Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Männliche Hebammen: Allein unter Frauen

Garfield, Wednesday, 14.07.2010, 02:24 (vor 5661 Tagen) @ Narrowitsch

Hallo Narrowitsch!

Ich kann dies dem Text nicht entnehmen. Nirgends.

Ich schon:

"Wissenschaftliche Studien darüber, was wirklich hilft, gebe es kaum; und wenn, würden sie selten zur Kenntnis genommen. Dass ihr Mann zur Behandlung von Wundheilungsstörungen Lasertherapie anbiete, habe am Anfang für viel Aufregung unter Hebammen gesorgt, >jetzt schicken uns viele ihre Patientinnen«.

Vermutlich ist es viel stärker noch seine Aufgeschlossenheit gegenüber den Entwicklungen der modernen Medizin und die Weigerung, technisches Equipment als Teufelswerk abzutun, die Unger zu einem besonderen Geburtshelfer machen."

Aber aus welchem Grunde sollte es für irgendjemanden gut sein, wenn Männer sich auf einem Gebiet bewegen, von dem sie - zumindest emotional - keine Ahnung haben: nämlich der der wichtigsten weiblichen Bestimmung: dem des Gebärens.

Wieso sollte eine Frau davon grundsätzlich mehr Ahnung haben? Man sieht doch immer wieder junge Mädels, die vor einer Schwangerschaft keinen blassen Schimmer davon hatten, was da auf sie zukommt!

... so wenig Frauen je ganz begreifen werden, was männliche Geschlechtsreife - Pubertät sowieso - im Detail bedeutet.

Ist das wirklich so etwas Besonderes? Hast du das in deiner Kindheit und Jugend so erlebt? Also, ich hab das nie so empfunden. Ich wurde halt älter und größer, und irgendwann sagte eine ehemalige Lehrerin, die ich nach ein paar Jahren mal wieder sah, daß ich ja mittlerweile schon so groß wäre und eine tiefere Stimme hätte.

Mich ärgert es beispielsweise, wenn Frauen Jungen erklären, was mit ihnen vorgeht während jener Pubertät- während dieser in vielerlei Hinsicht spannungsreichen Zeit.

Ich denke schon, daß es da ein paar Aspekte gibt, in die sich Frauen schwer hinein versetzen können. Wie ja auch umgekehrt. Das ist halt etwas, was man entweder selbst erlebt oder aber am Beispiel anderer schon mehrfach miterlebt haben muß.

Natürlich ist das mit einer Schwangerschaft in gewisser Hinsicht ähnlich. Aber ich denke, eine Frau, die noch nie schwanger war, kann sich da genauso wenig hinein versetzen wie ein Mann. Die speziellen Hormone, die Schwangerschaft und Stillzeit emotional zu etwas Besonderem machen, werden ja erst während Schwangerschaft und Stillzeit in größeren Mengen erzeugt. Ihre Wirkung kann keine Frau vorher ahnen. Auch die Regelblutung ist damit nicht vergleichbar.

Aber mir geht es ja auch mehr um den medizinischen Aspekt. Emotionalen Beistand kann auch eine Freundin leisten, oder die Mutter.

Ich habe keine Ahnung, was diese neue Form beruflicher und/ oder emotionaler Gleichschalterei uns allen bringen könnte.

Gleichschalterei ist natürlich Unsinn, da hast du völlig Recht. Das kann nicht funktionieren. Und zwar aus genau demselben Grund, aus dem es auch nicht gut ist, Menschen in feste Rollenmuster zu pressen: Es gibt keine Normmenschen. So wird man immer wieder Menschen finden, die Talente und Eigenschaften haben, die man üblicherweise beim anderen Geschlecht besonders ausgeprägt findet. Ideal wäre doch, wenn jeder seinen Talenten entsprechend tätig sein kann. Ohne daß man zu irgendetwas gedrängt wird.

Kochen kann jeder und jede, zeugen nur Männer , gebären nur Frauen.

Ich habe ja auch nicht geschrieben, daß Männer gebären sollten! Ich habe geschrieben, daß sie häufiger als Geburtshelfer tätig sein sollten. Das kann nämlich auch prinzipiell jeder!

Was Du andeutest, ist Ausfluss feministische Propaganda, die lieber die Folgen des Kindbettfiebers hinnehme, müssten sie nicht ohne "wenn und aber zuzugeben zugeben, dass Männer - in diesem Fall Semmelweis - sich um Mütter, den "weisen Frauen" weit voraus, verdient machten.

Es gibt da auch noch andere Motivationen jenseits des Feminismus. Beispielsweise haben radikale Moslems häufig ein Problem damit, wenn ihre Frauen von männlichen Ärzten, Krankenpflegern oder gar Geburtshelfern betreut werden. Da gab es schon Fälle, in denen Krankenpfleger zu Boden geschlagen wurden, während sie ihre Arbeit machten.

Manchmal spielt auch Scham eine Rolle. Das war ja auch ein wesentlicher Grund, wieso Männer früher oft Ärztinnen ablehnten.

Das stelle ich mir nicht nur nicht vor, das ist so und wird noch lange so bleiben.

Nein, Geburten sind hierzulande schon lange keine reine Frauensache mehr! Früher war das so, daß nur eine Hebamme und einige weibliche Verwandte bei einer Geburt anwesend waren. Also auch kein Arzt. Wenn es Komplikationen gab, war es oft Glückssache, wie es ausging. Hatte die Schwangere Glück, war die Hebamme erfahren und kompetent. Hatte sie Pech, dann war sie weniger erfahren oder verließ sich auf irgendein Bauchgefühl. Ja, und in letzterem Fall konnte das schon mal übel enden.

Das besserte sich erst, als es üblich wurde, daß ein Arzt dabei war. Und das war dann anfangs meist ein Mann.

Freundliche Grüße
von Garfield


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