Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Männliche Hebammen: Allein unter Frauen

Narrowitsch, Berlin, Wednesday, 14.07.2010, 05:27 (vor 5661 Tagen) @ Garfield

Hallo Narrowitsch!

Ich kann dies dem Text nicht entnehmen. Nirgends.

Ich schon:

"Wissenschaftliche Studien darüber, was wirklich hilft, gebe es kaum; und
wenn, würden sie selten zur Kenntnis genommen. Dass ihr Mann zur Behandlung
von Wundheilungsstörungen Lasertherapie anbiete, habe am Anfang für viel
Aufregung unter Hebammen gesorgt, >jetzt schicken uns viele ihre
Patientinnen«.

Gut, verzeih, ich kenne mich im Beruf der Hebamme nicht umfassend aus; Therapie von Wundheilungsstörungen vermutete ich als "Nachsorge" , die nicht notwendig von Hebammen ausgeübt werden muss, also auch nicht unbedingt zum Berufsbild zählt. Im Übrigen habe ich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich männliche Hilfe bei Komplikationen, sehr befürworte und achte. Ob es dafür eine größer Zahl männlicher Geburtshelfer braucht weiß ich nicht.

Vermutlich ist es viel stärker noch seine Aufgeschlossenheit gegenüber den
Entwicklungen der modernen Medizin und die Weigerung, technisches Equipment
als Teufelswerk abzutun, die Unger zu einem besonderen Geburtshelfer
machen."

Ja vielleicht.

Wieso sollte eine Frau davon grundsätzlich mehr Ahnung haben? Man sieht
doch immer wieder junge Mädels, die vor einer Schwangerschaft keinen
blassen Schimmer davon hatten, was da auf sie zukommt!

Da Du nicht verstehen willst, worauf ich hinaus will, mach ich keinen zweiten Anlauf.


... so wenig Frauen je ganz begreifen werden, was männliche
Geschlechtsreife - Pubertät sowieso - im Detail bedeutet.

Ist das wirklich so etwas Besonderes?

Ja. Zumindest in Hinblick auf parallele Entwicklungen bei Frauen.

Hast du das in deiner Kindheit und
Jugend so erlebt? Also, ich hab das nie so empfunden. Ich wurde halt älter
und größer, und irgendwann sagte eine ehemalige Lehrerin, die ich nach ein
paar Jahren mal wieder sah, daß ich ja mittlerweile schon so groß wäre und
eine tiefere Stimme hätte.

Ach, so geht das? Was Du nicht sagst!

...

Ich denke schon, daß es da ein paar Aspekte gibt, in die sich Frauen
schwer hinein versetzen können.

Wie das denn nun?
Wenn da nüscht Besonderes ist, dann können sich selbstverständlich Frauen in das nicht Besondere, das Nichtandere durchaus sehr gut hinein versetzen. Und Männer umgedreht auch. Die Femis haben recht: Geschlechter existieren eigentlich nicht, oder nur ganz, ganz wenig. Nicht wahr?

Wie ja auch umgekehrt. Das ist halt etwas,
was man entweder selbst erlebt oder aber am Beispiel anderer schon mehrfach
miterlebt haben muß.

Aha, und wovon tippte ich?

Natürlich ist das mit einer Schwangerschaft in gewisser Hinsicht ähnlich.
Aber ich denke, eine Frau, die noch nie schwanger war, kann sich da genauso
wenig hinein versetzen wie ein Mann. Die speziellen Hormone, die
Schwangerschaft und Stillzeit emotional zu etwas Besonderem machen, werden
ja erst während Schwangerschaft und Stillzeit in größeren Mengen erzeugt.
Ihre Wirkung kann keine Frau vorher ahnen. Auch die Regelblutung ist damit
nicht vergleichbar.

Nein, Regelblutung ist mit Schwangerschaft nicht vergleichbar. Aber sie steht in gewissem Zusammenhang?

An dieser Stelle bemerke ich: in diesem Falle senden und empfangen wir auf unterschiedlichen Frequenzen.

.....Und zwar aus genau demselben Grund, aus dem es auch
nicht gut ist, Menschen in feste Rollenmuster zu pressen: Es gibt keine
Normmenschen.

Nein , es gibt keine normierten Menschen. Noch nicht. Auch wenn dies Rollentheoretiker via Rollentheorie gar zu gern einführen wünschen, um geschwinde auf veränderte Rollenbilder zu pochen oder - die ganz Progressiven - sie ganz abzuschaffen. Dass sie damit freilich ganz andere Sachverhalte hinweg haben wollen, nämlich alle, die der Konstruktion ihrer Neuen Welt entgegen steht, verschweigen sie freilich.

