch bekommen (in den Fächern, in denen ich schwach war).

Gruß

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.


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