Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Carl Sagan

Unterdrücker, Saturday, 12.06.2010, 14:08 (vor 5690 Tagen) @ Lurchmann

Es lag nicht in meiner Absicht, dir gegenüber persönlich zu werden,
gegenüber dem verstorbenen Herrn Sagan aber möglicherweise.

So meinte ich das auch. Mich hast du ja nicht angegriffen. Aber verstehe mich bitte nicht falsch. Ich möchte Carl Sagan nicht verteidigen, stehe ihm völlig neutral gegenüber und bin auch offen für anderslautenden Meinungen

Unabhängig von der Zahl seiner Kinder (die empirisch ohnehin nicht ins
Gewcht fallen), habe ich Sagan zur Bevölkerungsproblematik zitiert.


Dass sie nicht ins Gewicht fallen steht im Widerspruch zu den Aussagen in
deinem Ausgangsposting. (...) Ich weiß nicht, ob es Herrn Sagan bewußt war, dass er mit seinem
kühlen materialistischen Ansatz Teil des Problems war, das zu lösen er
Vorschläge unterbreitet hat. Der Untergang der Vorbildfunktion steht damit
in engem Zusammenhang.

Da hast du natürlich vollkommen recht. Aber ich schrieb ja schon oben:"Zudem ehrt es ihn doch, dass er dennoch zu Schlussfolgerungen kommt, die seiner Lebensart widersprechen!"


Ich müsste u.a. religiöse Ansätze bemühen, wollte ich mich eingehender zu
diesem Thema äußern. Das ist jedoch in diesem Forum wohl unerwünscht,
deswegen unterlasse ich dergleichen. Im Rahmen der materialistischen
Perspektive nur zwei naive, spinnerte Gedanken:

- Warum implizieren die Aussagen des Herrn Sagan, wie auch anderer, dass
das Bevölkerungswachstum in der Zukunft unerreichte Höhen erklimmt, in
einer Art, dass dereinst über Nacht Milliarden von Menschen ohne Nahrung
dastehen. Ist es nicht vorstellbar, dass sich mit zunehmender
Ressourcenverknappung auch das Bevölkerungswachstum langsam nivelliert?

Schwierig. Einerseits denke ich das auch, dem steht aber Sagans Ergebnis gegenüber, dass eben gerade in armen Regionen (also Regionen mit knappen Resourcen)das Bevölkerungswachstum am größten ist. Dies ist auch nachvollziehbar und Sagan hat sich das nicht aus den Fingern gesogen.


- Könnte Bevölkerungswachstum nicht auch ein Wachstum an Brainpower und
Innovation dergestalt bedeuten, dass künftige Raumfahrttechnologien der
Ressourcenverknappung entgegenwirken könnten. Wäre die Erschließung anderer
Welten nicht durchaus auch im Bereich des Denkbaren?

Auf jeden Fall. Sagan wäre aber nicht Sagan, würde er sich nicht auch hierzu äußern:

[Unterdrücker übersetzt]
Ebenso gibt es keine extraterrestrische Lösung für dieses Problem. Derzeit werden täglich rund 240.000 Menschen mehr geboren, als Menschen sterben. Wir sind sehr weit von der Möglichkeit entfernt, täglich 240.000 Menschen in den Weltraum zu transportieren. (...) Selbst wenn es möglich wäre, die gesamte Weltbevölkerung zu anderen Planeten, oder entfernten Sternen zu transportieren, (...) würde sich nahezu nichts ändern. Alle bewohnbaren Planeten der Milchstraße würden wohl in einem Millenium voll bevölkert sein.
[Ende Übersetzung]

Das Kapitel des Buchs, das ich zitiere handelt übrigens nicht um die Bevölkerungsproblematik als eigentliches Thema, sondern heisst ja: The Persian Chessboard. Es geht in erster Linie um die Exponentialfunktion, welche er mit anschaulichen Beispielen erläutert. Eines davon ist das Bevölkerungswachstum und seine damit zusammenhängende Schlussfolgerung, dass neben der Armutsbeseitigung den Frauen in allen Bereichen mehr Macht gegeben werden muss, um das Bevölkerungswachstum zu stoppen. Genau das war ursprünglich mein Diskussionsansatz.

Diese Tabelle findet sich unter dem Absatz über Bevölkerungswachstum und zeigt, dass es wichtig ist, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen:

[image]

Meine Frage ist nun auch nicht, ob es richtig und wichtig ist, armen Ländern zu helfen, sondern ob das Bevölkerungswachstum beeinflusst werden kann, indem Frauen mehr "tatsächliche politische Macht (exekutive, legislative, judikative, militärische Macht, sowie in Institutionen, die die öffentliche Meinung beeinflussen)" bekommen.

Denn diese Schlussfolgerung kann ich nicht nachvollziehen!


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