So wird man immer wieder Menschen finden, die Talente und
Eigenschaften haben, die man üblicherweise beim anderen Geschlecht
besonders ausgeprägt findet.

Dies ist unbestritten.

Ideal wäre doch, wenn jeder seinen Talenten
entsprechend tätig sein kann. Ohne daß man zu irgendetwas gedrängt wird.

Auch das bestreite ich nicht, sondern ist ein Grund dfür, dass ich gelegentlich in Foren tippe.

Kochen kann jeder und jede, zeugen nur Männer , gebären nur
Frauen.

Ich habe ja auch nicht geschrieben, daß Männer gebären sollten! Ich habe
geschrieben, daß sie häufiger als Geburtshelfer tätig sein sollten. Das
kann nämlich auch prinzipiell jeder!

Das allerdings bezweifle ich aber sehr stark.

Was Du andeutest, ist Ausfluss feministische Propaganda, die lieber die
Folgen des Kindbettfiebers hinnähme, müssten sie nicht ohne "wenn und aber
zugeben, dass Männer - in diesem Fall Semmelweis - sich um
Mütter, den "weisen Frauen" weit voraus, verdient machten.

Es gibt da auch noch andere Motivationen jenseits des Feminismus.
Beispielsweise haben radikale Moslems häufig ein Problem damit, wenn ihre
Frauen von männlichen Ärzten, Krankenpflegern oder gar Geburtshelfern
betreut werden. Da gab es schon Fälle, in denen Krankenpfleger zu Boden
geschlagen wurden, während sie ihre Arbeit machten.

Fein, nun haben wir den Aspekt Multikulti endlich im Strang, fehlt noch ein wenig Polemik für oder gegen die (katholische) Kirche.

Das stelle ich mir nicht nur nicht vor, das ist so und wird noch lange
so bleiben.

Nein, Geburten sind hierzulande schon lange keine reine Frauensache mehr!

Zeige mir den ersten Mann, der ein Kind zu Welt gebracht hat.

Früher war das so, daß nur eine Hebamme und einige weibliche Verwandte bei
einer Geburt anwesend waren.

Alles, was nicht heute ist, ist Früher. Und Füher ist nicht blöd , bekloppt und unwissend, nur weil es zum Früher zählt. Früher hatten selbst Gatten keinen Zutritt zum Raum in dem geboren wurde. Vielleicht war Früher weiser als heute?

Also auch kein Arzt. Wenn es Komplikationen
gab, war es oft Glückssache, wie es ausging. Hatte die Schwangere Glück,
war die Hebamme erfahren und kompetent. Hatte sie Pech, dann war sie
weniger erfahren oder verließ sich auf irgendein Bauchgefühl. Ja, und in
letzterem Fall konnte das schon mal übel enden.

Als das Gesundheitswesen noch nicht in der heutigen Form existierte, war das wohl so. Ärzte konnten sich ohnehin nur wenige leisten.
Aber den alten Hebammen und weiblichen Familienmitgliedern zu unterstellen, sie wären ahnungslos auf Bauchgefühle angewiesen,. das halt ich schlicht weg für falsch. Die Beschwörung des Bauches als Gefühlserzeuger, treffsicheres Orakel und Lebensratgeber ist eindeutig eine Erfindung des modernen Aberglaubens aus dem letzten Viertel des 20 Jahrhunderts, also aus jener Zeit, als der Aberglaube Genderquatsch und Frauenforschung und aller Art Rollentheorien zu den höheren Weihen verhalf, auf die sie nun Anspruch erheben.

Das besserte sich erst, als es üblich wurde, daß ein Arzt dabei war. Und
das war dann anfangs meist ein Mann.

Ja, gut. Mir liegt nichts ferner, als männliches Ansehen zu schädigen, ganz im Gegenteil. Trotzdem erlaube ich mir den Gedanken, es könnte Berufsgruppen geben, für die Frauen oder Männer besser---- (Saaaaakrrrrileg). Dazu hab ich nun aber wirklich genug getippt.

Um nichts anderes ging es mir, um die Überlegung, eine Berufstradition könnte (Konjunktiv!!)handfeste Gründe vorweisen. Und um einen Verdacht, die "ZEIT" betreffend. Deine Argument überzeugen mich nicht von der Notwendigkeit einer "geschlechtergerechten" Aufsplittung des Hebammenberufs.

Der Verdacht erhärtet sich dagegen.

Denn der Feldzug gegen "Rollensterotype", also gegen originär eher männliche und eher weibliche Fähigkeiten, bringt bereits fette Beute. Nur will es manch einer nicht wahr haben. Er sollte sich allerdings auch über Quotenforderungen für Vorständen nicht beschweren. Finde ich...

Freundliche Grüße
von Garfield

zurück

© [image]

--
Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.


gesamter Thread:

 

powered by my little forum